Warum »Dragon Ball Super« nach zehn Folgen etwas an Reiz verliert …

© Bird Studio / Shueisha ・Fuji TV ・ Toei Animation

Mittlerweile liefen zehn Folgen zu Dragonball Super im japanischen TV. Der Zuschauer wird auf die übliche Weise gut unterhalten und dennoch überzeugt die Serie in meinen Augen (zumindest bisher) nicht auf ganzer Linie. Warum das so ist, das werde ich in diesem Artikel passend zu unserem Themenmonat erläutern.

Zum Handlungsverlauf schreibe ich an dieser Stelle nichts weiter, da es deutsche Fans, die Dragonball Z: Kampf der Götter noch nicht gesehen haben, welcher seit Ende August hierzulande im Handel ist, nur spoilern würde. Auf den Inhalt der ersten vier Folgen bin ich bereits eingegangen (siehe Artikel [1] [2]). Nur soviel: Der Zuschauer erhält in den aktuellen Ereignissen im Wesentlichen eine Neuinterpretation der Story von Dragonball Z: Kampf der Götter.

Was ist damit gemeint? Im Grunde bekommen wir eine gestreckte Variante, in der die Settings ein wenig verändert sowie weitere Szenen inkludiert wurden. Selbst die Slapstick-Einlagen setzen in jenen Momenten ein, wie im Film. Wenngleich diese teilweise ein wenig umgestaltet aber auch manchmal 1:1 übernommen wurden. Dennoch haben diese witzigen Situationen eine abgeflachte Wirkung, da der Zuschauer nicht mit unvorhergesehenem Slapstick konfrontiert wird, sondern genau weiß, wann dieser einsetzt – zumindest wenn er Kampf der Götter kennt.

Dabei handelt es sich um einen relativ neuen beziehungsweise frischen Film. Für mich geht an Dragonball Super aktuell der Reiz verloren, weil ich die Ereignisse vorhersehen kann. Inzwischen ziehe ich die Filminterpretation vor, wenngleich die neue Darstellung in Super auf wenigen Ebenen aufschlussreicher gestaltet wurde. Im Großen und Ganzen strecken die meisten Szenenergänzungen jedoch nur das Geschehen. Das Serieformat zeigt inzwischen die üblichen Schwächen: Gewisse Momente werden einfach sinnlos in die Länge gezogen (beispielsweise die Verwandlung zum Super Saiyajin God in Episode 9).

Bei 100 geplanten Folgen würde es mich nicht wundern, wenn Super ebenso Fukkatsu no F neu interpretiert (Spoiler: damit Vegeta seinen Machtprozess vollzieht) und entweder nach dem Beerus-Arc oder zum Abschluss der Serie mit etwas völlig Neuem aufwartet. Eine noch unbekannte Figur enthüllten die Macher immerhin bereits auf dem Key Visual. Ist sicherlich Zukunftsbrei, aber sollte das der Fall sein, dann verliert Dragonball Super an Relevanz. Die Serie besitzt bis dato keine eigene Note – diese fehlt mir, das Mitfiebern bleibt momentan noch aus. Da kam selbst Dragonball GT mit einem gewissen eigenen Charm daher. Super ist vom Konzept bisher trotz der Abweichungen mehr oder weniger eine Kopie von einem grandiosen Film aus dem Jahr 2013. Für eine Neuinterpretation kommt die Serie in meinen Augen viel zu früh beziehungsweise man hätte es vielleicht ganz lassen sollen. Versteht mich nicht falsch, das Zusammenspiel der Charaktere weiß in Dragonball Super durchaus zu unterhalten und das Kämpfen steht, wie im Movie, nicht im Vordergrund. Alles schön und gut, jedoch mag das bisherige Storykonzept der Serie lediglich für Zuschauer spannend sein, die Dragonball Z: Kampf der Götter noch nicht gesehen haben.

Ein weiteres negatives Manko, welches das Serieformat mit sich bringt, ist die schwankende Qualität der Animation: ob nun das manchmal auftretende dezente Charakterdesign, wechselnde Outline-Stärken oder Bildschärfe. Über die Gründe solcher Differenzen haben wir bereits berichtet. Die Animation allein wäre für mich allerdings kein Grund, die Serie abzusetzen, solange die Handlung begeistert. Das ist bei Dragonball Super jedoch bis dato nicht auf ganzer Ebene der Fall. Die Spannung wird bei mir aktuell gedämmt. Noch sind Hopfen und Malz aber denke ich nicht verloren …

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