Anzeige
HomeMode & BeautyTraditionelle Hanten-Jacken werden in Japan wieder beliebter

Vor allem in der kalten Jahreszeit versprechen die Jacken, ein wärmender Begleiter zu sein

Traditionelle Hanten-Jacken werden in Japan wieder beliebter

In der Vergangenheit griffen die Menschen in Japan zu Hanten oder Dotera-Jacken, wenn es darum ging, der winterlichen Kälte zu trotzen. Auch Studenten in der Showa-Ära (1926 – 1989) trugen oftmals Hanten, wenn sie bis spät in die Nacht lernen mussten. Mit dem Aufkommen von Fleece und anderen westlichen Stoffen verloren die einst beliebten Kleidungsstücke an Relevanz. Jetzt erinnern sich immer mehr junge Japaner an die traditionellen Winterjacken.

Anzeige

Bereits 2016 nahm das in Tokyo ansässige Mode- und Accessoire-Label Beams Daunenjacken im Dotera-Stil wieder ins Angebot auf, die auch in den verschiedenen Läden überall in Japan verkauft werden. Die traditionellen Jacken sind vor allem praktisch, aber auch zeitlos und werden immer weiter der aktuellen Mode angepasst. Mittlerweile gibt es Designs, die sowohl drinnen als auch draußen getragen werden können.

Hanten vor allem bei jungen Japanern beliebt

Vor der Corona-Pandemie waren die Hanten-Jacken vor allem bei Touristen und Kunden aus dem Ausland sehr beliebt. Während der Pandemie nahm die Nachfrage zwar wieder ab, allerdings nicht in dem Maße wie befürchtet, denn Japan ist für ausländische Besuchern weiterhin nur schwer zu erreichen. Aktuell seien die Designs vor allem bei jungen Japanern sehr angesagt. Generell erfreuen sich Produkte aus Japan wieder größerer Beliebtheit, wovon auch die Jacken profitierten.

LESEN SIE AUCH:  Moderne Samurai-Mode für den perfekten Frühling

Ein Hersteller für Outdoor-Bekleidung aus der westjapanischen Stadt Osaka verkauft seit 2004 die Daunenjacken. Seit 2014 erweiterte das Label sein Angebot. Seitdem steigen die Kundenzahlen kontinuierlich. Die Menschen verbringen während der Pandemie mehr Zeit Zuhause, weswegen sie vermehrt zu den Indoor-Kollektionen greifen.

Außerdem würde viele junge Japaner ihre Eltern mit den Jacken beschenken, weil sie nicht immer in den Ferien in ihre Heimatstädte zurückkehren können. Im Geschäftsjahr 2020 konnte das Unternehmen aus Osaka eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent erreichen.

Anzeige

Der Trend sorgt dafür, dass auch traditionelle Unternehmen wieder mehr Zuspruch erhalten. Eine Designerin aus der Stadt Chikugo (Präfektur Fukuoka) gestaltet in ihrem Unternehmen seit 1913 Hanten-Jacken. In der Vergangenheit war 1970 das letzte Jahr, in dem die Anfragen sprunghaft anstiegen. Damals explodierten die Heizkosten, weswegen die Menschen die warmen Jacken auch in der Wohnung trugen, um der Kälte zu trotzen.

Schutz gegen kalte Wintertage

In den 1980-er Jahren wurden im Jahr etwa drei Millionen der Jacken in Chikugo hergestellt. Keine andere Region in Japan produzierte in dieser Zeit mehr Hanten-Jacken als Fukuoka. Der Trend flaute ab, nachdem billigere Waren aus dem Ausland den japanischen Markt erobert hatten. Gleichzeitig verbesserten sich die Lebensumstände der Menschen, sodass die warmen Jacken nicht mehr so gefragt waren. Zuletzt lag die Produktion bei etwa 20.000 Modellen im Jahr.

Immer mehr traditionelle Unternehmen stiegen 2020 in den Online-Handel ein, sodass auch dort der Hanten-Verkauf um das Doppelte gestiegen ist. Die gepolsterten Versionen aus Fukuoka werden in der Regel für Preise zwischen 10.000 Yen und 30.000 Yen (etwa 80 bis 235 Euro) verkauft. Eine gut gepflegte Jacke kann bis zu 10 Jahre lang problemlos getragen werden. Auch die modernen Designs sollen diese Lebenserwartung aufweisen.

Jacken aus Fukuoka
Moderne Designs Bild: Mainichi/ Yoshiyuki Hirakawa
Anzeige
Anzeige