»Ka-Non: Cheeky Vampire X Aion« – Manga-Test

Nasenblutende Vampirin trifft auf unsterbliche Nixenjägerin, das ist der erste Gedanke, wenn man Cheeky Vampire X Aion liest. Doch ein direktes Crossover findet leider nicht statt. Dafür gibt es mehrere Kurzgeschichten die vor, während und nach den beiden Reihen spielen. Was euch wirklich in Ka-Non erwartet, verrät unser Test.

Anju und die geheimnisvollen Zwillinge

Die inzwischen 19-jährige Anju Maaka bewacht mithilfe ihrer Vampirkräfte einen Bannkreis, der ihre Familie vor bösen Mächten schützen soll. Doch eines Tages gelingt es zwei Frauen, diese Barriere zu durchbrechen. Schnell stellt sich raus, dass es sich bei den Eindringlingen um keine Blutsauger handelt, sondern um andere übernatürliche Wesen. Auch ihr Ziel ist klar, sie wollen Karin. Kann Anju ihre Schwester allein vor den Unbekannten verteidigen?

Im Gegensatz zu Anju kennen Aion-Leser die teuflischen Zwillinge bereits. Die Geschichte wird spannend eingeleitet, doch das Ende kann die Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Es wäre sicherlich Potenzial für eine eindrucksvolle Konfrontation vorhanden gewesen. Als einzige der im Buch enthaltenen Storys bekommt Karin hier einen größeren Auftritt.

Reise durch die Steppe

Wir schreiben das Jahr 1755 und Seine, welche sich damals noch Séne nannte, war eigentlich auf dem Weg nach Rom. Doch ein tragisches Kutschenunglück vereitelt ihre Pläne. Dabei sterben die Eltern vom Jungen Kein und auch Séne konnte nur dank ihrer Fähigkeit überleben. Widerwillig beschließt die Unsterbliche das Waisenkind zurück nachhause zu begleiten. In der Heimat von Kein angekommen muss Séne erkennen, dass seine Familie nicht einfach nur verreisen wollte, sondern dass sie vor einer tödlichen Bedrohung auf der Flucht waren.

Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um die beste im Manga enthaltene Geschichte. Ohne großes Vorwissen kann man sich auf die Story einlassen. Obwohl es hier nicht an Humor fehlt, gibt es zudem Action-Szenen zu bestaunen. Auch das Finale gestaltet sich überraschend emotional und die Beziehung zwischen Séne und Kein überzeugt auf ganzer Linie.

Verloren im Wald der Braunlicks

Ray ist ein Vampir im Teenageralter und bis er erwachsen ist verbietet seine Mutter ihm, in die Menschenwelt zu gehen. In einem Wald, der durch einen Bannkreis von den Menschen abgeschirmt ist, konnte Ray noch nie einem solchen sterblichen Wesen begegnen. Umso überraschter ist er, als plötzlich ein kleines Menschenkind bei ihm Zuhause auftaucht. Das Mädchen hat sich beim Spielen verlaufen und findet den Rückweg nicht mehr. Ray steckt in der Zwickmühle, wenn er Ka-Non nicht von hier wegschafft, könnte seine Mutter ihr was antun, aber dafür müsste er in die Außenwelt.

In der chaotischen Erzählung stehen neue Charaktere im Mittelpunkt, aber auch vertraute Gesichter gibt es  in den Nebenrollen zahlreich. Besonders beim Schlussgag erwartet uns eine Überraschung. Leider zeigt sich hier das die Mangaka aufmehreren Seiten bessere Werke abliefern kann. Zwar ist Verloren im Wald der Braunlicks keineswegs schlecht, jedoch kann es die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen.

Neben diesen Geschichten gibt es noch zwei weitere in denen Seine die Hauptfigur ist. In Hobbys können Fans ein weiteres mal miterleben, welch Freude die Unsterbliche an Kartons hat. Bei Seine in Tokyo hingegen machen sich ihre Probleme mit der modernen Welt bemerkbar. Obwohl der Titel sowie die darin vorkommenden Charaktere anderes vermuten lassen, hat die kleine Zauberin Seine handlungstechnich nichts mit Aion zu tun. Auf fünf Seiten erleben wir den hinreißenden Kampf zwischen einer Katzen-Magical-Girl Version von Seine gegen die nicht weniger zauberhafte Meerhexe Shila. Als Extra befinden sich zudem mehrere Mini-Comicsprips an Bord, wo wir unter anderem noch Infos zum Leben der Zeicherin Yuna Kagesaki bekommen.

Ka-Non ist eine schöne Ergänzung, doch ohne das Wissen der beiden Reihen entstehen unweigerlich zu viele Fragen. So gibt es kaum Erklärungen zu den Hintergründen der einzelnen Figuren. Vor allem das überraschende Ende von Cheeky Vampire wird hier vorweg genommen, wodurch ich nur raten kann, diesen Manga nach dem vollständigen lesen des Vorgängers anzueignen. Den größeren Anteil am Buch hat Aion, wodurch es auch hier vonVorteil wäre zumindest die ersten paar Bände gelesen zu haben. Mit dem kompletten Wissen der Hauptreihen unterhält der Einzelband am Besten. Doch gerade dann wünscht man sich umso mehr ein Treffen zwischen Seine und Karin, welches jedoch nicht stattfindet. Somit enttäuscht Ka-Non leider etwas, anstelle einer Verschmelzung beider Serien gibt es nur bessere Cameoauftritte. Nichtsdestotrotz zahlt sich der Manga für Fans aus, die gerne ein Wiedersehen mit ihren Lieblingen wünschen, doch für eine uneingeschränkte Empfehlung reicht es leider nicht.

Details

Titel: Ka-Non: Cheeky Vampire X Aion
Originaltitel: KA‐NON かりん×碧海のAiON
Mangaka: Yuna Kagesaki
Erscheinungsjahr: 26. August 2014
Verlag: Kadokawa (JP); CARLSEN MANGA! (DE)
Genre: Mystery, Comedy
Preis: 5,95€ (DE), 6,20€ (AT)
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Wir bedanken uns bei CARLSEN MANGA! für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars zu Ka-Non: Cheeky Vampire X Aion.
© 2013 Yuna Kagesaki/ Fujimishobo © 2014 Carlsen Verlag GmbH, Hamburg