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Zwischen TikTok und J-Pop

5 japanische Musik-Highlights 2020

Alles in diesem Jahr 2020 fühlt sich nicht besonders normal an, ganz besonders die Musik musste in den letzten Monaten einige Änderungen durchmachen. Als die Coronavirus-Pandemie Ende Februar in Japan Unruhe erregte, begannen sich die Künstler an eine neue Realität zu gewöhnen.

Am 26. Februar begannen große Konzerte und Veranstaltungen nach einer Anfrage der Zentralregierung abgesagt zu werden. Nicht lange danach schlossen kleinere Live-Häuser und Clubs im ganzen Land ihre Türen. Die Auftritte gingen online und ehemals digital ablehnende Unternehmen stellten das Live-Material auf YouTube online.

Japanische Musik im Wandel

Inmitten dieser seltsamen Zeiten verändert sich die japanische Musik weiter. Bis jetzt haben die Künstler Erfolg, die in dem Jahr 2020 perfekte Songs für TikTok herausbringen. Denn die Plattform TikTok boomt, nicht nur in Japan.

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Abseits des Rampenlichts vollzieht sich ein ebenso großer Wandel, da japanische Rapper herausgefunden haben, wie man glänzen kann und Indie-Schöpfer den Pop in neue Formen bringen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres ist bereits viel passiert. Damit man aufholen kann und noch hinterherkommt, was die neuen Trends angeht, sind hier die japanischen Hits gelistet, die am besten widerspiegeln, was 2020 vor sich geht.

Yoasobi — “Racing into the Night”

Das Ausbruchslied Japans im Jahr 2020 veranschaulicht zwei Trends. Der erste ist der ausgeprägte Platz, den Online-Musik-Communities im J-Pop gefunden haben. Yoasobi ist ein Duo bestehend aus Ayase, einem Vocaloid-Produzenten und Lilas Ikuta, die Zeit in YouTube-Gruppen verbrachte und populäre Lieder sang.

Das ist die gleiche allgemeine Zusammensetzung von ähnlich populären Projekten wie Yorushika und Zutto Mayonaka de Ii Noni (besser bekannt als Zutomayo). Yoasobi unterstreicht auch das Interesse der Zuhörer an musikalischer Authentizität, denn die Mitglieder der Gruppe schreiben die Musik selbst, anstatt sie von einem Komitee zu komponieren.

Ihre Folge von „The First Take“ (eine YouTube-Serie, die die großen Veränderungen im Land weiter unterstreicht) trug dazu bei, dieses Lied zu einem Hit zu machen, das die Charts anführte und für ein Gesprächsthema im japanischen Morgenfernsehen sorgte.

„Racing Into the Night“ („Yoru ni Kakeru“) basiert auf einer Kurzgeschichte, die online veröffentlicht wurde. Das Video zieht die Zuschauer in seinen Bann und man kann kaum wegschauen. J-Pop hat in letzter Zeit eine heftige Wendung genommen, vom niedergeschlagenen Pop der regierenden Top-Künstlerin Aimyon über die jüngsten Veröffentlichungen aus Zutomayo bis hin zu Extrembeispielen wie Shinsei Kamattechans „Ruru’s Suicide Show on a Livestream“.

Yoasobi ist in diesem Jahr weiter gegangen als jeder andere und hat gezeigt, dass ein Song, der vom allgemein eintönigen Lebensgefühl im Japan des 21. Jahrhunderts inspiriert ist, erfolgreich sein kann.

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4s4ki feat. Rinahamu — “Nexus”

„Nexus'“ liefert dank der Eröffnungszeile sofort einen Schlag aus dem Bauch heraus: „Du willst deine Freunde sehen / Ich will meine Freunde sehen.“ Es ist ein unbeabsichtigter, verheerender Text während einer globalen Pandemie, die viele Menschen in der Isolation zurückgelassen hat.

