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Zu wenig Hilfe von staatlicher Seite

37.100 Jugendliche in Japan pflegen neben der Schule ein Familienmitglied

Laut einer Studie der japanischen Medien arbeiteten 2017 in ganz Japan 37.100 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren neben der Schule oder versorgten ein krankes oder arbeitsunfähiges Familienmitglied.

Die Studie ist die erste ihrer Art, die untersucht, wie viele Jugendliche in Japan Familienmitglieder betreuen.

Wegen fehlender Unterstützung droht die gesellschaftliche Isolation der Jugendlichen

Die Studie deckte auch Fälle auf, in denen die Betreuungsperson aufgrund fehlender Unterstützung durch die Gemeinde oder die Regierung stark von der Gesellschaft isoliert ist.

Laut der Erhebung 2017 des Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation zum Beschäftigungsstatus gab es in Japan schätzungsweise 210.100 Personen im Alter von 15 bis 29 Jahren, die ein Familienmitglied betreuten.

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Auf der Grundlage von Artikel 34 des Statistikgesetzes, der die private Nutzung öffentlicher Statistiken zulässt, beauftragte eine japanische Zeitung das unabhängige Nationale Statistikzentrum, einen Datensatz zu erstellen, der nur aus Betreuern im Alter von 15 bis 19 Jahren besteht.

Die Daten zeigten die 37.100 Personen dieser Altersgruppe, die ein Familienmitglied pflegen. Von diesen gingen etwa 80 Prozent (etwa 30.700 Personen) zur Schule. Von diesen Schülern gingen etwa 4.900 sowohl zur Schule als auch zur Arbeit.

Die Studie ergab, dass sich mindestens 12.700 Teenager vier oder mehr Tage pro Woche um ein Familienmitglied kümmern, deutlich mehr als die etwa 9.800, die einen bis drei Tage pro Woche betreuen.

Dunkelziffer dürfte um einiges höher sein

Zu denjenigen, die sich jemanden mehr als vier Tage pro Woche um ein Familienmitglied kümmern, gehörten etwas mehr als 30 Prozent der Personen, die angaben, dass sie auch zur Schule gehen. Die Umfrage des Innenministeriums erstreckte sich nur auf Personen ab 15 Jahren, aber die Zahl der jungen Betreuerinnen und Betreuer im Alter von 14 Jahren und darunter wurde auch in anderen Umfragen von Kommunalverwaltungen und Forschern bestätigt, was bedeutet, dass die tatsächliche Zahl der Kinder, die jemanden zu Hause betreuen, höher ist, als die statistische Aufschlüsselung vermuten lässt.

Laut Carers Japan, einer Organisation, die Jugendliche unterstützt, ist die große Zahl von Teenagern, die sich um Familienmitglieder kümmern, zum Teil auf die alternde Bevölkerung und die niedrige Geburtenrate Japans sowie auf die Zunahme von Alleinerziehenden-Haushalten zurückzuführen.

Wenn die Pflege über die reine Unterstützung bei der Intensivpflege über längere Zeiträume hinausgeht, kann dies zudem die physische und psychische Gesundheit dieser Jugendlichen beeinträchtigen und dazu führen, dass sie häufig die Schule versäumen oder zu spät kommen, was ihrer schulischen Leistung und ihren Zukunftsaussichten schadet.

MA

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