Weihnachts-Special: Geschichten aus dem Nähkästchen

Manga, Anime und Japan begleiten uns auch in der langen Weihnachtszeit. Wir haben festgestellt, dass es da so manche erinnerungswürdige Geschichten von Weihnachten zu erzählen gibt!

Die einen Eltern sind so streng, dass sie im Leben keine Anime-Geschenke machen würden. Andere sind geradezu gechillt und du kannst dein Glück kaum fassen. Und der ein oder andere hatte auch schon die Gelegenheit, Weihnachten in Japan zu verbringen. Witzige, enttäuschende, kuriose oder auch zum heulen schöne Erinnerungen – wir erzählen euch unsere Anekdoten, die wir mit Weihnachten verbinden.

 

Den Wichtel biegen wir uns zurecht! ~ Nelli
Card Captor Sakura 2
© Sumikai

Ab September 2000 erschien die Serie Card Captor Sakura bei Feest Manga (EMA). Zu der Zeit war ich gerade in der vierten Klasse und hatte noch so gut wie kein Taschengeld (0,50 DM/Woche?). Den ersten Band von CLAMPs Serie (der erste Manga in meinem Besitz) haben wir unserer Mutter aus dem Kreuz geleiert. Band 2 erschien im November.

Passenderweise wurde damals in unserer Schulklasse noch gewichtelt. Und noch viel besser: Eine meiner Freundinnen steckte mir, dass sie mein Wichtel sei. Wichteln kennt man ja als Geschenkbrauch, bei dem der Wichtel i. d. R. alten Scheiß an den Beschenkten abtritt oder irgendwas anderes kauft, wofür das gute Geld viiiel zu schade ist. Daher habe ich meine Freundin so lange beschwatzt (“Card Captor Sakura! Und es muss unbedingt Band 2 sein! Nur 9,95 DM!”), bis sie mir den Manga besorgt hat. YEAH! <3

 

Uralt-Anime im weihnachtlichen TV-Programm ~ Nelli
Der Zauberer und die Banditen / Magic Boy DVD
© Sumikai

In der Vorweihnachtszeit kommen im Fernsehen immer besonders viele Märchen. Mein Vater hat die früher für mich auf VHS-Kassette aufgenommen (bevor ich sie mit endlos Pokémon-Staffeln überspielt habe). Nur was tun, wenn zwei Filme gleichzeitig laufen?

Damals (2000?) lief der Anime Der Zauberer und die Banditen (Magic Boy) im TV zeitgleich mit einem Märchen. Ich entschied mich das Märchen aufzunehmen und den Anime währenddessen zu gucken. Danach hätte ich mir in den Arsch beißen können. Ich habe den Anime (der erste in Deutschland ausgestrahlte Anime in Spielfilmlänge) Jahre lang im TV und Online gesucht. Mittlerweile findet man den ganz einfach im Netz. Aber als SchröderMedia den Film 2010 auf DVD rausbrachte, habe ich sofort zugeschlagen.

 

Pummeluff und nix anderes! ~ Nelli
Pummeluff Quaputzi Plüschtiere Pokemon
© Sumikai

Wisst ihr noch, wann die ersten Pokémon-Plüschtiere in Deutschland verkauft wurden? Na ja, jedenfalls war ich scharf auf mein Lieblingspokémon Pummeluff. Also habe ich meiner Mutter das Pokémon haarklein beschrieben. Natürlich hat sie es verwechselt und in meinem Nikolausstiefel saß schließlich ein Quaputzi. Auch süß, aber wer wollte denn damals ein Quaputzi? Ich also enttäuscht und quengelig.

Meine Mutter, Schwester und ich haben daraufhin die Stadt (Cottbus) nach Shops mit den Plüschtieren abgegrast, aber nirgendwo war das pummelige Tier aufzutreiben. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber anscheinend hatten wir wohl doch noch Glück. Denn irgendwie haben wir es bekommen. Ich also glücklich und zufrieden.

 

Ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk ~ Katara
Secret Anima: 2x1 Vol. 1 Anime
Secret Anima: 2×1 Vol. 1

Schon früh entdeckte ich meine Liebe zum Zeichentrick und später mit 15 auch zum Anime. Da wir nur einen Fernseher in der Wohnung hatten, bekamen meine Eltern immer mit, was ich so schaute. Besonders mochte ich nach einer Weile die Amine abends bei MTV. Einer meiner Lieblinge war dabei Golden Boy.

