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HomeNachrichten aus Japan2020 mehr als 200.000 Fälle von Kindesmissbrauch in Japan gemeldet

Zahl deutlich angestiegen

2020 mehr als 200.000 Fälle von Kindesmissbrauch in Japan gemeldet

Die Zahl der gemeldeten Fälle von Kindesmissbrauch erreichte im Japan im Gasgeschäftsjahr 2020 zum ersten Mal mehr als 200.000.

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Laut Daten der japanischen Regierung stieg die Zahl der Missbrauchsberatungen, die von Kinderberatungszentren landesweit angeboten werden, gegenüber 2019 um 5,8 Prozent auf 205.029.

Keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Pandemie und Anstieg des Kindesmissbrauchs in Japan

Experten gegen davon aus, dass der Anstieg des Kindesmissbrauchs zum Teil auf die Pandemie zurückzuführen ist. Laut des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales wurden bei der Erhebung allerdings keine direkten Zusammenhänge festgestellt.

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„Wir sind nicht sicher, ob es einen klaren kausalen Zusammenhang gibt. Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten“, so ein Sprecher.

Laut den Daten verzeichnete Tokyo mit 25.736 die meisten Fälle von Kindesmissbrauch unter allen 47 Präfekturen, gefolgt von Osaka mit 24.633 und Kanagawa mit 22.093.

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Fälle von psychischem Missbrauch beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf insgesamt 121.325, was einem Anstieg von 12.207 entspricht und etwa 60 Prozent der Gesamtzahl ausmacht. Dies ist auf mehr Meldungen der Polizei an Kinderberatungsstellen über Kinder zurückzuführen, die häusliche Gewalt erleben mussten.

Die Zahl der Fälle körperlicher Misshandlung stieg um 793 auf 50.033.

Erziehungsberatungsstellen meldeten die meisten Fälle der Polizei

Den größten Anteil haben die von der Polizei an die Erziehungsberatungsstellen gemeldeten Fälle von Kindesmisshandlung, gefolgt von Meldungen aus dem Nachbar- und Bekanntenkreis sowie von Familienmitgliedern und Verwandten.

Die Zahl der Meldungen aus Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen ging zurück, was offenbar auf die vorübergehende Schließung von Schulen und Vorschuleinrichtungen im Zuge der Verbreitung von COVID-19 zurückzuführen ist.

Ein am Freitag von einem Expertengremium des Ministeriums veröffentlichter Untersuchungsbericht besagt, dass im Geschäftsjahr 2019 in Japan 78 Kinder an den Folgen von Missbrauch starben, fünf weniger als im Vorjahr.

Ohne die Fälle, in denen Kinder aufgrund von Mord und Selbstmord der Eltern getötet wurden, belief sich die Zahl der Todesfälle durch Kindesmissbrauch im Jahr bis März 2020 auf 57. Von den Kindern waren 28 unter einem Jahr alt, darunter 11 unter einem Monat. Die leiblichen Mütter waren für 30 der 57 Todesfälle verantwortlich.

Von den 57 Kindern starben 17 an körperlicher Misshandlung und 13 an Vernachlässigung. In 20 Fällen waren die Mütter nicht vorgeburtlich untersucht worden.

In den Fällen, in denen Kinder am Tag der Geburt starben, wies das Gremium darauf hin, dass viele der Mütter unter sozialer Isolation litten, weil sie beispielsweise niemanden hatten, mit dem sie über ihre Schwangerschaft sprechen konnten.

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