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Retrospektive der Nippon Connection folgt dem Motto Ecstasy & Desire

Die Kategorie der Nippon Retro, der Retrospektive der Nippon Connection, steht dieses Jahr unter dem Thema Ecstasy & Desire – In the Realm of Roman Porno.

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Die Kategorie Nippon Retro auf der Nippon Connection zeigt historische Filme zu einem bestimmten Thema. Dieses Jahr lautet dieses: Ecstasy & Desire – In the Realm of Roman Porno. Das Genre des Roman Porno wurde 1971 vom japanischen Filmstudio Nikkatsu begründet. Oftmals junge Regisseure haben hier bis 1988 mehr als 1000 Hochglanz-Erotikfilme veröffentlicht. Ihnen dienten die Filme zum Experimentieren und als Sprungbrett. Dadurch entstanden in dem Genre alle erdenklichen Stilrichtungen. Zu den im Roman Porno tätigen Regisseuren zählten auch Tatsumi Kumashiro und Noboru Tanaka, die von Kritikern für ihren visuellen Einfallsreichtum und die narrative Komplexität gelobt wurden.

Nippon Connecton 2017 Ecstasy of the Black Rose
Ecstacy of the Black Rose © 1975  Nikkatsu Corporation

Im Gegensatz zu den sogenannten Pink-Filmen hatten die Filme des Roman Porno mehr Möglichkeiten, da ein großes Filmstudio hinter ihnen stand. Nikkatsu stellte höhere Budgets und erfahrene Techniker zu Verfügung. Dadurch entstanden glanzvolle Bilder auf der Leinwand, die Cinemascope und Farbe aufwiesen. Die meisten Pink-Filme waren damals noch Schwarz-Weiß-Filme.

Im Nippon Retro werden vom 26. bis 28.05.2017 neun Filme, davon acht in 35mm-Kopien, im Deutschen Filmmuseum gezeigt. Einen Einstieg gibt der Vortrag zum Thema „Nikkatsu Roman Porno and Japanese Erotic Cinema“ von Buchautor Jasper Sharp in englischer Sprache im Künstlerhaus Mousonturm, Studio 1. Er findet am 26.05. um 15 Uhr statt. Jasper Sharp und Regisseur Akihito Shiota (Wet Woman in the Wind des Roman Porno Reboot Projects) geben vor den Aufführungen der einzelnen Nippon Retro Filme auch Einführungen in diese. Die Retrospektive findet in Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut  und der Japan Foundation Tokyo statt.

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Passend zum Thema der Nippon Retro werden in der Kategorie Nippon Cinema zwei Filme als Deutschlandpremiere gezeigt. Diese sind Teil des „Roman Porno Reboot Project“, das Nikkatsu zum 45. Jubiläum seines Genres ins Leben rief. Dawn of the Felines von Kazuya Shiraishi und Wet Woman in the Wind von Akihito Shiota sind diese beiden Filme.

Die Filme des Nippon Retro werden im Deutschen Filmmuseum gezeigt. Der Eintritt kostet 7 Euro für Erwachsene und 5 Euro bei Ermäßigung. Die Tickets sind ausschließlich im Filmmuseum erhältlich. Die Filme werden im japanischen Original mit englischen Untertiteln gezeigt.

Hier folgt eine Übersicht über die einzelnen Filme mit einer kurzen Beschreibung:

Night of the Felines | Mesunekotachi no yoru
R: Noboru TANAKA, Japan 1972, DCP

Der Film handelt von den Erlebnissen von drei Prostituierten in einem Badehaus-Bordell. Dabei zeigt die frivole Komödie auch viele melancholische Momente im Leben der Frauen.

Following Desire Nippon Connection 2017
Following Desire © 1972  Nikkatsu Corporation

Following Desire (a.k.a. Sayuri Ichijo: Wet Lust) | Ichijo Sayuri: Nureta yokujo
R: Tatsumi KUMASHIRO, Japan 1972, 35mm

Hier spielt die Stripperin Sayuri Ichijo sich selbst. Sie gibt dabei Einblick in ihre ausgefallenen Darbietungen, die ihr immer wieder Ärger mit dem Gesetz bescherten.

