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Akihiko Shiota im Filmemachergespräch auf der Nippon Connection 2017

Regisseur Akihiko Shiota war dieses Jahr zu Gast bei der Nippon Connection. Gleichzeitig zeigte das Filmfest auch seinen Film Wet Woman in the Wind. Nach der Vorführung stand er auch für Fragen zu Verfügung. Zudem gab er ein Filmemachergespräch.

Bei diesem wurde unter anderem natürlich auf seinen Film eingegangen. Daher fließen hier die Antworten aus dem Q&A nach Wet Woman in the Wind ein.

Shiota hat schon als Assistent bei den Pink-Filmen mitgearbeitet. Er drehte independent Filme, Blockbuster und Low-Budget-Streifen.

Das Drehbuchschreiben lernte Shiota unter Atsushi Yamatoya. Shiota hat ihn zum ersten Mal eher zufällig getroffen. Danach fanden regelmäßige Treffen zusammen mit dem Drehbuchautor von Ring, Hiroshi Takahashi, statt. Aber sie haben damals nur Alltagsgespräche geführt. Drei Jahre nach diesen Treffen starb Yamatoya an Krebs mit Mitte 50. Takahashi und Shiota wollten die etwa 70 unveröffentlichten Drehbücher nach Yamatoyas Tod als Buch veröffentlichen. Dadurch haben sie sich mehrere Monate mit diesen beschäftigt. Es war für die beiden eine wichtige Erfahrung, und so hat Shiota schließlich das Drehbuchschreiben gelernt.

Dadurch schrieb Akihiko Shiota Drehbücher, noch bevor er zum Regisseur wurde. Er ist auch Teil einer Universitätsgruppe, zu der mehrere bekannte Regisseure gehören. 1999 nahm er den ersten Film auf. Er machte anfangs viele Filme mit Kindern, mittlerweile ist dies weniger der Fall.

Anfangs erhielt er eine positive Rückmeldung für seine Filme mit Oberstufenschülern und die ihm angebotenen Low Budget Filme mit jüngeren Kindern. Daher dachte Shiota anfangs, dass diese Art Film sein Genre sei. Kinder sind aber in ihren Handlungen nicht vorhersehbar. Er wollte seit seinem Studium herausfinden, welches Genre sein Faible ist. Motivation erhielt er durch viele talentierte Leute, die er während seines Studiums traf. Shiota hat immer noch Interesse an Kinderfilmen.

Wet Woman in the Wind Regisseur
© Nikkatsu

Mittlerweile dreht er Filme unterschiedlicher Genres, ohne Präferenzen, aber mit eigener Machart. Dabei sind dies manchmal eigene Filme, manchmal vorgesetzte. Über zukünftige Projekte darf er nicht reden. Er kann aber soviel verraten, dass es ein Projekt über eine Romanze und einen Daiki-Film.

High Budget Filme haben meist große Einschränkungen. Dies war auch bei Pachinko Woman der Fall. Hier war die Herausforderung, eine interessante Geschichte zu finden, obwohl die Hauptperson nur vor einer Spielmaschine sitzt. Ihm und dem Produzent kamen viele Ideen, die sie ausdiskutieren mussten. Aus dieser Erfahrung weiß Shiota, dass man auch Interessantes trotz vielen Einschränkungen finden kann.

Wet Woman in the Wind ist Teil des Roman Porno Reboot Projects von Nikkatsu. Akihiko Shiota hat sich geehrt gefühlt, als man ihn um einen Film bat. Die Roman Porno Filme sind berühmt und wurden von berühmten Regisseuren gedreht. Daher war es für ihn schwierig, ein neues Thema zu finden. Immerhin gibt es über 1000 Roman Porno Filme.

Roman Porno ist in den 70ern entstanden. Zu dieser Zeit hatte Nikkatsu finanzielle Probleme. Daher begannen sie, Softpornos für Männer zu drehen. Viele der damals angesehenen Regisseure fanden das Thema nicht ansprechend und verließen Nikkatsu. Dadurch kamen viele junge Regisseure zu den Filmen. Die Filme damals zeigten die Rolle der Frau in der Gesellschaft zu dieser Zeit. Dies schafften sie in Shiotas Augen auch besser als manch anderer Film damals.

In den 80ern entwickelte sich der Roman Porno zu einem angesehenen Genre. Heutzutage ist aber ein solcher Film nicht genauso umsetzbar wie damals. Shiota wollte eher einen Kampf und den sportlichen Charakter des Sex zeigen.

Als Shiota die Anfrage erhielt, surfte er gerade im Internet. Dort las er einen Bericht über junge Leute, die sich eine Hütte im Wald bauen und abgeschieden leben. Dies fand er so interessant, dass er das in den Film einbauen wollte, zusammen mit Sex, Krieg und einer Komödie.

