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HomeMovie & TVHalbjapanerin dreht autobiografischen Film über ihr Leben in Japan

Wenn die Heimat ein fremdes Land bleibt

Halbjapanerin dreht autobiografischen Film über ihr Leben in Japan

Emma Kawawada ist eine japanische Filmemacherin, die mit „My Small Land“ ihren ersten eigenen Film in die japanischen Kinos brachte. Darin berichtet sie über ihr Leben als Japanerin mit gemischter Herkunft in einem Land, in dem sie sich trotzdem immer als Ausländerin fühlte.

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Die Regisseurin spricht darüber, in Japan geboren und aufgewachsen zu sein. Trotzdem fühlte sie sich immer ausgeschlossen und war auf der Suche nach einem Ort, an den sie gehörte.  Sie wünscht sich, dass die Zuschauer nach dem Film ein wenig nachvollziehen können, wie schwer es ist, sich wurzellos zu fühlen. Die inzwischen 30-jährige Kawawada wurde als Tochter eines Briten und einer Japanerin geboren.

Ausländer haben in Japan weiterhin mit Vorurteilen zu kämpfen

My Small Land“ spielt in der Präfektur Saitama und erzählt die Geschichte der kleinen Sarya, die mit ihren kurdischen Eltern auf der Flucht vor Verfolgung ihre Heimat verlassen muss und nach Japan kommt. Dort besucht sie eine Oberschule und arbeitet Teilzeit in einem Supermarkt, um Geld fürs Studium zu verdienen. Das Namensschild von Sarya ist in Katakana geschrieben, sodass die Kunden sofort sehen, dass sie nicht aus Japan stammt.

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Deswegen wird die junge Frau immer wieder auf ihre Herkunft angesprochen und wann sie vorhabe, wieder in ihr Heimatland zurückzukehren. Obwohl Sarya mittlerweile fließend Japanisch spricht, fühlt sie sich immer noch nicht angekommen. Sarya lebt zusammen mit ihrem Vater, ihrer jüngeren Schwester und ihrem kleinen Bruder, der in Japan geboren wurde. Die Mutter starb, als der jüngste Bruder noch klein war.

Das Leben der Familie ändert sich drastisch, als der Antrag des Vaters auf Anerkennung des Flüchtlingsstatus abgelehnt wird. Der Familie ist es ab sofort untersagt einer Arbeit nachzugehen oder die Präfektur zu verlassen. Das Fotomodell Lina Arashi, die ebenfalls gemischter Herkunft ist, gab ihr Filmdebüt in der Rolle der Sarya.

Aus dem Leben gegriffen

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Auch Arashi berichtet davon, immer wieder nach ihrer Herkunft gefragt zu werden. Außerdem würde ihr in vielen Restaurants eine fremdsprachige Speisekarte gereicht, obwohl sie fließend Japanisch sprechen und schreiben kann. Deswegen erinnern sie viele Szenen aus dem Film an ihren eigenen Alltag. Deswegen wirke sie so authentisch in diesen Momenten, weil sie nicht schauspielern musste.

Die Filmemacherin sprach mit Flüchtlingen und ausländischen Einwohnern, um auch deren Geschichten in ihren Film einfließen zu lassen. Obwohl die junge Sarya im Film alles tut, um ihr Aussehen anzupassen, bleibt sie doch die Ausländerin. Ein Stigma, das auch Lina Arashi kennt. Als sie während des Vorsprechens nach ihrer Nationalität gefragt wurde, antwortete sie, dass sie Japanerin sei, auch wenn viele Leute in ihrem Umfeld dies anders sehen würden.

Gerade wegen dieses souveränen Auftretens entschied sich Emma Kawawada für die Halbjapanerin als Darstellerin. „My Small Land“ wurde bereits im Februar bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt und kommt jetzt endlich auch in Japan in die Kinos. Die Jury von Amnesty International lobte den Film ebenfalls.

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