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Nach zwei Live Action Movies folgte in diesem Jahr eine komplett neue Adaption des Manga Death Note von Takeshi Obata auf NTV.

In den vergangenen Wochen durfte man sich alle 11 Episoden dank Crunchyroll mit deutschem Untertitel im Simulcast anschauen, und natürlich stehen sie auch heute noch allen Zuschauern frei zur Verfügung.

Nachdem die spannende Handlung um Light/Kira und dem Death Note ein Ende gefunden hat, wird es Zeit für uns, die gesamte Serie zu betrachten.

Worum geht es?

Yagami Light ist ein Wirtschaftsstudent, der zusammen mit seinem besten Freund Fan der Idolgruppe Ichigo Berry ist. Beide wurden in der Schule früher gemobbt. Als Light plötzlich das Death Note findet, erhält er eine sehr große Macht und das Blatt scheint sich zu drehen.

Die Menschen, deren Namen er in das Death Note schreibt, sterben nach 40 Sekunden an einem Herzinfarkt. Dadurch, dass er das Death Note berührt hat, kann er den Shinigami Ryuk sehen.

Als Light feststellt, dass das Death Note Wirklichkeit ist, möchte er dies für seinen eigenen Gerechtigkeitssinn nutzen und versucht alle kriminellen Menschen, deren Namen und Gesichter er kennt, zu töten.
Niemand weiß, wer hinter den mysteriösen Herinfarkt-Fällen steckt, doch die Öffentlichtkeit gibt ihm den Namen Kira.

Light trifft so auf den Detektiv L, der alles daran setzt herauszufinden, wer sich hinter dem Namen Kira verbirgt. Ein Katz und Maus Spiel zwischen den zwei Rivalen beginnt.

Die Story:

Death Note
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Ich besaß vorher keine bestimmten Erwartungen, da ich weder den Anime noch den Manga kenne, doch allein der große Hype um diesen Titel hat mich dazu gebracht, mir dann doch die Serie zu Gemüte zu führen.

Und ich habe es überhaupt nicht bereut. Nachdem die damaligen Live Action Filme mir nicht lange in Erinnerung blieben, wird es die Serie allemal, weil es unglaublich viele Folgen gab, die mich einfach begeistert haben.

Die Serie wurde mit unerwarteten Wendungen spannend gehalten und zumindest für die Zuschauer die keinerlei Ahnung von Death Note hatten, war es bis zum Ende unklar, wie sich die ganzen Geschehnisse um Kira/Light entwickeln würden.

Death Note bot mittendrin einen tragischen Höhepunkt, den man nicht in vielen Drama-Serien zu sehen bekommt und hat noch dazu ein spannendes und sehr gelungenes Finale auf Lager.

Deaht Note besitzt eine sehr komplexe Story, die sich nicht nur oberflächlich mit den Charakteren und der Handlung beschäftigt, sondern auch bestimmte Werte und die menschliche Moral aufgreift.

Die Idee:

Da es bereits eine Live Action Adaption gab und dazu auch schon einen Anime und Theaterstücke, kann man nicht gerade behaupten, dass die Idee vollkommen neu ist.
Doch mal ganz von den Vorgängern abgesehen ist es für eine TV-Serie trotz alldem eine spannende, interessante und auch originelle Handlung, die man mit einer bestimmten Erwartung betrachtet.

Die Charaktere:

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Komme ich zu dem Punkt, der die Serie zu dem gemacht hat, was sie ist, nämlich eine unglaublich gute und spannend umgesetzte Story.
Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn die Darsteller keine gute Arbeit geleistet hätten.

Nachdem ich an vielen Ecken gelesen habe, dass wohl der Charakter L nicht zufriedenstellend dargestellt wurde, muss ich allerdings sagen, dass er mich in der Rolle durchaus überzeugte.
Ich weiß nicht, wie L im Manga oder Anime ist. Ich weiß, dass der Schauspieler Yamazaki Kento ihn anders darstellte, als Matsuyama Kenichi in den Live Action Movies. Allerdings ist L auch hier ein recht merkwürdiger, mysteriöser, ominöser und einzigartiger Charakter.

Yamazaki Kento gab wunderbar viele Eigenarten seiner zu spielenden Person wieder, wirkte zwar oft zurückhalten, aber eigenwillig. Trotz seiner Art konnte man ihn ins Herz schließen.

