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Inhaftierte bereits mehr als zwei Jahre in Haft

10 Ausländer treten in einer Einwanderungshaftanstalt in Hungerstreik

10 Ausländer sind in einer Einwanderungshaftanstalt in der japanischen Stadt Osaka in einen Hungerstreik getreten, um gegen ihre lange Inhaftierung zu protestieren.

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Laut ihren Unterstützern befinden sich alle Häftlinge im Osaka Regional Immigration Bureau bereits seit mehr als 2 Jahren in Haft. Die zuständige Behörde gab an, dass es keine Situation gibt, die öffentlich gemacht werden müsste.

Japan soll lange Haft für Ausländer einstellen

Die Inhaftierten fordern, dass innerhalb der Einrichtung mehr Waren zum Kauf angeboten werden und dass die medizinischen Dienstleistungen verbessert werden. Außerdem fordern die Streikenden Japan auf, die lange Haft einzustellen und Gründe anzugeben, wenn Anträge auf Entlassung abgelehnt werden.

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Ein Mann aus Ungarn sprach am Mittwoch mit einem Reporter der Nachrichtenagentur Kyodo: „Wir sind keine Kriminellen, sondern suchen nach Freiheit. Seit Dienstag trinken wir nur noch Wasser. Es ist hart, aber wir müssen durchhalten.“

Der Streik ist nicht der erste Hungerstreik in einem japanischen Einwanderungszentrum.

Immer mehr Ausländer in Haft treten in Hungerstreik

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Im April vergangenen Jahres traten mehr als 40 Inhaftierte im East Japan Immigration Center in Ushiku, in der Präfektur Ibaraki, in einen Hungerstreik, nachdem ein Inder in der Einrichtung Selbstmord begangen hatte.

Im Juni starb ein Nigerianer, der ebenfalls mit einem Hungerstreik gegen seine Inhaftierung protestierte, die mehr als drei Jahre andauerte.

Der Mann ist damit der 15. Tote seit 2006 in einem System, das wegen medizinischer Standards, der Überwachung von Inhaftierten und der Reaktion der Wärter auf einen medizinischen Notfall häufig kritisiert wird.

Inhaftierung von Ausländern in Japan als Mittel der Kontrolle

Das Justizministerium weist darauf hin, dass Inhaftierung eine Möglichkeit ist, Ausländer, die sich in Japan ohne Rechtsstatus aufhalten, im Auge zu behalten. Aber Kritiker, einschließlich Anwälte, argumentieren, dass es auf kürzere Zeiträume vor der Abschiebung beschränkt werden sollte.

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Nach öffentlichen Angaben hielt Japan bis Juni 2018 etwa 1.500 Häftlinge fest, fast die Hälfte davon länger als sechs Monate.

Auch das Komitee der Vereinten Nationen gegen Folter hat die langen und in einigen Fällen unbestimmten Haftzeiten Japans kritisiert. Es gibt keine gesetzliche Frist für die Inhaftierung im Land.

TJT

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