Wet Woman in the Wind
© Nikkatsu

Die Darsteller zu Wet Woman in the Wind fand Akihiko Shiota über eine Anhörung. Er hatte anfangs Sorgen, eine passende weibliche Hauptdarstellerin zu finden. Aber im Endeffekt trafen sie auf Yuki Mamiya direkt am ersten Tag des Vorsprechens. Sie ist genau passend, da Mamiya sowohl eine sanfte als auch eine raue Stimme haben kann und eine starke Frau ist.

Er wollte im Gegensatz zu den Originalwerken eine starke Frau darstellen. Damals wurden die Frauen als unterworfene Personen porträtiert. Außerdem überwogen in den Roman Porno Filmen die Frauendarsteller. Die Filme waren auch für Männer gedacht.

Vor fünf Jahren, als zum hundertjährigen Jubiläum von Nikkatsu wieder Roman Porno Filme gezeigt wurden, waren aber sehr viele Frauen im Publikum. So kam die Idee zum Reboot Project zustande. Das Projekt besteht aus fünf Filmen. Es sind zwar fünf männliche Regisseure, aber auch fünf weibliche Produzenten beteiligt. Zum nächsten Projekt sollen nur weibliche Regisseure gefragt werden. Das Reboot Project war als Wettkampf gedacht. Alle Regisseure hatten die gleichen Bedingungen. Daher war die Anspannung hoch und man hat untereinander nicht über die Ideen gesprochen.

Roman Porno Filme haben bestimmte Regeln. Auch die Filme des Reboot Projects müssen sich daran halten. Kein Film darf länger als 80 Minuten dauern. Der Dreh soll innerhalb einer Woche bis zehn Tage abgeschlossen sein. Alle zehn Minuten muss eine Sexszene kommen. Ansonsten können die Regisseure ihrer Fantasie freien Lauf lassen und auch das Thema des Films frei wählen. Dies bot sich früher auch gut für junge Talente an. Shiota findet diese Regeln gut, da damit die Fantasie und Kreativität des Regisseurs angespornt wird. Außerdem ist es nur ein Softporno. Dadurch bleibt dem Zuschauer auch noch etwas Fantasie vorhanden.

80 Minuten sind für japanische Verhältnisse kurz. Shiotas erste Film, war aber noch kürzer, dieser hatte nur 75 Minuten. Dort dauerte der Dreh sogar nur fünf Tage. Eine Woche Drehzeit sind in Japan üblich. Trotzdem hat man in dieser Zeit wenig Schlaf. Shiota ist sogar zweimal während dem Dreh am Set eingeschlafen.

Wet Woman in the Wind
© Nikkatsu

Da der Dreh nur eine Woche dauerte, musste vorher geprobt werden. Dort wurde dann alles diskutiert und besprochen. Darunter fielen auch die Bewegungen, die man in den Sexszenen macht. Sie sollten realistisch wirken.

Im Film ist auch eine Szene, die an eine Vergewaltigung erinnert. Solche Szenen müssen wohl eingebaut sein. Allerdings sollte es eher ein Spiel der beiden sein, das sie am Ende doch beide genießen können.

Einen Einfluss auf den Film hatte Tatsumi Kumashiro, der auch in der Retrospektive zu sehen war. In seinen Filmen machten die Darsteller viele seltsame Bewegungen, wodurch seltsame Situationen und Gefühle entstehen. Damals nahm man den Ton erst im Nachhinein auf. So gab der Regisseur während den Aufnahmen immer Komandos, was die Schauspieler tun sollten. Dadurch nahm der Regisseur viel Einfluss auf die Darstellung.

In einem der Werke von Kumashiro fuhren die Liebenden am Ende mit einem Fahrrad in den Ozean. Diese Szene hat er im Kopf gehabt, als Shiota den Anfang von Wet Woman in the Wind drehte. Insgesamt benötigte Shiota nur eine Woche, um das Drehbuch zu schreiben.

Eine weitere Inspiration war ein Film, bei dem ein Mann und eine Frau mit zugebundenen Augen am Mt. Fuji in der Wildnis spielen sollten. Dies sollte ein Experiment sein, wie viel Spielraum ein solches Szenario gibt.

Akihiko Shiota hatte ein theatralisches Konzept beim Dreh von Wet Woman in the Wind. An einem Ort sollten möglichst viele Dinge passieren. Akihiko Shiota hat selbst einmal ein Jahr lang an einer Theaterschule unterrichtet vor vier Jahren. Dort entstanden auch Kontakte zu Theaterleuten. Er bemerkte, dass im Gegensatz zur Filmbranche beim Theater viel Unterricht für Ausdruck und Schauspiel gegeben wird. Im Film ist der Hauptdarsteller ein stereotyper Theaterspieler geworden. Dies haben die Bekannten von der Theaterschule aber positiv aufgenommen und zugegeben, dass viele Leute so sind.

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