Jenseits dieses Dolches aus der Quarantäne-Ära verbindet der Höhepunkt von 4s4kis (ausgesprochen Asaki) Album „Your Dreamland“ mehrere musikalische Trends der letzten zehn Jahre zu einer starken Kraft. Sie schöpft zu gleichen Teilen aus Hip-Hop und J-Pop und liefert gleichzeitig die Art von ernsten Texten, auf die man stolz sein kann.

In der Musik hingegen verdichtet der Produzent Kotonohouse ein Jahrzehnt der japanischen elektronischen Musik, wie sie auf SoundCloud und Netlabels zu finden ist, in einem Track, der Schwere mit einem Gefühl von Melancholie verbindet. Sogar Idol-Pop wird durch die Anwesenheit von Rinahamu zum Ausdruck gebracht. „Nexus“ verwandelt verschiedene Ecken der japanischen Musik in einen einzigen konzentrierten Knaller nach vorn.

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Shuta Sueyoshi — “Hack”

Japanische Musiker und Labels sträubten sich lange dagegen, ihre Songs online zu stellen, weil sie befürchteten, den Überblick über ihre Produktion zu verlieren. Wenn man seine Arbeit den Fans überlässt, wird man im Jahr 2020 gesehen und steigt zur Nr. 1 auf. Denn TikTok ist zu der Plattform geworden, aus dem die späteren Hits hervorgehen.

Das ist in den meisten Teilen der Welt schon länger der Fall, aber in Japan fängt es gerade erst an, Realität zu werden. Ein Teil dieses Ansatzes besteht darin zu sehen, was die Masse gut findet, oft zur Überraschung der Produktions-Teams.

AAA-Mitglied Shuta Sueyoshi begrub den Plinky-plonks, der den Song „Hack“ gegen Ende seines Albums „Wonder Hack“ vom Januar 2019 vorwärtstrieb, aber die japanischen TikToker fanden den Titel erst in diesem Frühjahr und verwandelten ihn in einen Hit.

Unter anderem dank eines Hook, der Platz für Choreographien bietet, die die Fans der Plattform lieben. „Hack“ bietet eine Blaupause dafür, wie ein TikTok-tauglicher Song klingen sollte und wie es ein Segen sein kann, die Massen die Kontrolle übernehmen zu lassen.

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Shin Sakiura feat. Kan Sano — “Honto Wa”

Hier geht es weniger um den spezifischen Klang des Liedes als vielmehr um die beiden beteiligten Künstler. Shin Sakiura und Kan Sano sind in diesem Jahr zu einer festen Größe im J-Pop geworden. Denn sie haben Songs für aufstrebende Künstler wie Sirup, Iri und Rude-a und viele andere geschrieben und produziert.

„Honto Wa“ bietet eine vereinfachte Version dessen, was sie beide am besten können, nämlich eine Melodie zu kreieren, die funkig genug ist, um zu einem Ohrwurm eines Refrains zu werden. Man sollte dies als ein Modell dafür betrachten, wie J-Pop in den nächsten Jahren klingen wird.

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Valknee, Haruko Tajima, Namichie, Asoboism, Marukido and Akkogorilla — “Zoom”

Es ist ein großes Jahr für den japanischen Rap, aber was das bedeutet, ändert sich drastisch, je nachdem, wohin man schaut. Auf internationaler Ebene wurde der Teriyaki Boyz 2006-Song „Tokyo Drift“ aus Fast & Furious zu einer Herausforderung für das Internet.

Zu Hause jedoch ist eine neue Generation von MCs aufgestiegen, die der heimischen Szene ihren Stempel aufdrückt, von Awich über Tohji bis Chelmico. Das beste Beispiel dafür, wohin sich das Genre entwickelt, ist jedoch dieser vom Coronavirus inspirierte Posse-Cut, bei dem sechs der besten Frauen des japanischen Rap zu einem Song zusammenkommen.

Er ist heftig, selbstbewusst und abwechslungsreich, wobei jeder Künstler in wenigen Takten sein eigenes Flair zeigt. Es gibt keine Formel, der man folgen könnte.

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