Horror-Special: Japanische Filme zum Gruseln

Wenn es um Horror geht, wollen wir die japanischen Horror-Filme natürlich nicht außer Acht lassen. Nicht umsonst werden Japaner unter anderem als die Meister des Gruselns bezeichnet.

Einige Horror-Geschichten, die ihren Ursprung in Japan haben, gelangten durch Hollywood-Produktionen auch auf die internationalen Kinoleinwände und Fernsehbildschirme. The Ring ist dabei nur ein Beispiel. Wir zeigen euch hier eine Auflistung von japanischer Horror-Streifen, die wir euch zu dieser dunklen und finsteren Jahreszeit empfehlen können.

Rinne (Reincarnation)
Reincarnation - Rinne
© Toho

Rinne kam 2006 in die japanischen Kinos. Regisseur Takashi Shimizu hat eine Schauer bereitende Geschichte mit Geistern und wiedergeborenen Seelen geschaffen.

35 Jahre vor den Ereignissen des Films fand in einem Hotel ein Massaker statt. Ein Professor tötete elf Leute, einschließlich sich selbst, und filmte sich dabei. Die Seelen der Betroffenen sind mittlerweile wiedergeboren worden und diese Personen werden im Laufe der Geschichte von den Toten und einer Puppe heimgesucht.

Während des Films werden die Details des Massakers immer weiter aufgedeckt. Die Hauptpersonen versuchen, dem Schicksal zu entkommen und ihre Erinnerungen an das Vergangene zu vergessen. Dabei erwarten den Zuschauer auch Überraschungen.

Uzumaki (Spiral)
Uzumaki Movie
© Omega Micott

Mit Uzumaki haben wir eine Manga-Adaption in die Horror-Sammlung aufgenommen. Der Film erschien 2000 und Regie führte Higuchinsky. Erzählt wird die Geschichte eines Fluchs, der über einer Kleinstadt liegt. Er bringt die Menschen dazu, verrückt nach Spiralen zu werden, sogar sich selbst mit Spiralen zu töten.

Statt einer Schauergeschichte, zum Beispiel mit Geistern, werden hier viele seltsam entstellte Leichen gezeigt. Daraus baut Uzumaki seinen Gruseleffekt.

Paranormal Activity 2 – Tokyo Night
Paranormal Activity 2- Tokyo night
© Presidio

Mit Tokyo Night schuf Toshikazu Nagae im Jahr 2010 einen Horror-Film, bei dem bis zum Ende nicht direkt gezeigt wird, womit man es zu tun hat. Der Movie hat ein amerikanisches Pendant, eine Filmreihe aus sechs Filmen, die zwischen 2007 und 2015 entstanden sind. Bei all diesen Filmen arbeitete Oren Peli mit.

Der Streifen beschreibt die Geschichte eines Geschwisterpaars, das Geräusche hört und Anzeichen vorfindet, dass die Wohnung von irgendetwas heimgesucht wird. Was sich dahinter verbirgt, kommt erst ganz zum Schluss heraus. Durch die späte Erkenntnis und Erklärung vieler Vorkommnisse während des Films, gibt es hier sogar eine Art „Nachgruseln“. Fans der amerikanischen Paranormal Activity-Reihe sollten sich diesen Teil nicht entgehen lassen.

Zane – Sunde wa Ikenai Heya
Zane 10-16
© Shochiku

Zane, auch The Inerasable genannt, ist das jüngste Werk in unserer Horror-Sammlung sowie eine Buchverfilmung. Es erschien Anfang 2016 und wurde auf der diesjährigen Nippon Connection gezeigt. Kenichi Suzuki führte Regie.

Die Besonderheit an diesem Film liegt in seinem Aufbau als Recherche zweier Frauen zu einer Geistererscheinung in einer Mietwohnung. Dabei entdecken die beiden eine weit größere Gruselgeschichte als erwartet. Die Entdeckungen und Geschichten sind als Rückblicke dargestellt. Sie werden immer mit den Filmtechniken der entsprechenden Zeit aufgenommen. So sind die Rückblicke verpixelt, in Schwarz-weiß oder wie Filme aus den 1920er Jahren.

