Cover der CD
Das neue Album "Deutsch ist keine Antwort" von Andreas Koyama (Foto: Copyright by Koyamamusik.de)

„Deutsch ist keine Antwort“ klingt zunächst wie das neue antifaschistische Statement, das als Reaktion auf die aktuellen nationalistischen Auswüchse rechter Dumpfbacken geschaffen wurde.

Dahinter verbirgt sich jedoch das im Januar erschienene Album von Andreas Kiyotaka Koyama, einem deutsch-japanischen Musiker aus Rösrath.

Wenn ich an dieser Stelle nun erkläre, dass der Name dieser Ortschaft auf mich exotischer wirkt, als die Klänge, die der „Hāfu“ (Halb-Japaner) seinem musikalischen Instrumentarium entlockt, wird schnell klar, dass es nicht um traditionelle japanische Melodien, oder anspruchsvolle Experimentalmusik geht.

Stil

Der Musiker selbst spricht auf seiner Webseite von „Schrammelgitarre und Synthesizer“ und wenn man kein Experte für musikalische Genres ist, ist das vielleicht auch die treffendste Charakterisierung für dieses Album.

Digital-analoge Klänge, wie man sie ähnlich etwa von den 8-Bit-Chiptune-Musikern des Duos „Pornophonique“ kennt, dürfen bei einem Musiker mit Wurzeln im Land von Nintendo, Gameboy und Co. aber natürlich auch nicht fehlen.

Allgemein sonst ruhig dahinplätschernd, sorgen Stücke mit ein paar härteren Riffs für etwas Abwechslung auf diesem Album. Anklänge Richtung Revolverheld und „Narcotic“ von Liquido sind erkennbar.

Qualität

Musik ist natürlich in erster Linie Geschmackssache und so changieren die einzelnen Stücke zwischen „gut hörbar“ und „verkrampft bemüht“. Hier muss sich jeder selbst seine Meinung bilden.

Textlich bewegt sich Koyama zwischen Selbstreflexion und augenzwinkerndem Alltagskommentar. Stimmlich alles andere als ein Pavarotti, aber technisch ist das Album zumindest meinerseits nicht zu bemängeln.

Anspieltipp

„Müde und Dick“ – vom Musiker selbst als »dämlichster Track des Albums« bezeichnet.

Der ruhige Tonfall der Stimme steht in Kontrast zum Tempo des Instrumentariums und die Eingängigkeit des Textes (böse Zungen würden von „Eintönigkeit“ sprechen) birgt zumindest ein gewisses Ohrwurmrisiko.

Fazit

Weder J-Pop-Fans noch Gagaku-Puristen werden sich angesprochen fühlen. Wer aber eine unverbindliche akustische Berieselung mit einzelnen japanischen Passagen mag, könnte mit dem Album von Andreas Koyama durchaus glücklich werden.

Webseite des Musikers: Koyamamusik.de

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