Meine Eltern wollten mir also eine Freude zu Weihnachten machen und einen Anime schenken, der dem von Golden Boy ähnelt. Durch Zufall entdeckten sie 2×1 und meinten, das Richtige gefunden zu haben. Also fand der Anime den Weg unter den Tannenbaum.

Meine erste Begeisterung wich allerdings, als ich ihn natürlich direkt spät abends an Heiligabend angeschaut habe. Während Golden Boy nur Andeutungen und Witz enthält, ging es bei 2×1 lauthals zur Sache. Lauthals ist hier wortwörtlich gemeint, denn das Stöhnen war zehnmal lauter als die kaum zu den Mundbewegungen passenden Gespräche. Dies beendete natürlich auch den Schlaf meiner Eltern, meines Bruders und bestimmt auch meiner Großeltern, die unter uns wohnten. Dieses einmalige Geschenk wird also bestimmt noch Jahre in wacher Erinnerung bleiben.

 

Erster eigener Laptop, yuhu! ~ Yuki

Zu Weihnachten – ich glaube, es war 2010 oder 2011 – bekam ich von meinem Vater meinen ersten eigenen Laptop geschenkt. An Heilig Abend wollte mir mein Vater gleich erklären, was er schon alles für mich installiert hat (damit ich den Laptop sofort nutzen kann). Als wir den Laptop dann hochgefahren haben, ploppte als Hintergrundbild ein richtig schönes Anime-/Manga-Bild auf, was ich noch nie zuvor gesehen hatte. Mein Vater sagte zu mir: “Das habe ich gefunden, als ich bei Google ‘Manga’ eingegeben habe”.

Leider konnte ich nie herausfinden, um was für eine Figur es sich handelt. Aber der Gedanke ist es, der zählt, und ich habe mich sehr gefreut.

 

Überraschung, Überraschung! ~ Yuki
© Sumikai

Wieder Weihnachten, wieder eine Story! An das genaue Jahr erinnere ich mich nicht mehr. Aber die Erinnerung kam hoch, als ich jene mit dem Laptop aufgeschrieben habe.

Es war vermutlich im Jahr 2010. Zu dritt, das heißt mein Vater, meine jüngere Schwester und ich, waren wir kurz vor Weihnachten im Hugendubel einkaufen. Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, dass ich vor dem Manga-Regal stand und Grimms Manga Band 1 und 2 in gebundener Ausgabe mit Schuber in die Hand nahm. Ich war sehr fasziniert davon, dass es Manga auch mit Hard Cover in einer so schönen Aufmachung gibt. Grimms Manga kannte ich bereits durch Freundinnen aus Schulzeiten, die mir die Manga damals ausgeliehen hatten. Jedenfalls stellte ich die Box zurück und wir gingen.

Dann, zu Heilig Abend, als ich das Geschenk entgegennahm, das mein Vater mir gekauft hatte, war ich sehr neugierig, denn ich wusste nicht was es sein konnte. Als ich es auspackte, kam der Schuber mit Grimms Manga Band 1 und 2 zum Vorschein. Also genau das, was ich wenige Tage zuvor in der Hand hielt – Überraschung gelungen!

 

KFC … ehrlich? – Das erste Weihnachten in Japan ~ Micha

Mein erstes Weihnachten in Japan, das erste von vielen. Ich hatte damals absolut keine Ahnung von dem Land und wunderte mich schon, wie seltsam meine Gastfamilie die typisch deutschen Gepflogenheiten ausgelegt hatte.

Nun war es der 24. Dezember und ich sollte japanische Bräuche zu Weihnachten kennenlernen, Kuchen kaufen, Lichter anschauen usw. Im Prinzip wie in Deutschland: Konsum pur. Allerdings wurde mir die ganze Zeit davon vorgeschwärmt, dass wir unbedingt noch eine Spezialität essen gehen werden. Spezialität in Japan bedeutete für mich: Fisch, teures Restaurant und ich wieder am schauen, wo ich etwas Vegetarisches herbekomme.

Stunden und etliche Einkaufszentren, Lichtermeere und allgemeine Reizüberflutung später – das Loch im Magen war mittlerweile so groß, dass ich mich nach einem Gemüsebeet sehnte – hieß es dann: “So, noch zwei Straßen weiter und wir sind da. Es gibt Essen.”

