Special: Sailor Moon Im Namen des Mondes

Sailor Moon die Kämpferin für Liebe und Gerechtigkeit. Fast jeder hat schon mal davon gehört, viele haben es geliebt.

Die Story dreht sich um Bunny (Usagi) Tsukino, ein anfangs 14 jähriges, ganz normales Mädchen, das sich als Reinkarnation der Mondprinzessin entpuppt und als Sailor Moon für Liebe und Gerechtigkeit kämpft. Dabei stehen ihr, die ebenfalls wiedergeborenen Sailor-Kriegerinnen (Senshis) und natürlich der obligatorische Prinz, ein echter “Rosenkavalier”, zur Seite. Die erste Anime-Serie (1992-1997), besonders die 1. Staffel war vollgestopft mit Klischee behaftetem Kitsch, dämlichen Slapstick-Einlagen, schier endlosen Verwandlungs-Sequenzen, vorwiegend lächerlichen Dämonen und gefühlten 5 Minuten pro Folge, in denen die eigentliche Geschichte erzählt wurde.

Ich habe es geliebt! Und liebe es heute noch.

Die Handlung der TV-Serie basiert grob auf dem Original Manga von Naoko Takeuchi.

Bunny (Usagi) Tsukino ist ein ganz normales Mädchen, schlecht in der Schule, süchtig nach Süßigkeiten und eine tollpatschige Heulsuse. Bis einen Tages die sprechende Katze Luna bei ihr auftaucht und ihr eröffnet, dass sie fortan als Sailor Moon gegen das Böse kämpfen soll. Außerdem soll sie die anderen Sailor Kriegerinnen und den Silberkristall finden um die Mondprinzessin beschützen zu können. Noch bevor Bunny überhaupt versteht, was eigentlich grade mit ihr passiert, muss sie bereits zu ihrem ersten Kampf. Dort trifft sie auch auf den Helden Tuxedo Mask, der ihr von Anfang an hilfreich und beschützend zur Seite steht. Hauptsächlich tut er dies, indem er im richtigen Zeitpunkt eine Rose wirft (?) und einen recht dämlichen Spruch ablässt. Im Laufe der Handlung sammelt sie nun Amy Mizuno alias Sailor Merkur, Rei Hino alias Sailor Mars, Makoto Kino alias Sailor Jupiter und Minako Aino alias Sailor Venus um sich und sie werden alle zu besten Freundinnen. Zusammen versuchen sie nun den Silberkristall und die Mondprinzessin zu finden. In der Zwischenzeit lernt Bunny  auch Mamoru kennen, der eigentlich Tuxedo Mask ist und eigene Ziele verfolgt. Als dieser beim Versuch sie zu schützen schwer verletzt wird und In Sailor Moons Armen liegt, erscheint der Silberkristall und ihre Erinnerung an ein vergangenes Leben erwacht teilweise. Sailor Moon selbst ist die Mondprinzessin Serenety und Mamoru war Prinz Endymion, ihr Geliebter. Ein tragisches Schicksal, bei dem auch das gesamte Mondreich vernichtet wurde, ereilte damals beide.  Soweit bis Mitte Staffel1.

In der gesamten Serie wird der Aspekt der tragisch/ traurigen Liebesgeschichte immer wieder aufgegriffen. So werden Bunny und Mamoru immer wieder durch das Schicksal getrennt, doch ihre Liebe siegt über alle Hindernisse hinweg. Ich sagte ja schon, die Serie trieft nur so vor Kitsch.

 

In 200 Folgen von denen zwei nicht im deutschen Fernsehen gezeigt wurden, lernen wir auch immer mehr Sailorkrieger kennen. In späteren Staffeln treffen wir auf Sailor Pluto (Pluto galt damals noch als Planet) alias Setsuna Meio, Wächterin über die Zeit, Sailor Uranus alias Haruka Tenno, Sailor Neptun alias Michiro Kaio und Sailor Saturn mit der Kraft Welten zu zerstören alias Hotaru Tomoe. Sollte sich an dieser Stelle jemand fragen warum es keine Sailor Earth gibt, wir haben Tuxedo Mask bekommen. Auch Bunnys und Mamorus Tochter Chibiusa aus der Zukunft gesellt sich als Sailor Chibimoon dazu. Chibiusa ist im übrigen eine der nervigsten Figuren überhaupt, was durch ihre Synchronstimme auch noch unterstützt wird. Zusammen beschützen und verteidigen sie die Erde, die immer wieder von mächtigen Feinden angegriffen wird, weil sie den Silberkristall von Sailor Moon in ihren Besitz bringen wollen um damit das Universum ins Chaos zu stürzen.

Der TV-Serie folgten 3 Filme, von denen nur einer auf einer Geschichte der Mangaka Naoko Takeuchi basiert; Schneeprinzessin Kaguya.

Im Vordergrund der TV-Serie und den Filmen standen moralische Werte wie Freundschaft, Solidarität, Loyalität und Hilfsbereitschaft. Der Glaube daran, dass es sich lohnt für etwas zu Kämpfen und der Wille dazu, immer wieder aufzustehen, wenn man fällt, zählen zu den Stärken aller Charaktere. Jeder hat seine Gründe für etwas zu kämpfen und solange man niemals aufgibt wird am Ende alles gut ist wohl die Hauptaussage der TV-Serie.

