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»Heimliche Blicke« Band 12 – Manga-Test

Seit 5. Februar liegt der zwölfte und somit vorletzte Band von Wakoh Honnas Erotik-Manga Heimliche Blicke vor. Das Finale, was am 2. April veröffentlicht wird, ist zum Greifen nah. Für Liebhaber von E-Mangas gibt es zudem eine freudige Veränderung bei Kazé. Seit 12. März können alle bisher erschienenen Teile auch in digitaler Form gekauft werden (wir berichteten). Neben Heimliche Blicke sind aktuell noch vier weitere Titel betroffen. Für kommende Volumes bedeutet dies, dass die E-Book-Variante zeitlich parallel zur Printversion herauskommt. Im elften Band verschwand Emiru – zum Glück aber nicht spurlos. Ein Hinweis führte Tatsuhiko zu ihrer langjährigen Freundin Saki. Ob sie ihm weiterhelfen kann? In der Zwischenzeit ist Emiru zuhause angekommen, und der Leser erfährt von ihrer Vergangenheit.

Das Rad der Zeit wird zurückgedreht. Die Oberschülerin Emiru, damals noch mit zwei süßen Pferdeschwänzen, führt ein glückliches Leben im Schoße ihrer Familie, auch wenn ihre Stiefmutter sie oft kritisiert und den in die Ehe mitgebrachten Sohn Tomoya gerne in den Himmel lobt. Emiru verehrt und liebt ihren älteren Bruder, mit dem sie einst die Regel aufstellte, sich besser zu verstehen als richtige Geschwister. Die Jugendliche freut sich aus tiefstem Herzen, als sie erfährt, dass Tomoya seine Freundin Tsugumi heiraten möchte, welche für die Schülerin bereits wie eine große Schwester geworden ist.

Emiru hat ein Alter erreicht, in dem sie sich verstärkt für Sex zu interessieren beginnt. Die Neugierde wird zusätzlich entfacht, als Emiru aus Versehen Tomoya und Tsugumi beim Liebesakt ertappt. Das heimliche Bespannen erweckt in Emiru den Wunsch, den eigenen Körper zu erforschen. Tomoya sieht in ihr dagegen immer noch das unschuldige Mädchen von ihrer ersten Begegnung Jahre zuvor. Beide müssen lernen, dass sie trotz ihrer Bemühungen, gute Geschwister zu sein, vom jeweils anderen nicht das wahre Gesicht kennen – zu einem hohen Preis.

Das letzte Puzzlestück zum Mysterium Emiru ist gefunden. Mit jeder Seite lüftet sich der Nebel. Wir erkennen, was für ein Mensch sie einst war und wie die Studentin Schritt für Schritt zu der Frau wurde, die unseren Protagonisten im ersten Band von Heimliche Blicke – lang scheint es her – schamlose Spanner-Regeln aufzwang. Natürlich kann es nicht anders sein, als dass in diesem Veränderungsprozess von der lieben, naiven Oberschülerin hin zur pervers anmutenden Nachbarin ebenfalls Voyeurismus und ein Loch in der Wand essentielle Rollen zugeteilt bekommen. Ihre Familienverhältnisse werden näher beleuchtet. Auch Tsugumi, die sich Tatsuhiko als Emirus Schwester vorstellte und dahingehend eine merkwürdige Bemerkung fallen ließ, sowie die erst im letzten Band aufgetauchte Saki sind wichtige Bestandteile im alles erklärenden Rückblick. Die Schüsselfigur stellt Emirus Bruder Tomoya dar, dessen Verhalten starken Einfluss auf den Lebensweg seiner kleinen Schwester nimmt. Genaue Details werden von mir nicht verraten, sondern dem Interessierten überlassen, selbst nachzulesen.

Der Rückblick spielt kurz vorm Beginn von Heimliche Blicke. Trotz des kleinen Zeitfensters gelingt es Wakoh Honna, genug Nuancen im Aussehen und Auftreten der Charaktere einzubauen, um das jüngere Alter bei Emiru sowie Saki zu verdeutlichen. Besonders Frisur und Kleidungsstil spielen hier eine wesentliche Rolle. Speziell in Emirus Fall trägt auch die plötzliche äußerliche Veränderung im Laufe des Geschehens dazu bei, ihre seelische Unruhe und den dazugehörigen Wechsel im Wesen erkenntlich zu machen. Dabei ist Emiru als fröhliche, unbekümmerte Oberschülerin, die eine kindliche Freude an den Tag legt, ein durchaus positiver Anblick, der zum Schmunzeln anregt, wenn man sich ihr gegenwärtiges Ich in Erinnerung ruft. So ganz »unschuldig« war sie schon damals nicht. Gleichzeitig entwickelt man als Betrachter Mitgefühl mit ihr und der Situation, die Emiru ausgesetzt ist. Das Drama, welches sich mit jeder Seite mehr in den Vordergrund drängt, wird von einer düsteren Atmosphäre begleitet, die alle Beteiligten infiziert. Negative Gefühle brechen durch die Oberfläche und rufen böse Worte herbei, welche den Pfad für die letztendliche Story von Heimliche Blicke ebnen.

Der Augenblick ist gekommen, auf den alle Fans gewartet haben: Man erfährt, wie im letzten Band bereits angedeutet, endlich von Emirus Vergangenheit – und die hat es in sich. Hier sind Emotionen pur angesagt, und auch wenn es genug Nacktszenen gibt, um nicht zu vergessen, dass es sich immer noch um einen Erotik-Titel handelt, stehen doch die dramatischen Ereignisse im Mittelpunkt. Die Vorfreude und Neugierde sind groß, wie Wakoh Honna den finalen Band gestaltet. Danach heißt es für Fans zum Glück nur eine kurze Wartepause einzulegen. Im Herbst bringt Kazé mit Nozomi & Kimio nämlich Wakoh Honnas aktuelle Reihe heraus, die sich dem Ecchi-Genre verpflichtet (wir berichteten).

Wir bedanken uns bei Kazé für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Heimliche Blicke, Band 12.

Details

Titel: Heimliche Blicke, Band 12
Originaltitel: ノ・ゾ・キ・ア・ナ (Nozoki Ana), Vol. 12
Mangaka: Wakoh Honna
Erschienen am: 28.09.2012 (JP), 5.02.2015 (DE)
Verlag: Shogakukan (JP), Kazé Manga (DE)
Genre: Erotik, Comedy, Drama, Romance, Seinen
Altersempfehlung: ab 16
Preis: 6,95 Euro
Bestellen: [amazon text=ISBN-10: 288921494X&chan=animey&asin=288921494X]

Nozoki Ana © 2009 Wakoh Honna, Shogakukan
Heimliche Blicke © 2015 VIZ Media Switzerland SA

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