Sumikai Picks: Meisterhafte Rätselspiele und nervenaufreibende Mindgames

Im heutigen Sumikai Picks folgt die Redaktion einer Vielzahl von Hinweisen, um die besten Rätselspiele in Serien oder als Games aufzudecken.

Sei es das detektivische Vorgehen von Sherlock Holmes, der kombinierende Wahnsinn von Kira oder die Verführung durch Wissen in Phi Brain, es sind keine Grenzen gesetzt! Ganz nach dem Motto »When you have eliminated the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth« können wir nicht vorhersagen, was am Ende herauskommen wird …

Nelli war gefesselt vom Katz-und-Maus-Spiel zwischen Light und L in Death Note

© Tsugumi Oba,Takeshi Obata / Shueisha © DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Im Fall von Death Note darf der Zuschauer die Handlung aus der Sicht beider Parteien verfolgen und deren Kombinationsgabe bestaunen: Die Polizei und L versuchen, hinter Kiras Geheimnis zu kommen und ihn zu schnappen; Light wiederum begibt sich taktischer Weise mitten unter die Ermittler, um seine Unschuld zu beweisen und seinen anonymen Erzfeind zum Schweigen zu bringen. Während unser Protagonist alles dafür tut, damit L ihm sein Vertrauen schenkt (und seinen Namen preisgibt), warnen dessen logische Schlussfolgerungen ihn bis zuletzt vor seinem Gegenüber. Jeder Schritt kann für den Sympathieträger L schließlich den Tod bedeuten. Und obwohl Light anfangs so leichtfertig mit dem Death Note umgegangen ist, dass jeder Detektiv ihm auf die Schliche hätte kommen können, ist er der Polizei samt L meist einen Schritt voraus. Denn er versteht es, auf geniale, skrupelose Weise die Tagebuchregeln für sich einzusetzen und jeden um sich herum zu täuschen. Weil er allein die Gesetze des Death Note kennt und genau nach Plan agiert, ist er immer im Vorteil.

Das taktische Battle der beiden Genies ist so spannend, dass man die Serie einfach nur so durchsuchten muss. Selten darf man eine Handlung aus der Perspektive eines Bösewichts in der Rolle des Protagonisten verfolgen – und vor allem so intensiv. Light hält sich für gerecht und göttlich und ist dabei so dermaßen dem Wahnsinn verfallen, dass man als Zuschauer einfach nur sprachlos seiner Entwicklung beiwohnt und denkt: Krass! Man darf rätseln, ob und wann das größenwahnsinnige Genie endlich auf die Fresse fliegt.

Mangakania knobelte bei Phi Brain mit

© Sunrise Studios & NHK Broadcaster, Victor Entertainment, Inc

Zwischen 2011 und 2012 lief die erste Staffel von Phi Brain – Puzzle of God im japanischen TV. Seitdem wurde das Franchise mit zwei weiteren Staffeln, einem Manga und einer eigenen Spieleadaption belohnt. In der Hauptgeschichte folgen wir Kaito, einem Knobelgenie, das für sein Leben gerne Rätsel aller Art löst, jedoch nie wirklich gefordert wird. Das ändert sich, als er ein Kandidat des »Phi Brain« wird. Um diesen Titel und die damit einhergehende Wissensmacht zu bekommen, muss er mit seinen Freunden »unlösbare« Oija-Puzzles in Ruinen rund um seine Schule lösen. Doch diese uralten Herausforderungen verzeihen keine Fehler …

Was bei der Serie besonders heraussticht, ist die große Bandbreite an verschiedenen Rätseln und Spielen. In scherzhaft kommentierten Spots am Ende einer jeden Episode werden einem das Spiel und dessen Regeln nochmals erklärt. Ein Anime zum Lernen!

fallenshadow will Lehrling in Professor Layton sein

© 2013 LEVEL-5 Inc.

Obwohl ich damals durchaus die Veröffentlichung von Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf für den Nintendo DS mitbekam (inklusive positiver Pressestimmen sowie Kundenbewertungen über das Abenteuer von Professor Layton und seinem Lehrling Luke), war es der zweite Teil Professor Layton und die Schatulle der Pandora, welchen ich zuerst spielte. Dieser nahm mich sofort gefangen mit den liebenswürdigen, teils wirklich verschrobenen Charakteren, dem spannenden mysteriösen Setting, dem lustigen, knuffigen Zeichenstil – aber vor allem mit dieser überwältigenden Überzahl kleiner kniffliger Rätselspiele, denen man auf seinem Weg, das große Mysterium der Handlung zu lösen, begegnete und teilweise regelrecht danach suchte. Definitiv unvermeidbare Suchtgefahr bei Berührung mit der Spielereihe!

