Toriko – Top 10 Kämpfe im Gourmet-Manga (Teil 2)

Nach dem ersten Teil folgen nun anlässlich des Finales von Mitsutoshi Shimabukuros Shonen Jump-Manga Toriko die Top 5 Kämpfe aus fast 400 Kapiteln.

Achtung! Wer weiterlesen möchte, sollte sich der massiven Spoiler im Klaren sein.

Seit 19. Mai 2008 lief Mitsutoshi Shimabukuros Shonen-Reihe Toriko in Shueishas populärem Magazin Shonen Jump. Am 21. November erschien nun das 396. und damit letzte Kapitel. Passend dazu beleuchtet dieser Artikel die Top 10 Kämpfe im Gourmet-Manga. Nachdem im ersten Teil die Plätze 10 bis 6 vorgestellt wurden, folgen nun die fünf besten Toriko-Kämpfe.

5. Toriko und Co. gegen Akazie/Neo
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TORIKO © 2016 Mitsutoshi Shimabukuro, Shueisha Inc.

Es hätte der Kampf der Kämpfe werden sollen, doch vermindertes Storytelling hat die Atmosphäre vollkommen in den Sand gesetzt.

Jeder Shonen/Action-Manga braucht einen Finalboss. Je dramatischer sein Auftritt, umso besser für den Spannungsaufbau. Mitsutoshi Shimabukuro hat sich hierfür mit Akazie eigentlich den perfekten Kandidaten ausgesucht. Schließlich ist der tot geglaubte Mann in der Welt von Toriko eine wahre Legende und ein Wohltäter. Erst durch ihn ist das Gourmet-Zeitalter gestartet, Akazie hat vor Jahrhunderten mit einer einzigen Speise Frieden über die Welt gebracht, und sein Menü bildet das Ziel vieler Delikatessenjäger.

In der Gourmetwelt müssen unsere Helden jedoch die Wahrheit hinter dem ultimativen Ziel der Organisation NEO und Akazies Verbleib erfahren. In dessen Körper haust nämlich der gleichnamige Appetitdämon Neo, der von einem verheerenden Hunger geplagt wird. Diese Zerstörungskraft gilt es zu versiegeln. Der Sieg über Akazie beziehungsweise, um exakter zu sein, Neo ist das große Endziel des Manga. Auf dem Weg dorthin verlieren viele Charaktere ihr Leben oder werden schwer verletzt.

Die Handlung wird von einem unausgeglichenen, viel zu hastigen Erzählrhythmus gestört. Je näher der Höhepunkt kommt, umso mehr Personen werden in den Hintergrund der Vergessenheit gerückt. Die Komplexität geht damit vollkommen verloren – und letztendlich langweilt der repetitive Kampf zwischen Akazie/Neo und Toriko nur noch.

Dennoch führe ich die Auseinandersetzung in diesem Ranking an fünfter Stelle an. Die Umsetzung mag ihre Schwächen haben, doch das ursprünglich geplante Potential lässt sich dennoch erkennen. Schließlich zog sich dieser angestrebte Finalboss – im Nachhinein betrachtet – schon seit vielen Kapiteln als versteckter roter Faden durch die Handlung. Hätte sich Mitsutoshi Shimabukuro tatsächlich Zeit und Platz genommen – beziehungsweise hätte Shueisha dies gegeben – wäre aus dieser mehrschichtigen Konfrontation sicherlich ein wahrer Lese-Epos geworden.

4. Sunny gegen Tummy Rott
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TORIKO © 2013 Mitsutoshi Shimabukuro, Shueisha Inc.

Dass Delikatessenjäger Sunny nicht nur auf Ästhetik und Harmonie achtet, sondern auch unglaublich einschüchternd stark sein kann, demonstriert er mit seinem Satanshaar gegen Tummy Rott.

Jeder der vier Delikatessenjäger-Könige hat so seine Besonderheiten und Stärken. Besonders Sunny schafft es, mit den Tastsensoren in seinen steuerbaren Haaren hervorzustechen – und natürlich mit seiner etwas feminin angehauchten Art. So liebt der Jüngste der vier Adoptivbrüder Schönheit und Eleganz. Eklige Insekten, wie sie Vize-Chefkoch Tummy Rott vom Gourmet-Bund in seinem Körper beherbergt, gehören da definitiv nicht dazu.

In den Bänden 25 und 26 treffen diese beiden Gegensätze aufeinander. Der Kampf erstreckt sich gerade einmal über vier Kapitel, gehört aber zu den intensivsten Duellen des Manga. Dem Zeichner gelingt es, beiden Figuren, speziell Sunny, eine neue Note zu verleihen. Wegen seiner Pingeligkeit mag der Delikatessenjäger oft für humorvolle Momente herhalten, doch hier zeigt sich Sunny von seiner ernsten, düsteren Seite. Man merkt, dass auch in seiner Brust das Herz eines ehrenhaften Kämpfers schlägt. Zusätzlich bekommt der Leser erstmals sein alles verschlingendes Satanshaar zu Gesicht.

3. Toriko, Coco und Komatsu gegen Livebearer
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TORIKO © 2012 Mitsutoshi Shimabukuro, Shueisha Inc.

Beim Glücksspiel kommt es nicht immer aufs Glück an, sondern auf die richtigen Freunde an der Seite und einen guten Magen.

