Anzeige
HomeNachrichten aus Japan20.000 ausländische Kinder gehen in Japan nicht zur Schule

Studie sucht nach Gründen

20.000 ausländische Kinder gehen in Japan nicht zur Schule

In Japan leben inzwischen recht viele Ausländer und dementsprechend auch ihre Kinder. Fast 20.000 Kinder ausländischer Nationalität gehen nun möglicherweise nicht zur Schule, obwohl sie zur Einschulung berechtigt sind.

Anzeige

Das war das Ergebnis einer staatlichen Studie, die das erste Mal durchgeführt wurde. Sie wurde im Mai und Juni 2019 durchgeführt. Dabei ergab die Studie, dass  19.654 der ausländischen Kinder, was 15,8 Prozent entspricht, keine japanischen Grund- oder Mittelschulen besuchen. Dabei handelt es sich nur um schulberechtigte Kinder. Von diesen gehen allerdings einige an internationale Schulen.

Ausländische Kinder dürfen kostenlos die Schule besuchen

Nach Angaben des Ministeriums können ausländische Kinder, die japanische öffentliche Grund- oder Mittelschulen besuchen wollen, dies im Rahmen der Internationalen Menschenrechtskonventionen und anderer Abkommen kostenlos tun. Im Gegensatz zu japanischen Kindern ist die Ausbildung für sie jedoch nicht verpflichtend.

In Anbetracht der mangelnden Anwesenheit sagte das Ministerium, dass einige Kinder und Erziehungsberechtigte möglicherweise nicht gut genug Japanisch sprechen. Zudem sei die Unterstützung der lokalen Regierung ebenfalls unterschiedlich ist. Das Ministerium fügte hinzu, dass einige Kinder möglicherweise arbeiten oder sich zu Hause um Geschwister kümmern.

Viele Gemeinden haben mindestens ein Kind ausländischer Nationalität im Schulalter

Die Studie ergab auch, dass 1.196 Gemeinden oder 68,7 Prozent der Gesamtzahl in Japan mindestens ein Kind ausländischer Nationalität im Schulalter hatten. Mit der Einführung eines neuen Visasystems im April, das mehr Arbeitnehmer aus Übersee einbeziehen soll, wird erwartet, dass die Zahl der im Land lebenden ausländischen Familien weiter steigen wird.

Anzeige

Auf der Grundlage der Ergebnisse wird das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie Maßnahmen ergreifen, um Kindern, die derzeit nicht im Bildungssystem sind, die Einschulung zu erleichtern.

Studie wurde in allen 1.741 Gemeinden durchgeführt

Die Studie wurde von den Bildungsbehörden aller 1.741 japanischen Gemeinden durchgeführt und umfasste 124.049 ausländische Kinder, die in den Wohnsitzregistern eingetragen sind – 87.164 im Grundschulalter und 36.885 im Mittelstufenalter. Bürger mit japanischer und einer anderen Staatsbürgerschaft wurden ausgeschlossen.

Durch die Überprüfung der Schulregister der einzelnen Bildungseinrichtungen stellte das Ministerium fest, dass 1.000 der Kinder nicht zur Schule gingen, während der Status weiterer 8.768 unbestätigt war. Sie konnte die Umstände von weiteren 9.886 Kindern aus Gründen, wie z.B. der Abwesenheit aus den Schulregistern, trotz Aufnahme in das Einwohnerregistrierungssystem nicht überprüfen.

Nach Präfekturen entfiel mit 7.898 die höchste Zahl ausländischer Kinder, die keine Schule besuchten, auf Tokyo. Danach folgen Kanagawa mit 2.288, Aichi mit 1.846, Chiba mit 1.467 und Osaka mit 1.457.

Rund ein Drittel der Gemeinden, d.h. 649, haben keine Mitteilungen über die Einschreibung in die Grund- oder Mittelschule an Haushalte mit förderfähigen ausländischen Kindern geschickt. Und einige schickten die Dokumente nur auf japanisch, weshalb sie für die ausländischen Mitbürger vielleicht schwer zu verstehen waren.

Kyodo

Anzeige
Anzeige