Und nach eben diesen zwei Straßen standen wir vor: einem KFC!

Einem Kentucky Fried Chicken, ekliges Hähnchenfleisch aus Massentierhaltung. (Ja, ich bin da ein wenig Öko eingestellt). So viel zum Thema “Wo ist der Gemüseladen?”. Was mich aber noch mehr erstaunte: Es war gerammelt voll. Jeder wollte unbedingt ein frittiertes Hähnchen haben, dazu Pommes mit Chilli. Für mich gab’s übrigens eine Menge Gelächter und wieder zu Hause angekommen einen Gemüseauflauf mit einer Schleife und ein sehr seltsam klingendes “O du fröhliche”, damit ich kein Heimweh habe.

Tja, andere Länder, andere Sitten, aber tatsächlich das schönste Weihnachten, das ich bis dahin hatte.

 

Es kommt nicht immer auf´s Geld an ~ Marcel
fate stay night blu-ray
Fate/stay night – Unlimited Blade Works © TYPE-MOON / Fate-UBW Project

Das musste ich am eigenen Leib erfahren! Ich bin einer dieser Menschen, denen es bei besonderen Anlässen extrem schwer fällt, das passende Geschenk zu finden. Häufig kreisen mir Fragen wie „Was mag diese Person?“, „Wird ihr das Geschenk gefallen?“ und „Reicht ein Gutschein von Amazon?“ durch den Kopf.

Doch bei diesem einen Freund hatte ich mal einen konkreten Plan. Er mag Anime, ich mag Anime – zack … Anime. Also habe ich 1, 2, 3, 4… Sparschweine geschlachtet und reichlich Geld für eine Blu-ray von Fate/Stay Night hingeblättert.

Mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht und voller Selbstvertrauen habe ich es eingepackt und später an ihn weitergegeben. Die Erwartungen meinerseits stiegen und stiegen und stiegen, doch Pustekuchen. Er hat den Anime schon 2x gesehen und sich sogar über ein kleines Stofftier mehr gefreut … Mist! Geld ist wohl wirklich nicht alles!

 

Shopping zu Jingle Bells – Weihnachten in Akihabara ~ Runeko & Azathoth

Während unseres Auslandsjahres in Japan hatten wir beschlossen, über Weihnachten und Neujahr nach Tokyo zu fahren. Am 23.12. ging es abends mit dem Fernbus los und am 24. erreichten wir in der Früh todmüde Tokyo. Untergekommen sind wir bei Freunden im Wohnheim, die wir dann erstmal erreichen mussten.

Vor Ort haben wir dann eine improvisierte “Weihnachtsparty” abgehalten – wenn man es denn so nennen wollte. Es gab Kartoffeln mit Pilzen. Ein Braten oder überhaupt irgendetwas Fleischiges waren nicht drin, weil unsere Freunde Veganer sind. Geschenke hatten wir auch nicht wirklich. Heiligabend konnte also kaum unheiliger sein als an diesem Abend.

Doch auch an den Weihnachtsfeiertagen kam nicht wirklich viel mehr Weihnachtsstimmung auf. Da wir schlecht die ganze Zeit im kleinen Wohnheim-Zimmer hocken konnten, wenn wir schon einmal in Tokyo waren, ging es auf nach Akihabara. Denn, wenn es keine Geschenke gibt, muss man sich halt selbst beschenken.

Allerdings mussten wir feststellen, dass es allgemein nicht wirklich viel Weihnachtsschmuck und Kitsch gibt wie bei uns in den Städten. Einzig und allein die sich ständig wiederholenden Weihnachtslieder in den Geschäften (meistens Jingle Bells) erinnerten abseits von Lichterketten an vereinzelten Stellen (die dort übrigens oftmals den ganzen Winter über erstrahlen) ein wenig daran, dass ja Weihnachten war. Ansonsten hätten wir das zwischenzeitlich fast vergessen … eine Menge Geschenke in Form von diversem Anime-Merch hatten wir zum Schluss trotzdem!

 

Und jetzt seid ihr gefragt: Erzählt uns von eurem Weihnachten in Verbindung mit Anime, Manga oder Japan! Wir sind gespannt.

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