Als Sailor Moon 1992 begann, ahnte niemand auch nur ansatzweise welchen Trend die Mangaka Naoko Takeuchi mit dieser Serie auslösen würde. Die Serie wurde annähernd Weltweit veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt. Etliche Fanartikel und Magazine erschienen im Handel, die zwar das Fanherz höher schlagen ließen aber so manch ein Loch in das eigene oder elterliche Portemonnaie rissen. Noch ahnte keiner was Pokemon oder YugiOh kurze Zeit später anrichten würden. Im Oktober 1995 wurde Sailor Moon das erste Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Erst im ZDF, später bei RTL2, wo auch schon viele andere Anime-Serien wie Mila Superstar, Lady Oscar, Kickers oder Dragonball liefen. Allerdings wurden ein paar Dinge zurecht gestuzt. So wurden z.B. für das deutsche Kinderprogramm ursprünglich männliche Charaktere wie Zeusite oder Fischauge mit weiblichen Stimmen synchronisiert um den “homosexuellen Unterton” zu vermeiden, ebenso wurde die Beziehung zwischen Haruka und Michiro entschärft.  Inzwischen ist die Serie auch auf DVD in mehreren Boxen erhältlich. Die DVDs enthalten auch die japanische Fassung mit deutschen Untertiteln.

Es existieren auch 4  Sailor Moon Specials, die nie im Fernsehen gezeigt wurden.

Der Original-Manga erfreute sich ebenfalls  weltweiter Beliebtheit. Im Manga selbst liegt das Augenmerk allerdings eher auf den traurigen und romantischen Tönen. Die Handlung ist dramatischer und wesentlich schneller erzählt als in der TV- Adaption.

Bei uns wurde der Manga 1998 in westlicher Leserichtung (gespiegelt) in 18 Bänden veröffentlicht. Später folgte eine Neuauflage in japanischer Leserichtung in 12 Bänden. Die Handlung unterscheidet sich etwas von der, der alten TV-Serie.

Die neue Serie Sailor Moon Crystal orientiert sich direkt am Manga.

Die Anime-Serie und die Mangas erfreuten sich weltweit enormer Beliebtheit und wurden in viele verschiedene Sprachen übersetzt.

Der massive Anstieg an erhältlichen Fanartikeln zu Sailor Moon, Dragonball, etc., veränderte damals auch die Anime und Manga Szene in Deutschland. Immer mehr Gleichgesinnte trafen sich zufällig beim Einkaufen im Comicladen und sprachen sich gegenseitig auf ihre Ausbeute an. Fanclubs und Treffen wurden gegründet. Man traf sich, tauschte sich aus und sah sich zusammen Animes an. Freundschaften entstanden, die teilweise bis heute noch bestehen. Man war plötzlich nicht mehr allein mit seinem von vielen belächeltem Hobby. Auch das Interesse an Japan mit seiner Kultur und Geschichte wurde größer.

1999 fand dann auch die erste  große Anime-Manga-Convention, die Animagic, in Deutschland statt, die inoffiziell von Vielen auch Sailor Moon Con genannt wurde. Der erste Cosplay-Wettbewerb, an dem ich sogar teilnahm und völlig verdient den letzten Platz bekam, fand auch dort statt. Den zweiten Platz belegte sogar eine Sailor Moon Cosplayerin. Der erste Platz ging übrigens an ein Final-Fantasy 7 Trio.

Viele ähnliche Veranstaltungen in ganz Deutschland folgten.

Auch der Ruf nach Mangas wurde lauter. Damals gab es noch so wenige Serien auf dem Markt, dass man wirklich alles gelesen hat, was man fand. Deswegen kannte auch jeder Manga-, und Animefan die gleichen Serien. Leider wurden Mangas anfangs nur gespiegelt in Deutschland gedruckt, da man befürchtete die japanische Leserichtung wäre zu verwirrend für die armen Kinder. Später gab man dann endlich dem Drängen der Fangemeinde nach und druckte Mangas nur noch in der originalen Leserichtung. Heute ist die Auswahl regelrecht unüberschaubar geworden, so dass man sich kaum noch vorstellen kann, wie schwierig es damals sein konnte an neuen Lesestoff zu kommen. Verlage entdeckten den Manga-Markt erst nur zögerlich und synchronisierte Animes waren selten, gut synchronisierte sogar eine Rarität.

Ich selbst (damals 20) kam das erste Mal mit Sailor Moon beim Babysitten in Berührung und war sofort süchtig und das, obwohl die erste Folge, die ich sah, ausgerechnet die wohl Schlechteste der ganzen Serie war. Ich sage nur Regenbogenkristalle sammeln und der 7. Teufel.

Animes und Mangas begleiteten mich durch meine gesamte Kindheit und faszinierten mich schon immer. Da ich das Glück hatte quasi im Comicladen groß zu werden und später auch dort eine Zeitlang gearbeitet habe, bin ich sozusagen mit der Materie aufgewachsen. Aber durch Sailor Moon bin ich zur Sammlerin geworden und bis heute liebe und lese ich gerne Shojo und andere Mangas, sogar mit 38 Jahren noch und wahrscheinlich auch noch mit 80.