In der Welt von Toriko hat wirklich alles mit Essen zu tun – auch Glücksspiel in Casinos, wie der Handlungsbogen rund um den Meteor-Knoblauch untermauert. Dieser startet in Band 18, und für die Mission holt sich Toriko neben seinem Kombi-Partner Komatsu zusätzliche Unterstützung von Coco. Dessen übermenschliche Sehkraft und strategisches Genie sind auch dringend vonnöten, um gegen Livebearer zu bestehen. Dieser betreibt nämlich nicht nur das Gourmet-Casino, sondern ist auch noch Boss des Küchenuntergrunds – ein sehr zwielichtiger Typ.

Um den Meteor-Knoblauch zu bekommen, müssen sich unsere Freunde mit Livebearer messen – und zwar am Spieltisch bei einer Runde Gourmet-Memory. Hört sich simpel an, gestaltet sich aber als wirklich nervenaufreibende Partie. Es geht nämlich weniger ums Erraten der richtigen Karten, sondern um die Reihenfolge der Paare. Zusätzlich müssen Zutaten in einem entsprechenden Zeitlimit erlegt und zubereitet werden. Zuletzt gilt es vor allem, die Fähigkeiten und Denkweise des Gegners zu durchschauen. Noch nie war eine Runde Memory so spannend.

2. Ichiryû gegen Midora
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TORIKO © 2014 Mitsutoshi Shimabukuro, Shueisha Inc.

Ein unausweichlicher Kampf zwischen Brüdern beendet eine glorreiche Ära.

Auf der letzten Seite von Band 19 bekommt man erstmals Midoras Gesicht im Detail zu sehen. Andere Informationen zum Boss des Gourmet-Bunds durfte man schon zuvor erhaschen. Ein Mann, dem selbst die legendäre Jahrhundertsuppe nicht das kleinste Lächeln über die Lippen zaubert, ist wahrlich eine Person zum Fürchten. Bei der folgenden Begegnung mit IGO-Vorsitzenden Ichiryû herrscht zwischen den Adoptivbrüdern dicke Luft. Dabei waren beide einst Lehrlinge des legendären Delikatessenjägers Akazie.

Eine Konfrontation zwischen diesen Größen der Gourmet-Ära ist unausweichlich und der Ausgang fatal für die Welt. Leser finden die Auseinandersetzung in den Bänden 28 und 29. Es ist ein harter Schlagabtausch, bei welchem die beiden ihre besonderen Fähigkeiten enthüllen – und diese haben es in sich. Mit Minority World kann Ichiryû wortwörtlich physikalische Gesetze außer Kraft setzen beziehungsweise ins Gegenteil kehren. In dem dadurch erzeugten Raum regiert nämlich die Entscheidung der Minderheit unter den Partikeln.

Midoras Hungry Space ist dagegen direkter. Mit seiner weit ausstreckbaren Zunge kann Midora nicht nur alles verschlingen, sondern auch ein Vakuum erzeugen. Dieses ist für Gegner höchst gefährlich. Ichiryû wird während des Kampfes selbst Opfer davon – und das ist kein schöner Anblick. Ein emotionaler Rückblick auf ihre gemeinsame Vergangenheit unter Akazie und speziell Frohze sowie ein überraschender Ausgang runden das Geschehen ab.

1. Die Vier Könige gegen das Viertier
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TORIKO © 2013 Mitsutoshi Shimabukuro, Shueisha Inc.

Die Vier Könige sind erstmals gegen einen gemeinsamen Feind vereint, der die gesamte Menschenwelt zerstören könnte.

Nacheinander stellt Mitsutoshi Shimabukuro die Vier Könige unter den Delikatessenjägern vor: Toriko, Coco, Sunny und Zebra. Während die Handlung aus der Sicht von Toriko und Komatsu erzählt wird, tun sich die beiden immer mal wieder mit den anderen für eine Mission zusammen. Erstmals alle Vier Könige auf einem Fleck sieht man bei der Jagd nach dem Damenfisch in Band 20. Das ist aber gerade mal ein humorvolles Kurzabenteuer mit einer Länge von zwei Kapiteln.

Die wirkliche Bewährungsprobe findet zwei/drei Bände später statt, als die vier Schützlinge vom IGO-Vorsitzenden Ichiryû eine wichtige Aufgabe bekommen. Gemeinsam sollen sie das Viertier erledigen, was anfangs fälschlicherweise als vier separate Bestien interpretiert wird. Doch erst einmal der wahren Quelle der Zerstörung gegenüber müssen Toriko und Co. bis an ihre Grenzen gehen – und scheitern dennoch. Jeweils allein können ihre Attacken nichts gegen so einen gewaltigen Gegner ausrichten. Doch ein Trumpf aus beinah vergessener Zeit könnte die Situation doch noch zu ihren Gunsten kippen.

In einem einzigen Kampf sieht man alle Könige inklusive ihren Begleittieren Frottee, Kiss und Queen im Einsatz. Sie verwenden ihre charakteristischen Sinnesfähigkeiten, und Mitsutoshi Shimabukuro baut zudem ihre Appetitdämonen grafisch ein. Zusätzlich müssen unsere Helden vor Ort unter immensen Zeitdruck eine neue Attacke erstmals ausführen, da alle anderen Optionen gescheitert sind. Bei so einer spannungsvollen und vielschichtigen Darbietung verdient der Kampf gegen das Viertier meiner Ansicht nach Platz 1 in diesem Ranking.

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