»Shakugan no Shana X Eternal Song« – Manga-Test


Nachdem alle zehn Bände der Hauptserie von Shakugan no Shana hierzulande im Handel erhältlich sind, veröffentlicht Egmont Manga seit Juli das Prequel Shakugan no Shana X Eternal Song. Diese fünfteilige Manga-Reihe, die von Shii Kiya gezeichnet wird, adaptiert den Band X der Light-Novel. Dabei handelt es sich um eine Zusatzgeschichte, die Jahrhunderte vor den Ereignissen der Serie angesiedelt ist. Auch Fans des Animes sollten ein Auge auf den Manga werfen, schließlich wurde der Stoff bisher nicht aufgegriffen. Tatsächlich taucht unsere liebe Shana in dem Prequel gar nicht auf, sondern ihre Vorreiterin, jene Flame Haze, die den Epos der Kriegerin mit dem flammend roten Haar und den feurigen Augen begründet hat.

Seit jeher führen die Flame Haze und die Tomogara einen erbitterten Kampf. Tomogara stammen aus der Pupurwelt, einer unerreichbaren Parallelwelt. Sie verzerren die Daseinsenergie der Menschen und versuchen sich damit Stück für Stück im Diesseits zu manifestieren. Die Flame Haze kämpfen für das Gleichgewicht zwischen den beiden Welten, das von den Eindringlingen bedroht wird. Doch nicht immer sorgten Bannkreise dafür, dass dieses Geschehen vor den Augen der Menschen verborgen blieb. In der Vergangenheit tauchten die Tomogara offen in Gestalt von mystischen Kreaturen wie Feen, Göttern oder Dämonen auf.

16. Jahrhundert. Indem die Pupurfürsten die führenden Positionen, wie Monarchen, Bischöfe und Grafen unterwanderten, weiterten sie im Schatten Europas ihr Herrschaftsgebiet aus. Unter der Organisation namens Totenglocke haben die Tomogara ihre Armeen zusammengeschlossen. Mit ihrer Zerstörungswut verbreiten sie Verzweiflung und Schrecken in der Bevölkerung. Die Flame Haze möchten diesem Treiben ein für alle Mal ein Ende bereiten und so kommt es, dass die sonst so einzelgängerischen Krieger ihre Kräfte verbünden. Es bahnt sich eine gewaltige Schlacht an, die später von den überlebenden Beteiligten »der große Krieg« genannt werden wird. Dem Moloch des Krieges fallen viele Menschenleben zum Opfer und so planen die Flame Haze, die Generäle ausschalten. Die Soldaten stehen nämlich unter dem Kommando der neun mächtigen Pupurfürsten, den sogenannten »neun ewigen göttlichen Waagen«. Die Wende auf dem Schlachtfeld soll ihre Trumpfkarte bringen, das Gespann aus zwei berüchtigten Flame Haze: die Spezialistin der Tausend Bänder, Wilhelmina Carmel und die Kriegerin mit dem flammend roten Haar und den feurigen Augen, Mathilde Saint-Omer. Werden sie sich gegen ihre größten Widersacher behaupten und dem Blutbad ein Ende setzen können?

Gleich zu Beginn des Prequels findet man sich inmitten einer epochalen Schlacht wieder, die vom Ausmaß her Anime-Kenner bestimmt an das Finale von Shakugan no Shana erinnert. Nebenbei sei erwähnt, dass die Manga-Version nicht den vollständigen Stoff der Light-Novel abdeckt und der finale Handlungsstrang leider nur im Epilog angerissen wird. Statt in der Moderne spielt das Prequel in einer alternativen Geschichte des mittelalterlichen Europas. Besagte Ereignisse ebnen sozusagen die Umstände, denen sich Shana in der Gegenwart gegenübersieht und zeigen insbesondere auf, welches Erbe sie antritt. Schließlich ist der Konflikt zwischen Flame Haze und Tomogara noch lange nicht beendet. Im Gegensatz zu Shana, die an ihren Taten wachsen muss, haben wir hier gleich zu Beginn eine Heldin, die schon in der Blüte ihrer Entwicklung ist. Mathilde besitzt eine starke Ausstrahlung, die ihre Gegner in Ehrfurcht erzittern lässt, was selbstverständlich nicht nur an dem erwachseneren Erscheinungsbild liegt. Ihren vorauseilenden Ruf genießt die Kriegerin wegen ihren unglaublichen Kräften, beispielsweise kann sie mit ihren Flammen eine Heerschar von Rittern an ihre Seite rufen, um in die Truppen des Feindes vorzupreschen, wie es auch im Cover-Motiv zusehen ist. Es wird ebenso die Geschichte von Wilhelmina erzählt, ihrer Gefährtin und teuren Freundin. Wie wir wissen, wird sie später die Lehrmeisterin von Shana. Anstelle ihres typischen Maid-Oufits trägt die Flame Haze hier ein edles Gewand. Vor allem ihrem Charakter verleihen die bevorstehenden Ereignisse Tiefe.