Zudem wird anfangs nur die Spitze des Eisbergs gezeigt und erst im Laufe des Films werden immer mehr und mehr Hintergrund und Ursprung des Spuks aufgedeckt. Somit bleibt der ganze Film überzeugend, spannend und gruselig zugleich.

Ringu
Ringu
© Toho

Wohl einer der bekanntesten Horror-Filmreihen, die Japan zu bieten hat. Im Januar 1998 startete der erste Film in den japanischen Kinos. Es ist eine Verfilmung der Buchreihe von Koji Suzuki. Ringu besteht aus vier Filmen, zwei Ablegern, die sich Sadako nennen, und einem Crossover mit Ju-On: Sadako vs. Kayako. Dank der Hollywood-Adaption, die im Jahr 2000 begann, ist der Titel hierzulande eher unter The Ring bekannt.

Ringu handelt von einem mysteriösen Videoband. Wer es sieht, erhält einen Anruf und erfährt, dass er nach sieben Tagen stirbt. Die Reporterin Reiko Asakawa, die sich ebenfalls das Video ansah, geht dem Mysterium nach und trifft dabei auf die tragische und grauenhafte Vergangenheit der jungen Sadako Yamamura, die vor 30 Jahren verschwunden ist. Nach und nach wird das Geheimnis um das Videoband und Sadako gelüftet. Im Gegensatz zu der amerikanischen Fassung wird die Geschichte um Sadako im Original auf sehr ruhige Weise erzählt und jagt dem Zuschauer so einen Schauer über den Rücken.

Ju-On
Ju-On
© Toei

Die Horror-Filmreihe Ju-On, die 2000 ihren Anfang nahm, ist mindestens genauso bekannt und beliebt wie Ringu. Die Reihe vom Regisseur Takashi Shimizu besteht aus insgesamt acht Filmen und einem Crossover mit Ringu: Sadako vs. Kayako. Im Jahr 2004 brachte Hollywood eine amerikanische Fassung unter dem Titel The Grudge heraus.

Die Geschichte setzt sich aus den Erzählungen verschiedener Personen zusammen. Erst nach und nach ergibt sich daraus ein Gesamtbild. Allein der Drang, die Lösungen aller Geheimnisse und den Zusammenhang aller Geschichten zu erfahren, bringt einen dazu, die nächsten Teile der Reihe sehen zu wollen. Die Story handelt von der verheirateten Kayako Saeki, die einen Sohn nahmes Takeo hat. Sie ist aber alles andere als glücklich in ihrer Ehe und hat eine Affäre. Als ihr Mann davon erfährt, bricht er ihr vor den Augen ihres Sohnes das Genick. Doch bevor sie stirbt, belegt sie das Haus mit einem Fluch.

Chakushin Ari
The Call 2
© Toho

Auch bekannt unter dem englischen Titel The Call oder One Missed Call. Ein Horror-Film, den ich jedem Fan des Gruselns ans Herz lege. Chakushin Ari stammt von dem Erfolgsregisseur Takashi Miike, startete im Jahr 2004 und besteht aus insgesamt drei Teilen.

Obwohl der zweite Teil wirkt, als ob er nicht wirklich viel mit dem ersten Film zu tun hat, erkennt man irgendwann doch einen Zusammenhang, der im finalen Film natürlich zum Höhepunkt kommt. Auch hier gibt es eine amerikanische Adaption, die 2008 erschien. Leider war diese ein kompletter Reinfall.

In dem Film erhalten Menschen einen seltsamen Anruf von sich selbst ein paar Tage aus der Zukunft. Man hört sich selbst, kurz bevor man stirbt. Und tatsächlich, die Menschen sterben wirklich am besagten Tag.

