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HomeNachrichten aus Japan120 Krankenhäuser in Tokyo lehnen Corona-Patienten ab

Sanitäter suchten fünf Stunden

120 Krankenhäuser in Tokyo lehnen Corona-Patienten ab

In Japan ist die Corona-Lage weiterhin angespannt, was man vor allem an der medizinischen Versorgung merkt. In einem Fall wurde ein Corona-Patient von 120 Krankenhäusern in Tokyo abgewiesen.

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Der Fall soll sich kürzlich ereignet haben, wie NHK berichtete. Ein Notfall-Coronavirus-Patient sollte in Tokyo aufgrund schwere Symptome schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Mann in den Fünfzigern wurde Anfang des Monats positiv getestet und hatte nur leichtes Fieber.

Krankenhäuser haben keine freien Betten mehr

Er sollte sich deswegen bei sich zu Hause erholen. Nach zwei Tagen bekam er jedoch Atemprobleme und sollte doch in ein Hospital eingeliefert werden. Allerdings weigerten sich zahlreiche medizinische Einrichtungen, den Mann aufzunehmen.

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Nach mehr als fünf Stunden und Anfragen bei etwa 120 Krankenhäusern konnte der Mann endlich eingeliefert werden. Aufgenommen wurde er vom Nippon Medical School Hospital, das eine Notfallversorgung für schwer erkrankte Coronavirus-Patienten bietet.

Es war dabei reines Glück, dass der Mann einen Platz bekam. Wie ein Mitarbeiter erklärte, hätten sie normalerweise keine Betten frei und müssten deswegen Sanitäter oder andere Einrichtungen ablehnen. Der Leiter der Intensivstation bestätigte, dass ihre Betten fast immer komplett belegt seien. Er erklärt auch, dass sie noch nie so viele Anfragen auf eine Einweisung gehabt hätten.

Experten sind wegen der derzeitigen Situation sehr besorgt

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Der Mediziner äußerte sich deswegen sehr besorgt. Sollten die Infektionszahlen nicht schnell zurückgehen, sind sie vermutlich bald nicht mehr in der Lage, Menschen zu retten, denen sie sonst hätten helfen können. Die Regierung ist sich dem Problem bewusst und überlegt, Beschränkungen einzuführen, bei denen wirklich nur schwere Fälle ins Krankenhaus dürfen. Der Vorschlag sorgt allerdings für scharfe Kritik.

Am Montag gab es zuletzt 17.000 Infizierte Menschen, die sich zu Hause erholen mussten. Das sind 11,4 Prozent mehr als im Juli. In den letzten sechs Monaten starben bereits 84 Infizierte in ihrer Wohnung. Es wird nun befürchtete, dass die Todesfallzahlen steigen werden.

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