Jetzt einmal abgesehen davon, welch wichtige Bedeutung der große Krieg für den Kontext der Serie hat, ist es einfach ein Spektakel an actionreichen Gefechten. Der Krieg wird nämlich an diversen Schauplätzen ausgetragen. Und an jeder Front sind die verschiedensten mystischen Kreaturen beteiligt und es kommt allerlei Magie mit brachialer Wirkung zum Einsatz. Das fantastische Gegnerdesign weiß dabei zu gefallen. Die Actionsequenzen sind sehr dynamisch, dicht und imposant gestaltet. Beispielsweise wird eine komplette Einheit im Wald von den Wurzeln eines Baumgeistes aufgespießt. An einer anderen Stelle wirbelt ein Steingolem Aberhunderte von Soldaten in die Lüfte. Bei all den Auseinandersetzungen kommt die strategische Komponente nicht zu kurz. Im Gegensatz zum schlichten Stil der Hauptserie sind die Zeichnungen von Shii Kiya äußerst aufwendig, was Details, Schattierung und Effekte angeht. Natürlich kommt das den groß angelegten Gefechten zugute. Durch die fehlende Einführung und die Vielzahl an auftretenden Figuren kann sich der Leser schon etwas erschlagen fühlen. Aber diese verworrene Erzählweise sollte man bereits von der Serie gewohnt sein. Auch solche eigenartigen Bezeichnungen wie »Melodisches Podest Gogma« oder »Feuerstaub Barriere Sokar« gehören zum vertrauten Ton von Shakugan no Shana. Es gibt zudem ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern wie der Priesterin Sophie oder den zukünftigen Antagonisten Bal Masque, die hier noch eine kleine Fraktion darstellen. Neben Alastor kann man einige weitere Vertragspartner unter den Truppen der Flame Haze wiederentdecken, manchmal mit anderem Herren oder in neuer Gestalt. Wiederum hat die Zeichnerin hier diversen Figuren zum ersten Mal Leben eingehaucht. Damit ein Leser das Prequel in seiner ganzen Fülle zu schätzen weiß, ist es sicherlich ratsam, ein paar Vorkenntnisse mitzubringen.

Wie weitreichend ist der Konflikt zwischen den Tomogara und den Flame Haze wirklich? In welche Fußstapfen tritt unsere liebgewonne Shana überhaupt? Solch tiefer gehenden Fragen werden in dem Prequel beantwortet. Die Ereignisse haben auch ihre Bewandtnis für die spätere Handlung, wenn Shana ihre schlummernden Kräfte erwecken möchte. Für Fans, die sich näher mit der Materie befassen wollen, ist der Manga natürlich ein gefundenes Fressen. Darüber hinaus erstreckt sich in Shakugan no Shana X Eternal Song eigentlich eine einzige, gigantische Schlacht, ein Festmahl mitreißender Action, das nicht zuletzt wegen der Zeichnungen der Künstlerin eindrucksvoll in Szene gesetzt ist. Fans des Franchises sollten auf keinen Fall diesen Titel versäumen!

Wir bedanken uns herzlich bei Egmont Manga das Rezensionsexemplar zu Shakugan no Shana X Eternal Song.

Details

Titel: Shakugan no Shana X Eternal Song, Band 1
Originaltitel: 灼眼のシャナX Eternal songー遥かなる歌
Mangaka: Shii Kiya
Erscheinungsjahr: 2009 (JP) 2014 (DE)
Verlag: ASCII Media Works (JP) EMA (DE)
Genre: Action, Fantasy
Altersempfehlung:
Preis: 7,00 €
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SHAKUGAN NO SHANA X ETERNAL SONG Volume 1 © YASHICHIRO TAKAHASHI/ASCII MEDIA WORKS 2009 © CSY 2009
© 2014 Egmont Verlagsgesellschaften mbH