Der japanische Handy-Klingelton ist hier wohl ein Merkmal, an das man sich noch lange erinnern wird, wenn man The Call gesehen hat. Es ist ein japanisches Kinderlied, das sich einfach nur unheimlich anhört und einem Schauer über den Rücken jagt. Gute Story mit tollem Gruselfaktor! Zu empfehlen!

Honogurai mizu no soko kara
Dark Water
© Toho

Eher bekannt unter dem Titel Dark Water. Der Horror-Streifen ist eine Realverfilmung des gleichnamigen Buches von Ringu-Schöpfer Koji Suzuki, die 2002 in den Kinos lief. Eine Hollywood-Produktion folgte im Jahr 2005 und kam unter dem Namen Dark Water – Dunkle Wasser in Deutschland heraus.

In Dark Water geht es um eine alleinerziehende Mutter und ihr Kind, die in eine neue Wohnung ziehen. Kurz darauf registriert die Mutter Wasserflecke an der Wand und es folgen unheimliche Ereignisse. Ein kleines Mädchen im Regenmantel taucht dabei immer wieder vor ihr auf. Schnell erkennt sie, dass ihre eigene Tochter in Gefahr ist und geht dem Fall eines verschwundenen Mädchens nach.

Man darf den Film vielleicht nicht als großen Gruselschocker bezeichnen, da er mehr ein Drama ist. Dark Water punktet hier mit einer bestimmten Tragik, die mit den Emotionen der Mutter vermischt werden. Wer es also nicht ganz so gruselig haben will, ist hier an der richtigen Adresse.

Otogiriso
Otogirisō 153449
Otogirisō / © Toho

In Deutschland ist der Film eher unter dem Namen St. John’s Wort bekannt. Es ist ein japanischer Horror-Film, der auf der gleichnamigen Visual Novel für den SNES basiert. Erschienen ist der Film am 27. Januar 2001 in Japan. Die deutsche Fassung folgte noch im selben Jahr.

Otogiriso dreht sich um zwei junge Spieledesigner, die ein altes Landhaus besuchen, um sich Inspirationen für ihr nächstes Spiel zu holen. Dabei genießen sie die Abgeschiedenheit und die Ruhe, die in dem Haus herrscht. Leider wissen beide nicht, dass auf dem alten Landhaus ein Fluch liegt. Nach und nach erleben die beiden Designer allerhand schreckliche und alptraumhafte Ereignisse. Eine wahre Grusel-Odyssee. Dabei versuchen sie den Fluch zu brechen, um aus dem alten Landhaus zu entkommen.

Der Film hat einige Gruselmomente, die auch Horror-Freunde begeistern können. Wer auf Geistererscheinungen und Flüche steht, ist bei diesem Film richtig. Die Kamerafahrten und die Verknüpfung mit einem Spiel geben dem Film einen besonderen Reiz.

Audition
Audition
© Basara Pictures

Mit Audition reiht sich ein weiterer Film von einem der bekanntesten und filmisch brutalsten Regisseure Japans in die Liste mit ein. Der Film von Takashi Miike basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ryu Murakami.

Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau will der Geschäftsmann Aoyama wieder heiraten. Nachdem er von seinem besten Freund, einem Fernsehproduzenten, überredet wurde, ein fiktives Vorsprechen für einen Film abzuhalten, um dort eine Frau zu finden, verliebt er sich in die schüchterne Asami. In der ersten gemeinsamen Nacht, die die beiden verbringen, verschwindet Asami auf einmal spurlos. Als diese schlussendlich wieder im Haus von Aoyama erscheint, beginnt für ihn der Schrecken seines Lebens. Nachdem er von Asami gelähmt wird, beginnt sie ihn zu foltern.

Audition beginnt langsam, zurückhaltend und sogar etwas schleppend und lässt daher nur wenig Ahnung zu, was den Zuschauer für ein grausames und brutales Ende erwartet. Der Effekt wird dadurch verstärkt, dass man nie weiß, ob es sich bei den Folterungen nur um einen Alptraum oder um Wirklichkeit handelt.

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