Bei den Rätseln gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, was man anhand der für die richtige Lösung ergatterten Punkte – Pikarat genannt – feststellen kann. Für falsche Lösungen verliert das Rätsel an Wert. Man muss also aufpassen, was man eingibt, und besser einmal länger nachdenken, als stumpfsinnig zu raten. Notfalls kann man mit Hinweismünzen, die im Spiel versteckt sind, Tipps freischalten, wenn der Spieler mal total auf der Leitung steht – was mir durchaus schon mehr als einmal passiert ist. Im Laufe des Spiels werden einem verschiedene Rätselspiele unter die Nase gehalten: mathematische Probleme, Logikaufgaben, geometrisches Denken, Schieberätsel, Herausforderungen auf dem Schachbrett, Wortspiele, Sinnestäuschungen und mehr. Und wenn man auch den Großteil der kreativ gestalteten Minirätsel in Nullkommanichts löst, gibt es doch diese eine Handvoll an Aufgaben, die einen zur Weißglut treiben, wenn es etwa heißt, auf Try-and-Error zu setzen und so ziemlich alle Möglichkeiten durchgehen zu müssen.

Laniify fieberte beim Liar Game mit

Liar Game Bd. 1 ©
2005 Shinobu Kaitani /Shueisha © 2013 Egmont Verlagsgesellschaften GmbH

Der noch laufende Manga handelt von der naiven Nao Kanzaki, die schon immer von Menschen betrogen und manipuliert wurde. Eines Tages findet sie plötzlich 100 Millionen Yen vor der Tür und die Botschaft, dass sie am »Liar Game« teilnehmen darf. Wie der Name schon suggeriert, ist dies kein normales Spiel, sondern eines, bei dem man seine Gegner belügen und betrügen muss, um möglichst viel Geld zu ergattern. Mithilfe des überaus klugen Shinichi Akiyama gelingt es Nao trotz ihrer Dämlichkeit, ihr Geld zu behalten und Gewinn zu machen. Doch derjenige, der verliert, endet mit einem Haufen Schulden, welcher von der Firma hinter dem Spiel notfalls mit Gewalt eingefordert wird …

Dies ist nur der Anfang einer genialen Mangareihe, die für komplexe, spannende sowie gut durchdachte Rätselspiele bekannt ist. Nao und Akiyama nehmen an weiteren Spielen teil, aber mit unterschiedlichen Zielen: Während die Protagonistin versucht, so viele Menschen wie möglich zu retten, möchte das Genie die Firma zerschlagen, die aus dem Leid anderer Profit macht. Jedes der Spiele ist eine Überraschung für sich und auch die Art und Weise, wie die Protagonisten an diese herangehen, grenzt teilweise an Wahnsinn. Zusätzlich ist die Geschichte von tiefsinnigen Dialogen und Gedankengängen geprägt und man muss als Leser wirklich aufmerksam mitdenken, um auch mitzukommen! Aufgrund der Textlastigkeit und notwendigen Denkleistung auf jeden Fall ein Manga für Krimi- und Mystery-Fans.

Grim eröffnete sich ein unerwartetes Rätsel in Rokka no Yuusha

© Ishio Yamagata / SHUEISHA, Project ROKKA

Rokka no Yuusha könnte für eine Fantasystory nicht klischeehafter anfangen: Wir haben hier eine Gruppe von sechs auserwählten Helden, die aus einem Grund zusammenkommen, und zwar um gemeinsam einem erwachten Dämonengott den Garaus zu machen. Doch gerade, als das epische Abenteuer beginnen soll, findet ihre Reise vor den Pforten des Dämonenreiches ein jähes Ende. Dazu sind sie nun sieben an der Zahl, wodurch die Gruppe schnell zu dem Schluss kommt, dass sich in ihrer Mitte ein Betrüger befinden muss. Wer hat ihrem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gezogen und wie ist es ihm gelungen, sie alle zu täuschen?

Es ist einfach äußerst erfrischend, wie hier aus der typischen Ausgangslage etwas ganz anderes gemacht wurde. Es spinnt sich eine Art Locked-Room-Mystery, die wirklich fesselnd erzählt ist, wo der Verdachtsmoment hin und her wandert, Gedankenspiele gemacht werden und der Zuschauer zum Miträtseln animiert wird. Ich mag auch, wie sich der Anime über die gesamte Laufzeit auf diese eine Sache konzentriert, wohingegen man anfangs davon ausgeht, dass die Sache schnell abgehakt ist. Es ist erstaunlich, wie viel aus der Situation herausgeholt wird, wie dicht die Atmosphäre ist und wie durch die Eingrenzung jeder der Helden etwas mehr Farbe bekommt. Das dient wiederum einem selbst für die Strichliste, die sich vor dem inneren Auge aufbaut. Ein wirklich außergewöhnliches Konzept.

fallenshadow schreit Einspruch! in Ace Attorney

© CAPCOM Co., LTD.

Es liegt zehn Jahre zurück, dass die Spielereihe Ace Attorney 2006 mit Phoenix Wright: Ace Attorney für den Nintendo DS in Deutschland gestartet ist. Für mich war es damals Liebe auf den ersten Blick. Daher blieben später auch der zweite und vierte Teil nicht von mir verschont, während die restlichen Ableger noch auf meiner To-Play-Liste stehen. Speziell Protagonist Phoenix Wright mit seiner auffälligen »Igelfrisur«, der als Verteidiger die kuriosesten Klienten in den ausweglosesten Fällen vor Gericht vertreten muss, wächst einem sofort ans Herz. Umso zurückhaltender war ich im vierten Teil, als er durch den Protagonisten Apollo ersetzt wurde; aber auch dieser konnte mich von Fall zu Fall mehr überzeugen.

