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»Seven Days Perfect Edition« Band 1 – Manga-Test

Fünf Jahre nach der deutschen Erstveröffentlichung von Venio Tachibanas und Rihito Takarais zweibändiger Boys-Love-Reihe Seven Days erscheint bei TOKYOPOP seit Juni 2015 das Perfect Edition-Reboot des Titels im Hardcover. Der zweite und letzte Band der Reihe wird im Oktober 2015 veröffentlicht. Was die Neuauflage für euch bereithält und worum es in der Geschichte überhaupt geht, erfahrt ihr jetzt.

Yuzuru Shino aus dem dritten Jahr der Mittelstufe (entspricht unserer 12. Klasse) ist aufgrund seiner perfekten Kyudo Haltung (japanisches Bogenschießen) bei den Frauen sehr beliebt. Doch sobald er eine Beziehung eingeht, beendet sein Gegenüber schon bald enttäuscht die Verbindung, da er nicht so war wie erwartet. Von seinen Freunden deswegen getriezt setzt Yuzuru sich allein vor’s Schultor, um auf die georderte Pausen-Pizza zu warten.

Dort leistet ihm unerwarteterweise Seryo Toji aus dem ersten Jahr (10. Klasse) Gesellschaft, der ebenfalls in der Kyudo-AG ist. Bei dem Schwarzhaarigen ist die Beziehungslage jedoch genau umgekehrt. Jeden Montag geht Toji mit der Person, die ihn zuerst fragt, eine Beziehung ein. Das Ganze hält dann jedoch nur eine Woche an, bis er es aufgrund von mangelnden Gefühlen wieder konsequent beendet. Mitten im Gespräch wundert sich der Ältere, wie es wohl wäre, mit seinem Gegenüber eine Beziehung zu führen. Doch was für Konsequenzen es hat, diese Worte tatsächlich auszusprechen, hätte er sicher nie erwartet …

Die Story aus der Hand von Venio Tachibana ist für mich einer der inhaltlich schönsten und emotionalsten Boys-Love-Titel auf dem deutschen Markt. Obwohl die Serie nur zwei Bände umfasst, ist ein unglaublich detailgetreuer Tiefgang der Charaktere zu verfolgen. Hier geht es nicht darum, die Jungen möglichst schnell in die Kiste hüpfen zu lassen, sondern darum, dass sie ihre eigenen Gefühle ergründen. Ob es jedoch wirklich möglich ist, binnen sieben Tagen zu erkennen, ob man die Liebe seines Lebens vor sich hat, mag man anzweifeln.

Rihito Takarais Zeichenstil ist sehr detailgetreu und gefällt mir daher sehr gut. Die spitze Art, ihre Charaktere zu zeichnen passt gut mit den eingesetzten Hintergründen und Rasterfolien zusammen. Man erkennt jedoch, dass Seven Days das älteste Werk auf dem deutschen Markt ist – spätere Reihen wie Only the Flower knows (mit drei Bänden abgeschlossen, erschien 2012 bei TOKYOPOP) und Ten Count verbessern sich in der Qualität nochmals stark. Hintergründe, die in vielen Mangas oft Mangelware sind, werden hier immer eingesetzt, wenn gerade nicht eine Charakterkonversation im Vordergrund steht. Dadurch kann man sich gut auf die emotionalen Elemente konzentrieren, beziehungsweise schnell weiterlesen, was die entsprechende Antwort ist, und danach die Umgebung bewundern.

Unterschied Erstveröffentlichung vs. Perfect Edition

Die Doppelbände von Seven Days erschienen Ende 2010 bereits bei TOKYOPOP. Damals waren es noch normal broschierte Taschenbücher im typischen 12.5 x 1.5 x 18.6 cm Format des Verlags für 6.95€. Im Juni dieses Jahres erschien nun der erste Band der Perfect Edition im 14.95€ teuren Hardcover und mit den Maßen 15.4 x 1.8 x 22 cm. Das Volumen ist mit 164 Seiten exakt gleich geblieben. Zusätzliche Goodies, wie zum Beispiel den Sticker von Des Teufels Geheimnis Perfect Edition, sucht man hier vergebens. Das einzige Zusatzfeature ist ein farbig abgedrucktes Kapitelbild am Anfang des Bandes, die enthaltene Farbseite war im Taschenbuch bereits genauso enthalten.

Ähnlich wie bei anderen Perfect Editions von TOKYOPOP stellt sich auch hier für Besitzer der Erstausgabe die Frage, ob man den Neukauf wirklich braucht. Die Antwort darauf ist wiederum: Nein, wenn man nach mehr Inhalten, anderen Farbseiten oder zusätzlichen Goodies sucht. Ja, wenn einem das Handling eines Hardcovers sehr viel besser gefällt oder man als Hardcorefan alle Varianten besitzen möchte. Einen tatsächlichen inhaltlichen Mehrwert bietet der Band für Besitzer der damaligen Ausgaben jedoch nicht. Für alle Neulinge der Reihe empfiehlt sich der Kauf auf jeden Fall. Das emotionale und grafische Level, auf dem die Senseis arbeiten, ist wunderschön zu lesen.

Wir bedanken uns bei TOKYOPOP für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars für Seven Days Perfect Edition Band 1.

Details

Titel: Seven Days – Perfect Edition Vol. 1
Originaltitel: セブンデイズ (seven days)
Mangaka: Venio Tachibana (Story), Rihito Takarai (Zeichnung)
Publisher: Taiyo Tosho (JP), TOKYOPOP (DE)
Erscheinungjahr: September (JP), Juni 2015 (DE)
Genre: Boys Love, Romance, Slice-of-Life
Maße: 15.4 x 1.8 x 22 cm, 789 g, 164 Seiten
FSK: 15+
Preis: 14,95€
ISBN: 978-3-8420-1321-6
Bestellen: [amazon text=ASIN 3842013213&chan=animey&asin=3842013213]

SEVEN DAYS FRIDAY → SUNDAY© 2009 Venio Tachibana / Rihito Takarai
© TOKYOPOP GmbH, Hamburg 2015

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