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Schüler versuchte mehrmals Hilfe zu bekommen

15-jähriges Mobbingopfer in Japan nimmt sich das Leben, weil Schule nicht helfen wollte

Ein 15-jähriger Schüler nahm sich am Sonntag in einem Wohnhaus in der japanischen Stadt Kawaguchi das Leben. Der Schüler hinterließ ein Tagebuch, in dem er die Schule kritisierte, ihn im Stich gelassen zu haben, als er sich über Mobbing beschwerte.

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Ein von der Bildungsbehörde der Stadt Kawaguchi gebildetes Komitee untersucht zurzeit die Mobbing-Vorwürfe an der öffentlichen Schule. Das Komitee konnte bereits Einzelheiten zum Tod des Jungen bestätigen.

Schule schützt Mobber

In seinem Tagebuch schrieb der Junge kurz bevor er Selbstmord beginn: „Die Erziehungsbehörde ist ein großer Lügner. Sie schützt die Mobber und Lügner. Warum muss jemand, der wie ich gemobbt wird, so viel leiden?“

Auch die Mutter, die versucht hat, ihrem Sohn zu helfen, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Schule und die Schulbehörde.

„Mein Sohn wurde von der Schule verraten, von der Schulbehörde verlassen und von den Tätern verletzt. Bitte untersuchen Sie die Ursache gründlich, auch wenn er von jetzt an nicht mehr bei mir ist.“

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Der Schüler ging nach Angaben der städtischen Bildungsbehörde seit April 2016 auf die Realschule. Das Mobbing begann ungefähr im Mai 2016, als Klassenkameraden und ältere Schüler seiner Fußballmannschaft anfingen, ihn zu beleidigen und zu ignorieren.

Hilferufe des Schülers wurden ignoriert

Er schrieb seinem Klassenlehrer im September 2016 mehrere Male Briefe, in denen er um Hilfe bat, aber die mangelnde Reaktion der Schule führte offenbar zu seinem ersten Selbstmordversuch, so die Ermittler.

Auch die Mutter versuchte zu helfen, indem sie ihn davon abhielt, die Schule weiter zu besuchen. Trotzdem versuchte der Schüler im folgenden Monat ein weiteres Mal sich das Leben zu nehmen.

Im April 2017 wurde der Schüler bei einem dritten Selbstmordversuch, bei dem er von dem Dach eines Wohnhauses sprang, schwer verletzt.

Ende 2017 endlich eine Reaktion

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Damals hinterließ er die Notiz: „Auch in meinem zweiten Jahr in der Schule geht das Mobbing weiter. Ich werde der Schule und den Lehrern nicht vergeben.“

Im November 2017 reagierte die Schule endlich und leitete Ermittlungen durch einen Ausschuss der Bildungsbehörde.

Der Schüler schloss im März dieses Jahres die Realschule ab.

Wenn ihr jemanden kennt, der suizidgefährdet oder gemobbt wird oder ihr selbst betroffen seid, könnt ihr euch rund um die Uhr unter 0800/111 0 111 telefonisch Hilfe holen oder auf der Webseite der Telefonseelsorge Hilfe suchen.

Quelle: MA

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