Zuckersüßen Kulleraugen und Beauties kann man nicht widerstehen, oder doch?

Welcher Otaku kennt das nicht: Man erblickt einen Manga-Band mit zuckersüßen Zeichnungen und merkt dann beim Lesen, wie unkreativ die Handlung sowie Charaktere doch sind. Ich muss zugeben, als ich begann mich mit der großen Materie zu befassen, landete so manch eine komplette Serie im Bücherregal die niedlich gezeichnet war, ich jedoch nie zu Ende gelesen hab, weil mich die Story irgendwann nicht mehr reizte. So hamsterte ich mir inzwischen circa 1200 Volumes zusammen. Alles eine Frage des Alters und der Erfahrungswerte? Sicherlich auch, aber dennoch dürfte es schwer sein, der Verlockung schöner Charakterdesigns zu widerstehen.

© AnimeY Online Magazine

Ist ein Otaku oberflächlich, wenn er ein Werk nur aufgrund des Zeichenstils kauft? Meiner Meinung nach nicht, man bedenke, er macht das Werk letztendlich auch mit aus und ist nun mal das Werbeinstrument für den Titel. Lässt man sich demzufolge irgendwo blenden? Sicherlich, aber es sei einem doch gegönnt, einen Mangaka wegen seiner Zeichnungen zu unterstützen – wenn er denn nicht gerade viele Artbooks, publiziert fällt einem das „Aussortieren“ sicherlich schwer. In dem Punkt spreche ich aus Erfahrung. Man nehme hier als Beispiel Arina Tanemura – ja, ich weiß, jetzt gibt´s wahrscheinlich viel Kontra – oder Nana Haruta: Ich mag beider Charakterdesigns, ABER Haruta-sensei bringt storytechnisch und auch an Charakteren nichts Außergewöhnliches auf die Beine. Tanemura-senseis Werke dagegen sind ein Auf und Ab – während Kamikaze Kaito Jeanne tatsächlich mit Tiefe, Spannung und sehr attraktiven Figuren begeisterte, gibt es durchaus Titel von ihr, die getrost auslassen werden könnten, wenn man nicht gerade heißblütiger Fan von der Frau (wie meine Wenigkeit) ist.

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Mittlerweile hab ich mir tatsächlich abgewöhnt, nur dem Zeichenstil zu vertrauen. Ja, ich habe immer noch wenige Mangakas, die bei mir einfach Pflicht sind, egal wie die Erzählung ausfällt. Grundsätzlich achte ich auf eine gute Mischung aus beidem, wobei mein Fokus mehr auf die Erzählung und deren Protagonisten liegt. Ich brauche ehrlich gesagt keine sehr detaillierten Zeichnungen (weder was das Charakterdesign betrifft noch die Hintergrundgrafiken) um glücklich zu sein. Des Weiteren gebe ich auch Werken eine Chance, wo die Illustrationen vielleicht weniger gut ausfallen, weil man auch hier später Überraschungen erleben könnte. Ich muss zugeben, in dem Punkt hat mir beispielsweise Yoshiki Nakamuras Skip Beat! in der Anfangsphase so rein gar nicht gefallen, weshalb ich auch erst relativ spät begonnen habe, den Titel zu lesen (nämlich nach einem Blick in die Anime-Serie, dank der ich feststellen musste, dass die Serie ziemlich unterhaltsam ist). Die Körper der Protagonisten fielen sehr kantig und weniger proportional aus. Letzteres ist aktuell immer noch gegeben, aber ihr Charakterdesign hat sich stark verbessert. Tite Kubos Bleach wäre vielleicht auch so ein Fall, wo die Illustrationen anfangs durchschnittlich ausfallen, jetzt schmachten wohl viele Leser seine weiblichen und männlichen Schönheiten an, aaahh~ .

Punkto Erzählung sei geraten, das Werk nicht nur auf den Inhalt des ersten Bandes zu reduzieren. Bei längeren Serien entwickelt sich ein anständiger Plot nun mal etwas später. Aber das ist sicherlich Geschmackssache: Manch einer liebt schnell voranschreitende Geschichten und dann gibt´s wieder welche, die es gerne gestreckt mögen. Beim Genre streiten sich auch die Geister. Meine Favoriten sind eindeutig Romance, Boys Love, Comedy, Action und Slice of Life. Wie schaut es denn bei euch aus: Welche Genres lest ihr überwiegend und worauf legt ihr mehr Wert, auf den Zeichenstil oder die Story? Falls sich nun das Wunschempfinden bei euch entwickelt haben sollte, eure Manga-Sammlung mit mir zu teilen, nutzt gerne die Kommentarfunktion und schickt mir ein Foto.

3 KOMMENTARE

  1. Ja den Salat kenn ich auch, habe mir oft Mangas zugelegt wo mich der Zeichenstil geblendet hat, aber bereuen tue ich nicht, da man die sowieso zum Schmöckern ins Regal stellt. Liegt aber auch daran das viele Serien (besonders bei Shojo), sich zu sehr Klischees bedienen und dann die ordentliche Aufmachung trügt.
    Am schlimmsten ist ja noch wenn man sich so einen Titel wegen des hübschen Designs zulegt und dann sich herausstellt, dass die vermeitliche Heldin der Geschichte, ein Kerl ist o__O (*zu Adekan schiel*)

  2. Ich glaube, dass kennt doch jeder..
    Man lässt sich vom Charakterdesign und den Hintergründen täuschen und kauft sich einen Manga, der einem gar nicht so gut gefällt von der Geschichte her.
    Ich finde dies bei kurzen Serien oder Einzelbänden nicht so schlimm. Da erwarte ich auch nicht immer die beste Geschichte. Außerdem freue ich mich über schöne Zeichnungen.

    Bei längeren Serien ist dies eher schlecht, weil man eventuell viel Geld ausgibt um die Serie vollständig zu haben, selbst wenn der Manga nicht wirklich überzeugt hat.
    Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
    MfG Gon1988.

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