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Eine Reise auf den Spuren des Buddhismus

Weltreise mit Buddha – Der Buddha in uns

Jesco (31) ist fasziniert vom Buddhismus und begibt sich auf eine Reise über drei Kontinente und in acht Länder. Dabei will er mehr über die Religion erfahren und hofft, Antworten auf die Faszination des Buddhismus zu finden.

Sein Weg führt ihn über Thailand, Tokyo, Irland, Nepal, in die Mongolei, nach China und schließlich bis nach Afrika.

Die Erleuchtung steht ihm gut

Phra Julien ist ein buddhistischer Mönch aus Kanada, der seinen inneren Frieden in Thailand abseits der Zivilisation gefunden hat. Dort lebt er zusammen mit Eingeborenen und liebt die Abgeschiedenheit zusammen mit seiner veganen Katze. Julien wirkt glücklich, zufrieden und strahlt eine positive Aura aus, die Jesco zutiefst fasziniert und weiter antreibt, mehr über die Religion zu erfahren.

Mit ruhiger Stimme und sanften Klängen sowie faszinierenden, lebensnahen Bildern kommt es einem fast so vor, als würde man direkt selbst neben dem Regisseur gehen und die Welt mit neuen Augen entdecken.

Kein Wunder: Jesco Puluj ist für die Regie, die Kamera und die Produktion allein verantwortlich und „Weltreise mit Buddha“ ist sein erster abendfüllender Dokumentarfilm.

Nicht vor sich selbst weglaufen

Der singende Mönch Ishida Houdou mit seiner Bambusgitarre.

Einen „moderneren“ Buddhismus wagt er in Tokyo zu finden: Versteckt in einer Bar befindet sich ein „Nacht-Tempel“, in dem Mönche die Glocke schlagen und Mantras mit den Cocktail-schlürfenden Gästen singen. Ishida Houdou ist ein singender Mönch, der mit seiner Luftgitarre und Luftflöte in Form eines Bambusbesens die Lehren Buddhas modern singt und dabei auch von echten Gitarren begleitet wird.

Er versteht sich nicht nur als Mönch, sondern auch als Komiker, der mit seinem Gesang und seinen CDs die heutigen Menschen mehr erreichen will. Auf die Frage, warum Buddhisten Alkohol in einer Bar trinken, antwortet ein anderer Mönch: „Wird man automatisch zu Buddha, wenn man keinen Alkohol trinkt?“

Das Erlebnis in dem Nacht-Tempel war zwar faszinierend, aber es mangelt danach spürbar an Spiritualität, sodass sich Jesco zu den Wurzeln des Buddhismus begibt: In Nepal (Lumbini) besucht er die Ruinen des Palastes, in denen Prinz Buddha gelebt hat, bevor er seinen Reichtum und seinen Luxus aufgegeben hat.

Obwohl hunderte Pilger mit ihm dort sind, findet er keinen Kontakt zu den Buddhisten und man merkt ihm seine Verlorenheit an. Für ihn wirken die Ruinen wie ein „Haufen Steine“, die ihm aber keine Antworten auf seine Fragen bieten.

Wir haben alle einen Buddha in uns

Der Roboter-Mönch Xian’er gibt Antworten zu alltäglichen Fragen mithilfe der Lehren Buddhas.

Im Longquan-Tempel in China spürt man den Enthusiasmus der Mönche, Buddhas Lehren den Menschen näherzubringen. Stop-Motion-Animationsfilme und ein Roboter-Mönch sorgen für große Beliebtheit und Aufsehen.

Jesco taut auch für den Zuschauer endlich ein wenig auf. Die meiste Zeit wirkt er apathisch und lustlos, während er die Aufnahmen macht. Man spürt ihm seine Zweifel über die verschiedenen Facetten des Buddhismus an, da sie so widersprüchlich erscheinen und kein einheitliches Gesamtbild ergeben.

10 Tage ein buddhistischer Mönch sein

Jesco Puluj war alleine mit seiner Kamera unterwegs, um den Film zu erstellen.

In Johannesburg hat der Regisseur und Filmproduzent die einmalige Chance, für zehn Tage selbst Mönch zu werden. Dort trifft er auf einen jungen Novizen, der für diesen Traum sogar sein Recht als Erstgeborener aufgeben möchte.

