Die Aufgaben eines Subbers

Ich bin San und bin Subberin im deutschen JDorama-Fansub-Team “Akina-Fansubs”, über das bereits auch schon hier berichtet wurde.
Ich wollte nun die Gelegenheit nutzen und hier beschreiben, … was macht ein Subber eigentlich und wie viel Arbeit bringt man für solch eine Freizeitbeschäftigung auf.

Akina-Fansubs

Das Fansubben ist bereits sehr weit verbreitet. Es gibt zahlreiche Anime-Fansubgruppen in zahlreichen Sprachen … und im Laufe der Zeit hat sich dies auch für japanische Dramaserien und Filme entwickelt. Die grundlegende Aufgabe eines Subbers ist, dem „Zuschauer“ einen verständlichen, gut lesbaren Untertitel aufs Video zu legen. Dabei muss aber auf so einiges geachtet werden, damit auch ein guter Sub dabei heraus kommt.
Bevor ich zu all den einzelnen Aufgaben komme, muss ich erwähnen, dass ich nicht alles von Anfang an konnte. Ich habe eins nach dem anderen gelernt, habe viele Tipps von Könnern bekommen, einige Internetseiten aufgerufen und viel viel geübt. Jeder kann das alles lernen, wenn er Spaß an JDorama hat und ein wenig Kreativität mitbringt.
Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt, was die Aufgaben eines Subbers sind, erläutere ich nun ein paar Aufgaben.

Aegisub

Sub-Programm “Aegisub”.
Aegisub ist unverzichtbar für uns Subber. Es ist einer der bekanntesten Fansub-Programme die es gibt in unseren Kreisen. Damit kann man alles machen, was ein Subber so machen muss, um einen Untertitel zu erstellen. Es ist kostenlos und sehr einfach zu handhaben.

Das Übersetzen.
Das war das erste, an was ich mich gewagt habe.
Da ich leider nicht dem Japanischen mächtig bin, übersetze ich aus den bereits existierenden Englischen Untertiteln. Dabei ist es wichtig, nicht wortwörtlich zu übersetzen, da kommt meistens nichts gescheites raus. Ein bisschen muss man schon bei dem ein oder anderen Satz überlegen, wie es sich am besten im Deutschen anhört. Aber so lange es den eigentlichen Sinn behält und man den Satz nicht allzu sehr nach eigenen Belieben umbaut, ist das gar nicht so schwer. Mithilfe eines Online Wörterbuchs kann ich noch weitere Unklarheiten beseitigen und wenn alles nichts nützt, hol ich mir noch die Japanischen Subs zur Seite.
Wenn ich schnell bin und ich wirklich viel viel Spaß an der Serie habe, kann ich eine Folge an 1-2 Tagen schaffen. Aber das kam auch erst mit viel Übung.

Edit.
Nachdem alles übersetzt wurde, geht der Untertitel an einen „Editor“.
Dieser schaut sich noch mal alle Sätze an und kontrolliert Fehler. Schreibfehler, grammatische Fehler, oder korrigiert, wenn sich ein Satz seiner Meinung nach „seltsam“ anhört. Ich denke, es ist wichtig, wenn der Editor nicht gleich der Übersetzer selbst ist. Weil, wenn man als Übersetzer die Sätze die ganze Zeit vor sich hatte, übersieht man viele Fehler irgendwann einfach.

Auf zum Typesetting.
Was ist Typesetting? Hat in dem Sinne etwas mit Typografie zutun, was wiederum mit Schrift und dessen Gestaltung zu tun hat. Kreativität ist dort gefragt. Schrift(art) und Größe bestimmen, Farbe auswählen, Umbrüche innerhalb der Sätze festlegen, Positionen für Sätze die gezeigt werden setzen (z.B. wenn ein Brief gezeigt wird, oder ein Namensschild), Ein- und Ausblendungen machen. Das Typesetting macht das äußerliche Erscheinungsbild des Untertitels aus.

