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25.000 Menschen unterzeichnen Petition gegen japanische Abgeordnete und LGBT-Kritikerin

Das Thema um LGBT, sexuelle und andere Minderheiten ist in Japan momentan brandaktuell. Der im Juli getätigte Kommentar einer japanischen LDP-Abgeordneten gegen LGBT-Mitglieder zog weite Kreise und empörte weite Teile der Bevölkerung.

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Mio Sugita, Abgeordnete der japanischen Liberal-Demokratischen Partei (LDP), sorgte mit ihrem Kommentar zur fehlenden „Produktivität“ schwuler Paare für einen Sturm der Entrüstung. Im Juli schrieb sie in einem Artikel in einer Zeitschrift, dass es nicht richtig sei, LGBT-Paaren steuerliche Unterstützung zukommen zu lassen. Solche Menschen trügen nicht zur Produktivität, d.h. zur Wirtschaftsleistung Japans, bei. Viele Menschen protestierten dagegen und forderten ihren Rücktritt; sie erhielt sogar Todesdrohungen.

Nun fordern mehr als 25.000 Menschen in einer Online-Petition eine Entschuldigung von Sugita. Einige Eltern von Personen aus der LGBT-Szene baten die Regierungspartei, eine Pressekonferenz mit Sugita abzuhalten und ihren Namen von der Liste der Parteimitglieder zu streichen. Sie riefen andere Menschen auf, sich ihrer Internet-Kampagne anzuschließen und Unterschriften beizusteuern. Die Kampagne bezieht sich auf verschiedene soziale Themen und befindet sich auf der Website change.org. Eine 66-jährige Frau, Mitglied der gemeinnützigen Organisation „LGBT Families and Friends“, unterschrieb diese Petition und kommentierte, als „nicht produktiv“ fühle sie sich wie „nicht lebenswert“. Sie fügte hinzu, dass Sugitas Ansichten denen von Satoshi Uematsu ähneln, der 2016 angeklagt wurde, 19 geistig behinderte Menschen in einem Pflegeheim nahe Tokyo getötet zu haben. Seiner Meinung nach sollten solche Menschen aus der Gesellschaft ausgerottet werden.

Die Japan Alliance for LGBT Legislation, eine zivilgesellschaftliche Gruppe zur Beseitigung von Diskriminierungen gegen sexuelle Minderheiten, gab der Liberal-Demokratischen Partei die Schuld für die Ansichten Sugitas. Sie sagte weiterhin: „Wenn sie (Sugita) als Gesetzgeberin weitermacht und dabei leichtfertig über Menschenrechte urteilt, können wir nur Angst und Unruhe verspüren.“ Die Liberal-Demokratische Partei wies Sugita bereits an, mit ihren Äußerungen vorsichtig zu sein. Die Partei veröffentlichte zudem letzte Woche auf ihrer Website eine Stellungnahme, in der sie Abstand zu den Äußerungen ihrer eigenen Gesetzgeberin nahm. Japans Premierminister Shinzo Abe sagte Reportern gegenüber, dass es natürlich sei, eine Gesellschaft anzustreben, die individuelle Vielfalt und die Menschenrechte achte.

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Quelle: Kyodo News

  • Themen im Artikel:
  • LGBT
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