Death Note
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Sein Rivale war Kira bzw. Light.
Kubota Masataka hat mich von Folge zu Folge immer mehr umgehauen. Er hat seine Rolle einfach unglaublich gut gespielt.
Seinen Charakterwechsel vom früheren ahnungslosen Light zum böswilligen und besessenen Kira war einfach fantastisch!

In einem Drama ist es selten der Fall, dass der Hauptcharaktere so ein Fiesling ist und den Zuschauer dazu bringt, ihn zu hassen. Dies wiederum spricht für die gute Story des Originals.
Kubota Masataka hat mich wirklich bis zur letzten Minute beeindruckt.

Die beiden Hauptdarsteller gefielen mir zudem um einiges besser, als die von den früheren Filmen. Sie gaben dem Titel Death Note eine wunderbare Frische.
Light und L waren zwar Rivalen, harmonierten auf der anderen Seite aber wunderbar zusammen, so dass man sich wirklich wünschte, sie hätten sich unter anderen Umständen kennengelernt.

Zudem gefiel mir die Handlung zwischen Light und seinem Vater, und wie es sich schlussendlich auch zwischen ihnen zuspitzte. Schauspieltechnisch war dies einfach großartig. Die letzte finale Szene zwischen den beiden war zum einen recht bedrückend, zum anderen aber auch sehr erschreckend.

Die Einzige, von der ich nicht ganz überzeugt war, ist Sano Hinako, die Misa in der Serie spielte. Sie wirkte auf mich die ganze Zeit sehr oberflächlich und ich sah auch keine große Veränderung zu ihrem früheren Ich. Zum Schluss kam sie auch etwas zu kurz.

Der Cast:

RolleDarsteller
Yagami Light / KiraKubota Masataka
LYamazaki Kento
NYuki Mio
Amane MisaSano Hinako
Yagami SochiroMatsushige Yutaka
WatariHankai Kazuaki

 

Die Umsetzung:

Death Note
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Die düstere Atmosphäre von Death Note kam wirklich sehr gut rüber. Die Entwicklungen der Charaktere, die Besessenheit die vom Death Note ausgeht und was es mit den Besitzern macht, die Wendungen der Story und auch die Musik trugen dazu bei, dass es sich hier um eine sehr gelungene Serie handelt.

Allerdings muss ich zugeben, dass die Spannung an einem Moment, nachdem es eine entscheidende Wendung in der Geschichte gab, kurzzeitig verloren ging und die Serie auch ein etwas anderes Flair erhielt.

Die animierte Darstellung der Shinigamis waren zwar vielleicht nicht Hollywood-reif, trotzdem sehr gut gelungen.

Der Untertitel:

Hier habe ich wirklich kaum etwas auszusetzen. Der Untertitel war gut leserlich, nicht zu schnell und auch gut verständlich.
Wenn in der Serie allerdings vom „Note“ gesprochen wurde, wäre es besser gewesen „Note“ im einzelnen (wenn sie nicht gerade „Death Note“ sagten) auch zu übersetzen, da es den Lesefluss etwas irritierte.
Aber das war nur eine Kleinigkeit, über die man gut hinwegsehen konnte.

Fazit:

Die Serie hat es geschafft, mich auch endlich von der Story von Death Note zu begeistern.
Die komplexe und tiefgründige Handlung und vor allem auch die schauspielerische Darbietung, haben mich bis zum Ende einfach nur begeistert.

Ich würde die Serie allen Drama-Fans ans Herz legen.
Was eingefleischte Death Note Fans von der Serie halten könnten, kann ich an dieser Stelle nicht einschätzen, allerdings habe ich viele positive Bewertungen von Fans lesen können, vor allem wenn es um die Darstellung des Light/Kira ging.
Anime und Manga Fans sollten keine Scheu haben sich die neue Realumsetzung anzusehen.

Info
Death Note
Originaltitel: デスノート
Format: Renzoku (Serie)
Produktion: NTV
Regie: Inomata Ryuichi
Drehbuch: Izumi Yoshihiro
Musik: Hattori Takayuki
Genre: Mystery, Thriller, Drama
Episoden: 11
Sprache: Japanisch mit deutschen Untertiteln
Ausstrahlung: 05. Juli – 13.September 2015 (Japan)

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