Eien no Zero - Eternal Zero
© Toho

Der japanische Film Eien no Zero schaffte es unter dem englischen Titel Eternal Zero auch zu uns nach Deutschland. KSM haben wir dies zu verdanken. Doch was hat der augenscheinlich erfolgreichsten Film 2014 zu bieten?

Eien no Zero / Eternal Zero kam am 21.Dezember 2013 in die japanischen Kinos. Er basiert auf den gleichnamigen Roman von Hyakuta Naoki, der am 24.August 2006 veröffentlicht wurde.
Die Dreharbeiten liefen von Juni bis August 2012 und fanden in Kagoshima, Amami, Oshima, Chiba und Ibaraki statt.
Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Award für „Best Film“ bei den 38. Japan Acadamy Awards, die dem amerikanischen Oscar gleichen.

Worum geht es?

Der 26-jährige Saeki Kentaro (Miura Haruma) und seine Schwester Keiko (Fukiishi Kazue) erfahren auf der Beerdigung ihrer Großmutter ein großes Familiengeheimnis. Der Mann, den sie immer für ihren Großvater hielten, war nicht ihr biologischer Großvater. Das war Miyabe Kyuzo (Okada Junichi), der im Zweiten Weltkrieg als Kamikazepilot fiel.
Die beiden Geschwister beschließen, mehr über ihren Blutsverwandten und seine Geschichte herauszufinden. Dessen Waffenbrüder eröffnen ihnen jedoch lediglich, dass ihr Großvater als größter Feigling der ganzen Marine galt.
Es stellt sich heraus, dass die Motivation ihres Opas, zu desertieren, darin begründet lag, dass er seiner Ehefrau ein Versprechen gemacht hat: unbeschadet nach Hause zurückzukehren, um sich um seine Familie zu kümmern.
Kentaro und Keiko stellen sich die Frage: Warum sollte ein familienorientierter Mann überhaupt an einer Kamikaze-Mission teilnehmen?

Eien no Zero - Eternal Zero
© KSM

Die Story:
Der Storyverlauf von Eien no Zero war gefüllt mit so einigen Dialog-Sequenzen und actiongeladenen Szenen der Zero-Flugzeuge und Kamikaze Einsätzen. Die Frage die sich der Film und die Charaktere stellten war, wie ein Mensch wie Miyabe Kyuzo, der alles daran tat lebend zu seiner Familie zurückzukehren, dazu verleitete wurde letztendlich doch zu den Kamikaze zu gehen und sein Leben aufzuopfern.
Bis zur letzten Minute erhofft sich der Zuschauer, dass sich all die einzelnen Puzzleteilchen zu einem ganzen Bild zusammen setzen würden und somit alles eine gewisse Klarheit bekommt.
Der japanische Blockbuster versucht vor allem kritisch mit der Thematik der Kamikaze und den Kriegsgeschehnissen umzugehen.

Die Idee:
Der Film zeigt gleich zwei Seiten, zum einen die Denkweise der Japaner zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Dass die Soldaten alle dazu bereit sein mussten, sich ehrenhaft aufzuopfern und dass, wenn man sein Leben doch mehr schätzt und lebend zu seiner Familie zurückkehren möchte, als Feigling abgestempelt wird.
Zum anderen wird die Denkweise der modernen Zeit und der heutigen Jugend gezeigt, wie sie über den Krieg und die Kamikaze denken.
Der Film übermittelt zudem, dass allein diejenigen, die diese Zeit miterlebt haben in der Lage sind die wichtige Geschichte von damals weiterzutragen und dass es wichtig ist, darüber zu reden, auch wenn es schwer sein mag.
Die Idee, alte und neue Denkweisen hier zu vergleichen und zu vereinen, wurde hier wunderbar umgesetzt.
Und auch der Film allein überliefert kritisch und emotional den Zuschauern, die im Jetzt leben, was es hieß in der damaligen Zeit in den Krieg zu ziehen.