Man merkt Jesco an, dass er beschämt ist, sich davor zu scheuen, selbst den Buddhismus zu leben. Gleichzeitig wirkt diese Phase des sehr episodenhaft gehaltenen Films wie eine verpasste Chance, tiefer in die Religion einzutauchen.

Auch der anschließende probeweise Eintritt in das Kloster in Südchina wirkt seltsam aufgesetzt. Statt sich voll und ganz dem Buddhismus hingeben zu können, wird er als erster Ausländer fotografiert und erregt viel Aufsehen. Der strenge Tagesablauf scheint ihn zu demotivieren und eher unglücklich zu machen.

Man kann es entweder als eine ehrliche, unverfälschte Dokumentation der Gefühlswelt des Regisseurs interpretieren oder als Lustlosigkeit und Demotivation, sich intensiver auf seine Umwelt einzulassen.

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Der Kreis schließt sich

Am Ende des Dokumentarfilms besucht Jesco seinen kanadischen Freund und Mönch Phra Julien.

Auf die Frage, was Buddhismus ist, antwortet dieser: „Der Buddhismus ist ganz einfach zu verstehen, er besteht aus drei Dingen: anderen durch gute Taten zu helfen, niemandem Leid zuzufügen und seinen Geist zu reinigen, um sich von Eifersucht, Wut und Hass zu befreien.“

Diesem kann Jesco zwar zustimmen, aber so ganz hat man trotz der einjährigen Filmdauer nicht das Gefühl, dass er sich so sehr auf die Religion eingelassen hat, wie er die Chancen dazu gehabt hätte.

Er selbst sieht den Buddhismus letztlich nicht als eigene Religion, sondern vielmehr als ein interpretierbares Wertesystem.

Fazit

Jesco Puluj hat sich als abendfüllendes Erstlingswerk einer wahren Mammutaufgabe gestellt. Es gelingt ihm auf faszinierende Art und Weise, die unterschiedlichsten Facetten des Buddhismus zu zeigen.

Viele Phasen des Films sind wie Momentaufnahmen, in denen nur ruhige Musik gespielt wird und man durch Hallen wandelt, Parks erkundet, Mönche beim Singen beobachtet oder beim Essen zusieht. Es ist lebensnah, unverfälscht und ruhig wie die Religion selbst. Dies ermöglicht einem, sich eine eigene Meinung zu bilden, ohne eine vorgefertigte Meinung vorgesetzt zu bekommen.

Gleichzeitig wirkt es an vielen Stellen so, als hätte man sich für dieses Projekt zu viel vorgenommen: Am Ende hat man einen seltsamen Einheitsbrei aus Dokumentation, den Erscheinungsbildern einer Religion und einer Reise zu sich selbst.

Dennoch ist es Jesco Puluj gelungen, einen episodenhaften, widersprüchlichen, ehrlichen und unverfälschten Film zu schaffen, der starke Kontraste einer so friedlichen Religion zum Vorschein bringt.

Info

"Weltreise mit Buddha" beschreibt die Reise in 3 Kontinente und 8 Länder, um dem Buddhismus in all seinen Facetten näher zu kommen.
„Weltreise mit Buddha“ beschreibt die Reise in 3 Kontinente und 8 Länder, um dem Buddhismus in all seinen Facetten näher zu kommen.

Weltreise mit Buddha (2020)
Regie: Jesco Puluj
Drehbuch: Jesco Puluj
Kamera: Jesco Puluj
Genre: Dokumentarfilm
Länge: 1 Std. 23 Min.
FSK: nicht bekannt
Im Kino: Ab 30. Juli 2020
Webseite des Films bei Happy Enterainment

REVIEW OVERVIEW

Gesamteindruck
95 %

Unser Fazit

Jesco Puluj hat sich als abendfüllendes Erstlingswerk einer wahren Mammutaufgabe gestellt. Es gelingt ihm auf faszinierende Art und Weise, die unterschiedlichsten Facetten des Buddhismus zu zeigen.Es ist lebensnah, unverfälscht und ruhig wie die Religion selbst. Dies ermöglicht einem, sich eine eigene Meinung zu bilden, ohne eine vorgefertigte Meinung vorgesetzt zu bekommen.
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