Timen/Retimen?
Timing der Sätze ist sehr wichtig für gute Lesbarkeit des Untertitels! Wenn die Sätze zu kurz erscheinen, läuft man Gefahr, dass der Zuschauer nur den halben Satz in der Zeit lesen kann. Auch nervig ist es, wenn ein Satz zu spät oder zu früh zu dem gesprochenen Ton kommt. Wenn man einen englischen Sub als Vorlage benutzt (natürlich holen wir uns da immer die Erlaubnis des Original-Übersetzer/Timers vorher ein) und die Sätze schon richtig gut getimt sind, brauch man am Satz-Timing nichts weiter machen.
Wenn das Timing der Sätze jedoch zu knapp für die deutsche Übersetzung sind, muss nochmal nachgeholfen werden. Aegisub ist auch dafür perfekt geeignet.
Wenn wir aus dem Japanischen übersetzen und es sich um eine Serie handelt, wo es noch keine englischen Subs gibt, timen wir komplett die ganzen Folge selbst. Manchmal ist das einfacher und stressfreier, als das Re-timen.

Karaoke-Sub.
Es ist kein Muss, aber ein tolles Zusatz.
JDorama und JMovies haben Titelsongs, Opening- oder Endingsongs. Manche wollen auch diese verstehen können oder vielleicht sogar mitsingen. Dafür gibt es Karaoke-Subs.
Auch dafür verwenden wir Aegisub. Nicht das einzige Programm das es dafür gibt, aber es reicht aufjedenfall aus, um schöne Effekte zu kreieren. Dies ist etwas aufwendiger, man muss schon mit bestimmten Codes umgehen können, um einen guten Effekt kreieren zu können. Aber auch dafür gibt es im Internet so einige Seiten, die einem dabei weiter helfen, wenn man sich dafür interessiert.
Bevor der Karaoke-Effekt jedoch eingesetzt wird, müssen die japanischen Wörter von Silbe zu Silbe extra tetimt werden. Ist sehr zeitaufwendig, es macht aber ziemlich viel Spaß.

Alles fertig? Dann auf zum Quality Check.
Ein Quality Checker schaut sich im Grunde genommen die gesamte Folge oder Film noch einmal mit dem fertig getypsetten Sub an. Er kontrolliert ob alles in Ordnung ist. Wenn er Fehler noch findet (sei es in der Grammatik oder in der Typografie), dann behebt er es entweder selbst oder gibt dem jeweiligen Member, der dafür zuständig war, Bescheid.
Nur mit seinem OK, das alles in Ordnung ist, releasen wir einen Untertitel.

Encoden und Releasen.
Je nachdem ob man Softsub oder Hardsub veröffentlicht, lädt man die Subdatei entweder fertig hoch oder man muss es noch Encoden.
Bei einem Softsub hat man eine extra Untertiteldatei (z.B. .srt oder .ass).
Beim Hardsub ist der Untertitel fest im Video integriert.
Aegisub wirft nur eine kleine Untertiteldatei raus, wenn man fertig ist. Um Sub und Video fest zusammen zu bringen, muss man noch encoden!
Dafür benutzen wir das Programm „Virtual Dub“. Es ist ein recht kompliziertes Programm. Wenn man es das erste Mal benutzt, weiß man erst gar nicht, was man damit jetzt anstellen soll.
Je nach Länge des Videos, Effekten, die man verwendet, Qualitätseinstellung und natürlich auch wie schnell dein eigener PC ist, kann das Encoden etwas dauern. Bei mir dauert eine 45-minütige Episode meistens so 30-45 Minuten zum encoden.
Wenn das alles erledigt ist und der fertige Sub oder Video hochgeladen hat, ist es bereit zum Releasen auf unserer Seite.

Wie man sieht, bedeutet Subben auch jede Menge Arbeit und Zeit.
Aber es macht jede Menge Spaß. Ohne Spaß wird das nichts.
Außerdem haben wir, Akina-Fansubs, im Team einige Leute. Es muss also nicht einer alles machen, wir teilen uns die Arbeit.
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Eintrag ein wenig erläutern, was hinter den Fansubs steckt und schätzt ein wenig unsere Arbeit, die wir sehr gerne für euch machen. So lange es Leute gibt, die sich über unsere Untertitel freuen, macht es auch uns Spaß!

San von Akina-Fansubs

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