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Hibi Chouchou – zwei schüchterne Seelen möchten zueinander finden

Suu Morishitas erste längere Manga-Serie Hibi Chouchou hat in Japan bereits die Herzen der Shojo-Fans gewonnen. Das Werk startete 2012 in Shueishas Bessatsu Margaret und findet mit Band 12 seinen Abschluss. Im Juli erschien zuletzt die elfte Ausgabe. Wir warfen einen Blick in den Startband und verraten euch, womit Hibi Chouchou aufwartet.

Suiren ist ein süßes und überaus ruhiges Mädchen, das ihren ersten Tag auf der Highschool erlebt. Wie allzu oft schwärmt die gesamte Schule von ihr – das betrifft Jungs und Mädchen gleichermaßen. Doch es gibt einen Schüler, Kouha Kawasumi, dessen Augen nicht auf Suiren gerichtet sind. Ausgerechnet dieser legt sich mit einem Klassenkameraden an, der Suirens Tasche nicht wieder hergeben möchte. Aufgrund dessen drängen mehrere Schüler den Jungen in der Pause in die Enge, was Suiren mitbekommt. Doch Kouha, der Kampfsport beherrscht, ist der Situation gewachsen. Wie dem auch sei, seit diesem Tag fühlt sich die schüchterne Suiren zu dem ebenfalls zurückhaltenden Jungen, dem es schwerfällt, Gespräche mit Mädchen zu führen, hingezogen …

Das Hauptpärchen ist mal etwas anders konzipiert als bei der üblichen Shojo-Kost. Wir haben hier mit Suiren und Kouha zwei sehr schüchterne Charaktertypen, wodurch die Romanze langsam in Gang kommt, was jedoch verständlich erscheint, da keiner von beiden den ersten Schritt machen würde. Dieser verzögerte Fortschritt ist zwar für Shojo-Mangas nichts Neues, aber in vielen Storys wird es oftmals komplizierter gemacht, als es ist. Der Leser erlebt die zwei im normalen Alltag (in der Schule sowie auf Ausflügen). Suiren und Kouha gleichen sich in dem Punkt, dass sie an ihrer Schule beliebt sind – erstere sogar bei beiden Geschlechtern. Diese Aufmerksamkeit mögen beide nicht. Im Startband taucht auch schon eine selbstbewusste Liebesrivalin für Suiren auf, wodurch das Mädchen einen kleinen Prozess macht. Auf der ganzen Schule ist Suiren dafür bekannt, dass sie kaum ein Wort redet. Mit Kouha spricht das Mädchen allerdings erstmals, und der Junge beginnt, die Situation zu hinterfragen.

Da sich keiner der beiden in irgendeiner Form in den Mittelpunkt drängt, erwarten dem Leser kaum humorvolle Situationen – zumindest nicht zwischen den zweien. Für diese sorgen allerdings im kleinen Maße Nebencharaktere. Langeweile kommt in der Handlung meiner Meinung nach nicht auf. Wer Titel von Mika Yamamori und Io Sakisaka mag, der dürfte auch Gefallen an Hibi Chouchou finden. Wo ich Yamamori-sensei gerade erwähne, es existieren in Japan zwei Crossover-Oneshots Hibi Chouchou x Hirunaka no Ryuusei, die jeweils aus der Feder der beiden Mangakas stammen.

Morishita-sensei gelingt es, die Gedankengänge der Protagonisten emotional hervorzuheben, dies in Wort und Bild. Die Seiten kommen manchmal sogar ohne Dialoge aus, was bei zwei ungesprächigen Hauptfiguren durchaus Sinn ergibt, wo dann die Zeichnungen für sich sprechen. Das Artwork charakterisiert eine sehr feine Linienführung. Besonders attraktiv schauen Morishita-senseis Augen der weiblichen Figuren aus. In der Kleidung und den Haaren setzte die Mangaka allerdings kaum Akzente, hier fehlt mir vielleicht an manch einer Stelle ein bisschen mehr Schattierung beziehungsweise ein paar Lichteffekte. Dennoch besitzt ihr Charakterdesign großen Wiedererkennungswert.

Eine romantische Alltagsgeschichte von zwei schüchternen Protagonisten – so könnte man Hibi Chouchou in Kurzform beschreiben. Allein diese Konstellation lässt das Werk aus der Masse hervorstechen. Denn nur die wenigsten Shojo-Titel beschreiben eine angehende Romanze zwischen zwei überaus zurückhaltenden Charakteren. Die Beziehung schreitet dadurch natürlich langsam voran, jedoch ist bereits im Startband eine Entwicklung seitens Suiren und Kouha zu erkennen. Wer realistische Romanzen wie Blue Spring Ride oder Daytime Shooting Star mag, der dürfte auch mit Hibi Chouchou einen Treffer landen. Bleibt zu hoffen, dass es die zwölfbändige Serie in den deutschsprachigen Raum schafft.

Hibi Chouchou, Band 1 © 2012 Suu Morishita/Shueisha

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