Sumikai Picks: mein liebster Zeichenstil

Unsere Sumikai Picks blenden heute mal die Narration aus und widmen sich ganz der visuellen Ebene. Denn der Zeichenstil ist – seien wir ehrlich – einer der wichtigsten Gründe für unser Fantum.

Worauf kommt es aber eigentlich an, wenn uns ein Zeichenstil fesseln soll? So vieles spielt dort mit hinein, denn der Mangaka erschafft eine komplette Welt, die diverse Charaktere und Settings beinhaltet. Er sollte Zeichentechniken wie Schattierung, Rasterfolieneinsatz, Perspektiven, Farbgebung und vieles mehr beherrschen. Und er muss, was vermutlich am schwierigsten sein dürfte, unter den vielen Mangakas mit einem ganz eigenen unverwechselbaren Stil hervorstechen. Unsere Redakteure erzählen heute, was ihnen ganz persönlich bei all dem wichtig ist:

Mangakania liebt die ruhigen Szenerien aus der Feder Rihito Takarais sowie von CLAMP

Hana no Miyako © 2012 Rihito Takarai / Taiyoh Tosho
Capital of Flowers © TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2014

Die Boys Love Mangaka Rihito Takarai hat schon einige Titel auf den deutschen Markt gebracht. Neben dem aktuellen Yaoi-Hit Ten Count bewundere ich vor allem die ruhigen Serien Only the flower knows sowie dessen Teil-Sequel Capital of Flowers sehr. Es ist egal, ob Männlein oder Weiblein, egal ob groß oder klein – man verliebt sich sofort in die ruhigen und sanften Charaktere der Mangaka und schwelgt in deren blumenhaft verzierter Welt mit. Langweilige und ausgezehrte Boys Love Clichees findet man hier nur selten. Insbesondere der Zeichenstil hat es mir dabei angetan und überzeugt mit feinen Strichen sowie viel Liebe zum Detail.

Einen ähnlich sauberen und feinen Stil zaubern die Frauen von CLAMP auf das Papier. Während ältere Serien wie Wish noch etwas rau wirken und Tsubasa Reservoir Chronicle eine Art alltäglichem Mittelmaß entspricht, stechen xxxHolic oder die aktuelle Serie Gate 7 mit ihren Details sehr heraus.

Nelli legt Wert auf Originalität, Vielfalt und Stimmungen

D.Gray-man 6 © 2004 Katsura Hoshino, Shueisha Inc. © Tokyopop GmbH, Hamburg 2007

Einen einzigen Lieblingszeichenstil unter all den fantastischen Angeboten zu bestimmen, ist ziemlich schwierig. So viele haben etwas ganz eigenes, dass sie sich nicht mit anderen vergleichen lassen. Ich persönlich favorisiere und bewundere die Zeichnungen von Takeshi Obata. Ob bedrohlich düster wie in Death Note oder dynamisch schrill wie bei Bakuman., der Mangaka setzt die Charaktere, Hintergründe, Stimmungen etc. einfach immer fantastisch um. Allein an den verschiedenen Mangas, die in der Geschichte von Bakuman. für das Magazin Shonen Jump entstehen, sieht der Leser außerdem, wie gut Obata-sensei verschiedene Stile beherrscht.

Ausschlaggebend sind für mich auch immer die Vielfalt an individuellen Charaktertypen. Dafür und auch für die Kolorierung der Illustrationen liebe ich mindestens genauso sehr den Zeichenstil von Katsura Hoshino (D.Gray-man).

Ebenso haben es mir die realistischen Mangazeichnungen von Inio Asano (Gute Nacht, Punpun) angetan, die einen starken Kontrast von unbeschönigt und traumhaft schön aufweisen. Kaori Yuki (God Child) fasziniert mich immer wieder mit ihrem filigranen, mystischen, dramatisch schönen Gothic-Stil. Dagegen feiere ich die simple Art, mit der Rumiko Takahashi (Ranma 1/2) Situationskomik und Grimassen so treffsicher beherrscht.

Anonymous bewundert Kiyoharas Zeichenstil für Realitätsnähe und Schönheit

Another © 2010 Yukito Ayatsuji / Kadokawa Shoten © 2012 Egmont Verlagsgesellschaften mbH

Ich finde die Zeichnungen von Hiro Kiyohara (Another) deswegen so toll, weil sie einerseits recht realistisch sind und andererseits durch eine saubere und feine Strichführung geprägt sind. Normalerweise verbindet man mit realistischer Optik bei Manga eher Werke, bei denen die Figuren zu realistisch aussehen und dadurch Schönheit verloren gehen kann. Ich finde, dass das bei diesem Mangaka nicht der Fall ist.

Es ist schwer in Worte zu fassen, aber Kiyohara-sensei schafft es, die Figuren gerade dadurch noch schöner zu machen, indem er ihnen einen glaubwürdigen Look verpasst. Außerdem bestechen seine Manga durch liebevoll detaillierte Hintergründe.

Gina gibt Individualität den Vorrang vor Perfektion

Ich habe ehrlich gesagt keinen »Lieblingszeichenstil«. Da gehe ich auch nicht nach »Schönheit«, sondern vielmehr nach Wiedererkennungswert. Zu jenen Mangaka gehören in meinen Augen beispielsweise Naoko Takeuchi (Sailor Moon), Yoshiki Nakamura (Skip Beat!), Tite Kubo (Bleach), Inio Asano (Solanin) und Eiichiro Oda (One Piece) – auch wenn einige dieser genannten Zeichner/innen proportionale »Schwächen« haben, die mir im Grunde völlig egal sind. Für mich ist es einfach wichtig, dass der Stil aus der Masse herausstricht.

Serena lobt die Kolorierung von Mikanagis Illustrationen

Karneval © 2007 Touya Mikanagi / Ichijinsha
© 2012 EGMONT Verlagsgesellschaften mbH

Ein Zeichenstil, der mich persönlich vom ersten Moment an unglaublich angesprochen hat, ist der von Touya Mikanagi (Karneval) – und das vor allem aufgrund der Art, wie sie die Bilder koloriert.

Keine Illustration gleicht der anderen und dennoch erkennt man sie immer sofort wieder. Die Seiten selbst sind in der Regel sehr kontrastreich und dynamisch und selbst wenn man sich für die Geschichte nicht interessiert, kann man stundenlang einfach die Seiten ansehen und begeistert sein.

 

Stimmt ihr unseren Meinungen zu oder haben wir etwas elementar wichtiges vergessen? Lasst uns euren Lieblingszeichenstil in den Kommentaren wissen und wonach ihr bei der Beurteilung geht!

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