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Ausgrenzung und finanzielle Probleme

Neue Yakuza-Filme gehen auf Gesellschaftsprobleme ein

Für lange Zeit war das Genre der Yakuza sehr beliebt, doch in den vergangenen Jahren wurden immer weniger Filme produziert, mit Ausnahmen von Klassikern wie „Outrage“. Anfang 2021 starteten in den japanischen Kinos zwei neue Filme, die allerdings eine andere Sicht auf die Yakuza zeigen.

Statt der klassischen Darstellung von kriminellen und rivalisierten Machenschaften beleuchten die Filme „Yakuza and the Family“ und „Under the Open Sky“ die Absurdität in der Gesellschaft aus der Sichtweise der Gangster.

Ausgrenzung der Mitglieder und ihrer Familien

„Yakuza and the Family“ (Yakuza to Kazoku – The Family) kam am 29. Januar 2021 in die Kinos und stammt von dem Regisseur Michihito Fujii, der für seinen Film „The Journalist“ aus dem Jahr 2019 den Japan Academy Film Prize gewann.

Die Geschichte dreht sich um eine Yakuza-Familie von 1999 bis 2019. Kenji Yamamoto, der von Go Ayano verkörpert wird, gerät ins Wanken und tritt einer kriminellen Bande bei, nachdem sein Vater an einer Drogenüberdosis starb. Er trifft auf den Yakuza-Boss Hiroshi Shibasaki, zu dem er eine Vater-Beziehung entwickelt. Doch eines Tages wird er festgenommen und bricht den Kontakt zu seinem Klan ab. Kenji gründet danach seine eigene Familie und gerät so in neue Konflikte innerhalb der Gesellschaft.

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Mit dem harten Durchgreifen eines überarbeiteten Gesetzes zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität seitens der Polizei und lokaler Behörden, wurden die Banden nicht nur finanziell geschädigt, auch kommt es zu immer mehr Ausgrenzungen der Mitglieder innerhalb der Gesellschaft. Der Film zeigt die Veränderungen innerhalb der Gruppen, beleuchtet aber auch die Familie.

„Yakuza and the Family“ greift auf eine sehr realistische Art und Weise bestimmte Menschenrechtsthemen auf. So ist es ehemaligen Gangstern selbst nach ihrem Ausstieg aus den kriminellen Organisationen und der „Fünf Jahre Regel“ noch immer nicht möglich, ein eigenes Bankkonto zu eröffnen. Auch ihre Familien müssen mit den Folgen leben und werden mit Hasskommentaren in den sozialen Medien konfrontiert.

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Die Yakuza und ihre Rückkehr in die Gesellschaft

Nach „Yakuza and the Family“ startete am 11. Februar 2021 der Film „Under the Open Sky“ (Subarashiki Sekai) von Regisseur Miwa Nishikawa in den Kinos. Er handelt von dem Protagonisten Masao Mikami, der von Koji Yakusho gespielt wird. Er hat damit zu kämpfen sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, nachdem er 13 Jahre lang wegen Mordes im Gefängnis saß. In dem Film möchte ein TV Sender eine Sendung über den ehemaligen Yakuza drehen und zeigt dabei wie er sein neues Leben bewältigt.

In Vorbereitung auf den Filmdreh befragte der Regisseur Miwa Nishikawa ehemalige Yakuza-Mitglieder und Ex-Sträflinge. Auch „Under the Open Sky“ versucht realitätsnah zu zeigen, wie die Gesellschaft dem Yakuza die kalte Schulter zeigt und ihn ausgrenzt. Auch beleuchtet der Regisseur die Veränderungen innerhalb der Yakuza-Klane und wie sie immer mehr an Macht verlieren.

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Beide Regisseure haben mit ihren Kinofilmen Themen aufgegriffen, die in der Gesellschaft angegangen werden müssen, sagte der Filmkritiker Takeo Matsuzaki. „Ihre Ansätze sind sehr unterschiedlich, aber beide stellen die Veränderung der Zeit dar, indem sie die Charaktere nach Absitzen ihrer Haftstrafen in die moderne Welt entlassen und die momentane soziale Polarisierung aus Sicht des Außenseiters zeigen“.

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