Skip Beat! – Manga-Test

Im Februar 2014 feiert Yoshiki Nakamuras Shojo-Manga Skip Beat! seine inzwischen 12-jährige Publikation in Hakusenshas Hana to Yume-Magazin. Mit mittlerweile 33 Bänden gehört der Titel eher zu den sich geschichtlich langsam entwickelnden, und trotzdem fesselt das Geschehen den Leser. Warum das so ist, dass möchte AnimeY für euch herausfinden, indem wir einen Blick auf dieses populäre Werk werfen und es von Beginn der Geschichte bis zu Volume 27, das im Januar 2014 von CARLSEN MANGA! herausgegeben wurde, bewerten.

Kyoko Mogami – ein ruhiges und freundliches Mädchen – und ihr Sandkastenfreund Shotaro Fuwa zogen nach der Beendigung der Mittelschule in ein gemeinsames Appartement in Tokyo. Dort tut das Mädchen alles, damit sich der Traum ihres liebsten »Sho-chans« erfüllt: ein berühmter Popsänger zu werden. Kyoko verdient alleine ihren und seinen Lebensunterhalt, steckt so nebenbei all ihre eigenen Träume und Wünsche zurück. Sho wird letztendlich immer berühmter, kommt nur noch selten zu ihr. Und wenn der Junge bei ihr ist, behandelt er sie schlecht und unfreundlich. Doch Kyoko geht fest davon aus, dass sein Berufsstress der Grund für sein Verhalten ist, und liebt ihn weiterhin.

Bis schließlich der Tag kommt, welcher den Wendepunkt einleitet: Kyoko belauscht ein Gespräch zwischen Sho und seiner Managerin, in welchen der Junge dieser erzählt, dass er Kyoko nicht aus Liebe gebeten hat, mit ihm nach Tokyo zu ziehen. Sho hätte lediglich den Fakt ausnutzen wollen, dass sie bereit wäre, alles für ihn zu tun. In Kyoko macht es auf einmal klick: Sho hat sie die ganze Zeit nur benutzt! Als ihr das bewusst wird, schwört Kyoko Rache. Sho macht sich über das Mädchen lustig und meint, damit Kyoko ihn etwas anhaben könne, müsse sie ins Showbusiness einsteigen. Und diesen Rat befolgt das Mädchen letztendlich. Sie schleicht sich in das Showbiz ein, wird nach ein paar Komplikationen Mitglied der »Love Me!« Sektion, die zu Lory Takaradas Label »LME« gehört, und macht ihre persönlichen Fortschritte als Schauspielerin. Hier begegnet Kyoko dann ebenso den berühmten Schauspieler Ren Tsuruga, was die Sache nur noch verzwickter macht …

Wer denkt, dass Yoshiki Nakamuras Shojo-Manga Skip Beat! den Leser einen Einblick ins Showbusiness gewährt, der wird in gewisser Hinsicht enttäuscht. Sicher, die Protagonisten müssen in ihrer Schauspielkunst beziehungsweise als Sänger Fortschritte machen, aber darauf ist die Geschichte nicht fokussiert. Vielmehr sind es die Konflikte – aber auch auftretende Missverständnisse – der beiden Hauptcharaktere Kyoko und Ren. Diese führen dazu, dass ihre Romanze kaum vorangeht. Ohne jetzt zu viel vorwegzunehmen, sei zumindest dies verraten: Bei Ren ist es der Groll auf sein wahres »Ich« (Kuon) und die damit verbundenen Erinnerungen, die ihn dazu verleiten, Kyoko gegenüber stets auf Distanz zu gehen und das, obwohl das Mädchen seine wahre Identität unwissentlich kennt. Kyoko wiederum hält Liebe dank der Sache mit Sho sowie den schlechten Erinnerungen an ihrer Mutter für etwas Schlechtes und ihre geringe Selbstwertschätzung führt dazu, dass sie ihren »Kohai« Ren viel zu weit über sich stellt. Die Heldin der Geschichte mag äußerlich stark und zielsicher erscheinen ist aber innerlich sehr naiv sowie manipulierbar. Sobald Kyoko von irgendwelchen Fantasiewesen hört driftet sie in ihre eigene Welt ab. Dämonisch – zugleich lustig – wird es, wenn das Mädchen sauer ist. Neben Ren und Kyoko taucht natürlich auch Sho in der Story immer mal wieder auf, dies allerdings nur, um irgendwo Unruhe zu stiften und Kyoko in so manch ein Tief zu stürzen. Ob der verwöhnte Junge nun doch ein Auge auf das Mädchen geworfen hat, oder nur seinen Stolz bewahren will, sie nicht an seinen größten Erzfeind (Ren) zu verlieren, das unklar. Ebenso tritt der etwas sadistisch veranlagten Sänger Reino als Unruhestifter auf.

Zur Geschichte von Skip Beat! sei dahingesagt, dass Nakamura-sensei sie stellenweise nicht so ernst nimmt. Es passiert, dass einige Ereignisse ins Geschehen geworfen, allerdings im Verlauf der Handlung nicht wieder aufgegriffen werden. Für den Leser mag dies eine Enttäuschung sein, weil da eine Frage im Hinterkopf bleibt, die von der Mangaka bedeutungslos abgestempelt wird. Mittlerweile dürfte vieles für den Leser auch voraussehbar sein und trotzdem haut Nakamura-sensei dann doch wieder etwas Überraschendes ins Geschehen, sodass man am Ball bleibt. Dennoch sollte der Leser tatsächlich viel Geduld mitbringen, wenn er sich an Skip Beat! heranwagt. An Romantik und Dramatik fehlt es der Story definitiv nicht. Die zwei attraktiven Hauptcharaktere sowie sympathischen Nebenfiguren – neben Sho auch beispielsweise Rens Manager Yashiro, LME-Chef Lory Takarada oder Kanae Kotonami – geben dem Werk noch die nötige Würze.

Yoshiki Nakamuras Skip Beat! umfasst in Japan aktuell 33 Bände, die von Hakusensha herausgegeben wurden. Des Weiteren setzte man die Story der ersten elf Volumes im Jahr 2008 als Anime um, wenn auch mit kleinen Veränderungen. Für die Produktion der 25 Episoden war HAL Film Maker verantwortlich. Ebenso inspirierte Skip Beat! in Taiwan im Jahr 2011 eine 15-teilige Live-Action-Serie.

Wer Yoshiki Nakamuras Skip Beat! beginnt sollte viel Geduld mitbringen. Die schlummernde Romanze zwischen Ren und Kyoko entwickelt sich zu einer Nerven zerreibenden Angelegenheit. Trotzdem fesselt die Geschichte den Leser an die Story, woran nicht zuletzt die Hintergründe der beiden Protagonisten schuld sind, wobei Rens Vergangenheit bisher wohl am meisten durchleuchtet wurde. Zum Charakterdesign von Nakamura-sensei sei gesagt, es mag unproportional sein, aber die Mangaka hat sich binnen der Jahre stark verbessert. Trotzdem dürften die Zeichnungen nicht jedermanns Geschmack treffen. Romantik-Fans, die nichts gegen sich langsam entwickelnde Liebesgeschichten einzuwenden haben, sollten hier definitiv einen Blick rein werfen. Neben Momenten, in denen es heftig knistert, wartet Skip Beat! nämlich ebenso mit viel Dramatik und Spaß auf sowie mit sympathischen Nebenfiguren, wobei diese mit Ausnahme Sho eher einen geringen Part in der Story spielen. 

Skip Beat! © 2002 Yoshiki Nakamura, Hakusensha Inc.
© Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2004