Die Charaktere und Schauspieler:
Ich muss ein großes Lob an Okada Junichi (er spielt Miyabe Kyuzo) äußern, da er in Eien no Zero eine ordentliche und überzeugende Leistung abgeliefert hat. Er kam einem wirklich sehr sympathisch und vor allem sehr menschlich herüber. Auch sein charakterlicher und psychischer Wandel wurde von ihm sehr gelungen dargestellt. Er übermittelte mit seiner Rolle, was die Ereignisse und all die Aufopferungen mit einem Menschen anrichten konnten.

Im Gegenzug spielte Miura Haruma den jungen Studenten Saeki Kentaro, der nicht wirklich etwas mit sich in der heutigen Zeit anzufangen weiß.
Leider vermisste ich es zu sehen, was all das Wissen und die Wahrheit über seinen echten Großvater in ihm bewirkte, ob er daraus vielleicht was lernte und nun sein Leben mit mehr Ernsthaftigkeit führen wollte.
Seine schauspielerische Leistung war nicht wirklich herausragend. Manchmal wirkte er zu überdramatisch, manchmal zu starr.

Doch trotzalldem wurden im Groben und Ganzen hier sehr viele namenhafte und gute Schauspieler eingesetzt, die ihre Rollen sehr gelungen darstellten.

RolleDarsteller
Miyabe KyuzoOkada Junichi
Saeki KentaroMiura Haruma
MatsunoInoue Mao
IsakiHamada Gaku
KageuraArai Hirofumi
OishiSometani Shota

 

Die Synchronisation:
Anfangs brauchte ich wieder meine Zeit, um mich an die deutschen Stimmen zu gewöhnen, da ich die Schauspieler halt mehr mit ihren echten Stimmen kenne. Allerdings denke ich, dass hier wirklich gute und teilweise auch ähnliche Stimmen ausgewählt wurden.
Man gab sich auch viel Mühe bei der Synchronisation, so das es nicht nach einer billigen Umsetzung und unerfahrenen Stimmen klang.

Die Umsetzung:
Mit 137 Minuten war es doch ein recht langer Film und an manchen Stellen wären so einige Szenen besser zu Geltung gekommen, wenn sie kürzer gewesen wären. Vor allem zum Ende zog es sich noch ziemlich, was recht unnötig war.

Die Kulissen der Kriegszeit und die Szenen der Luftkämpfe wurden wunderbar und sehr realistisch umgesetzt. Doch hätte man sich mehr zusätzliche geschichtliche Hintergrundinformationen gewünscht. Großer Bezug auf die Feinde und die Ursachen dieses Krieges gerieten extrem in den Hintergrund.

Untermalt wird der Film durch dramatische Musik, die allerdings manchmal etwas unpassend und an falschen Stellen eingesetzt wurde. So wirkten einige Szenen etwas zu überdramatisch leider.

Fazit:
Vorne auf dem DVD Cover steht „Der beste japanische Film des letzten Jahres – Hollywoodreporter.com“ und auch von den Einnahmen war Eien no Zero der erfolgreichste Kinofilm im Jahr 2014.
Ich fand den Film zwar sehr gut umgesetzt, emotional und dramatisch, doch leider würde ich selbst mit dem oberen Zitat nicht zu 100% mitgehen.
Leider war er etwas zu langgezogen, so das die Spannung an manchen Stellen verloren ging.
Doch die Charaktere, die Thematik und sogar die Tatsache, dass das ein oder andere Puzzleteil nicht aufzufinden war am Ende, machte es doch zu einem recht gelungenen Kriegsdrama, den man sich durchaus zu Gemüte führen kann.

 

Info
Eien no Zero

Englischer Titel: Eternal Zero – Flight of no Return
Originaltitel: 永遠の0
Format: Film
Produktion: Toho
Deutscher Publisher: New KSM
Originalidee: Hyakuta Naoki (Roman)
Regie: Yamazaki Takashi
Drehbuch: Hayashi Tamio
Produktionsjahr: 2013
Länge: 137 Minuten
Genre: Drama, Geschichte, Zweiter Weltkrieg, Kamikaze
Sprache: Deutsch, Japanisch mit deutschen Untertitel

Im Web:
Offizielle Website
Eternal Zero bei KSM

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