Twisted Path of Love | Koibitotachi wa nureta
R: Tatsumi KUMASHIRO, Japan 1973, 35mm

In diesem nihilistischen Drama zeigt der Regisseur ein düsteres Menschenbild und überzeichnet gleichzeitig die Zensurpraktiken der Zeit. So sind überdimensionale schwarze Balken eingefügt oder manuelle Kratzer im Filmbild enthalten.

The World of Geisha | Yojohan fusuma no urabari
R: Tatsumi KUMASHIRO, Japan 1973, 35mm

Der Film zeigt die Lebensrealität junger Geisha und übt gleichzeitig Kritik an der Zensur. So sind zum Beispiel Zwischentitel durchgestrichen.

Tamanoi, Street of Joy (a.k.a. Street of Joy) | Akasen Tamanoi: Nukeraremasu
R: Tatsumi KUMASHIRO, Japan 1974, 35mm

Der Film spielt einen Tag, bevor das Gesetz gegen lizenzierte Bordelle in Kraft trat. Er erzählt vom Arbeitsalltag und den privaten Erlebnissen verschiedener Prostituierte, die mit einer ungewissen Zukunft leben müssen.

Sada and Kichi (a.k.a. A Woman Called Abe Sada) | Jitsuroku: Abe Sada
R: Noboru TANAKA, Japan 1975, 35mm

The Stroller in the Attic Nippon Connection 2017
The Stroller in the Attic © 1976 Nikkatsu Corporation

Sada and Kichi zeigt den Fall Sada Abes. Diese war eine Prostituierte, die 1936 ihren Geliebten erdrosselt und seine abgetrennten Genitalien bis zu ihrer Verhaftung als Andenken mit sich trug.

Ecstasy of the Black Rose (a.k.a. Black Rose Ascension) | Kurobara shoten
R: Tatsumi KUMASHIRO, Japan 1975, 35mm

Kumashiro schaut hier mit Ironie auf die Erotikfilmbranche. Der Film beschäftigt sich mit dem Drehen eines Pornos.

The Stroller in the Attic (a.k.a. Watcher in the Attic) | Yaneura no sanposha
R: Noboru TANAKA, Japan 1976, 35mm

In der Romanverfilmung spielen Voyeurismus und eine Reihe bizarrer Morde eine wesentliche Rolle.

The Woman With Red Hair | Akai kami no onna
R: Tatsumi KUMASHIRO, Japan 1979, 35mm

Dieser Film gilt bei vielen Kritikern als der beste Film von Kumashiro. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter auch eine für die Hauptdarstellerin Junko Miyashita, eine der bekanntesten Schauspielerinnen des Genres.

Nippon Cinema: Roman Porno Reboot Project
Wet Woman in the Wind | Kaze ni nureta onna
R: Akihiko SHIOTA, Japan 2016, DCP

Dawn of the Felines | Mesunekotachi
R: Kazuya SHIRAISHI, Japan 2017, DCP

Im Programm der 17. Nippon Connection, die vom 23. bis 28. Mai 2017 stattfindet, sind insgesamt über 100 Kurz- und Langfilmen mit zahlreichen Deutschland-, Europa- und Weltpremieren enthalten. Damit ist die Nippon Connection das weltweit größte Festival für japanisches Kino und bietet einen abwechslungsreichen und spannenden Einblick in die japanische Filmkunst. Zahlreiche Regisseure und Schauspieler sind auch selbst vor Ort, um ihre Werke erstmals dem hiesigen Publikum vorzustellen.

Neben den Filmen bietet ein vielseitiges Rahmenprogramm den Besuchern die Möglichkeit, in die facettenreiche Kultur Japans einzutauchen. Hier stehen Workshops, Vorträge, eine Podiumsdiskussion, Performances, Konzerte, Ausstellungen und ein japanischer Markt zu Auswahl. Hauptveranstaltungsorte sind das Künstlerhaus Mousonturm und das Theater Willy Praml in der Naxoshalle.

Das vollständige Programm findet man auf der Webseite des Festivals.

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