In den einzelnen Spielen schlüpft man stets in die Rolle eines Anwalts – am prominentesten ist dabei Phoenix Wright – und muss im Laufe des Games eine Handvoll von Mordfällen aufklären, bei denen man den vermuteten Mörder vor Gericht vertritt. Dabei teilt sich das Gameplay auf zwei Hauptkomponenten auf: Detektivarbeit und die Verteidigung vor Gericht. Bei Ersterem gilt es, Tatorte zu besichtigen, Zeugen zu befragen, Hinweise zu sammeln und unliebsame Hindernisse zu überwinden. Dabei steht einem nicht jede Person und jeder Ort stets zur Verfügung, sondern man muss sich doch schon öfters suchend durch die Bildschirme klicken, um herauszufinden, wo genau die Story denn nun weitergeht und wo man eventuell ein wichtiges Indiz übersehen hat. Manchmal hilft es, sich in seine Anwaltskanzlei zurückzuziehen, um mit seinem Partner die aktuelle Lage zu besprechen. Nicht jeder Zeuge ist zudem freiwillig gesprächig, sondern man muss schlimmstenfalls mit unliebsamen Beweisen die Wahrheit herauspressen, um alle Geheimnisse zu lüften und letztendlich das Mysterium, wer denn nun tatsächlich den Mord begangen hat, ans Tageslicht zu führen.

Wichtig bei dieser Art von Rätselspielen ist auch die Verteidigung vor Gericht, wo es vor allem gilt, im Verhör Widersprüche aufzudecken, bei Aussagen nachzuhaken und so weitere Informationen zu erhalten, um entweder die Gerichtsverhandlung zu verlängern, zu vertagen oder letztendlich gar den ersehnten Freispruch zu erwirken. Aber Achtung! Wenn man sich vor Gericht zu oft zu blöd anstellt, indem man mit den falschen Beweisen Zeugen attackiert, kann es sehr schnell passieren, dass der Richter den Klienten schuldig spricht.

Nelli staunte nicht schlecht über die Auflösung in The Perfect Insider

Subete ga F ni Naru: The Perfect Insider
Subete ga F ni Naru: The Perfect Insider

In The Perfect Insider folgen wir dem äußerst intelligenten Architektur-Professor Sohei Saikawa und seiner scharfsinnigen Studentin Moe Nishinosono, wie sie den Mord an dem Programmier-Genie Shiki Magata aufzuklären versuchen. Diese soll im Alter von 14 Jahren ihre Eltern umgebracht haben und lebt seitdem auf einer Insel in einem Forschungszentrum abgeschottet von der Welt. Der einzige Kontakt zu ihr blieb über Computer bestehen.

Saikawa und Nishinosono begeben sich ursprünglich auf die Insel, um dort eine Gelegenheit zu erhaschen, das isolierte Genie persönlich zu treffen. Doch sie sind zu spät: Die junge Frau wurde getötet. Die Besucher wie auch das Forschungsteam sind fassungslos, als ihnen Magata in einem Brautkleid, arm- und beinamputiert und auf einem Wagen drapiert entgegenrollt. Dieser Mord, wirft viele Fragen auf, und so beginnt das Rätsel raten für alle Anwesenden. Wir haben einen Mord in einem verschlossenen Zimmer, welches das Opfer seit Jahren nicht verlassen hat. Der Täter entkam in einem Moment der Unachtsamkeit und verübt nur kurze Zeit später einen weiteren Mord. Alles führt zurück in Magatas Vergangenheit mit 14 Jahren. Alles führt hinein in die Gedankenwelt eines Genies, dessen Denkweise kaum nachvollziehbar ist. Der Schlüssel zu allen Antworten ist das größte Mysterium: »Alles wird F.«

Man kann ein bis drei Folgen für einen Fall brauchen (siehe Detektiv Conan), aber auch ganze elf Episoden damit füllen. Das wirkt vielleicht etwas langatmig, aber die Zeit allein für das Tüfteln ist realistisch gesehen sicher gerechtfertigt. Das Charakter-Design von Inio Asano bewog mich dazu, den Anime zu sehen, da ich Detektiv-Serien aufgrund des immer wieder gleichen Schemas nicht mehr so viel abgewinnen kann. The Perfect Insider überraschte mich sehr mit der Auflösung des Mordes. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir die Art und Weise, unserer drei Super Brains zu denken und die Welt zu sehen, reichlich fernliegt.

Nachdem wir euch also einige Hinweise verraten haben, müsst ihr für uns aufdecken: Welches ist euer Meisterwerk der Rätselspiele, Knobelwelten und Beautiful Minds? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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