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Kinder müssen sich hinhocken

43 Prozent der Schulen in Japan haben noch traditionelle Toiletten

Westliche Toiletten haben in Japan die traditionellen verdrängt, doch nicht überall, denn viele Schulen müssen sich in Japan immer noch hinhocken, um ihr Geschäft zu erledigen.

Laut eines Berichts des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie haben zwar 57 Prozent aller Grund- und Mittelschulen im Land mittlerweile Sitzgelegenheiten, aber 43 Prozent sind sehr traditionell. Und das in einem Land, das bekannt ist für seine sehr modernen Sanitäranlagen.

Forderung nach westlichen Toiletten werden lauter

Die Forderung die traditionellen Toiletten, bei denen man sich hinhocken muss, abzuschaffen, ist in den letzten Jahren in Japan immer größer geworden und durch die Pandemie ist sie noch einmal lauter geworden.

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Eine Umfrage des Bildungsministeriums in drei Präfekturen in der zentralen Region Hokuriku ergab, dass 79,3 Prozent der Schulen in der Präfektur Toyama im westlichen Stil eingerichtet sind – der höchste Anteil landesweit – gefolgt von 55,8 Prozent in der Präfektur Ishikawa und 57,7 Prozent in der Präfektur Fukui.

Japan ist eigentlich bekannt für seine sehr modernen und mit vielen Funktionen ausgestatteten Toiletten, in vielen Schulen sieht es allerdings anders aus
Japan ist eigentlich bekannt für seine sehr modernen und mit vielen Funktionen ausgestatteten Toiletten, in vielen Schulen sieht es allerdings anders aus. Bild: Chris 73 / Wikimedia

Betrachtet man die Hauptstädte der Präfekturen, so sind 94,1 Prozent der Schulen in der Stadt Toyama im westlichen Stil, verglichen mit 51,8 Prozent in der Stadt Fukui und 41,9 Prozent in der Stadt Kanazawa, die zu den niedrigsten Ergebnissen landesweit gehörten.

Sogar innerhalb der Präfektur Ishikawa gab es Unterschiede: In der Stadt Nonoichi waren 84,9 Prozent der Sanitäranlagen im westlichen Stil, während es in der Stadt Nakanoto 79,5 Prozent, in der Stadt Nanao 46,4 Prozent und in der Stadt Hodatsushimizu 45,7 Prozent waren.

Nach Angaben des Unternehmens Toto Ltd. waren 99,3 Prozent der im Jahr 2015 ausgelieferten Toiletten im westlichen Stil, was sie in den letzten Jahren zum De-facto-Standard machte.

Traditionelle Toiletten besonders für Grundschüler unangenehm

Das Bildungsministerium hat westliche Toiletten gefördert, weil die Kinder daran gewöhnt sind und die Schulen sie aus Sicht der Barrierefreiheit als Schutzräume bei Katastrophen nutzen. Außerdem sagt das Ministerium, dass die westliche Variante mit Deckel bei der Spülung effektiver sind als japanische, um Infektionen vorzubeugen, da Tröpfchen in der Luft in japanischen Toiletten leicht verstreut werden können und Keime wachsen können.

Japanische Sanitäranlagen können besonders für jüngere Grundschüler unangenehm sein, weil sie nicht daran gewöhnt sind.

Makoto Kobayashi, ein Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Kanazawa, der sich mit dem Thema Toiletten befasst, sagt, er habe von Schulleitern von Fällen gehört, in denen Schüler während des Unterrichts Probleme bekommen hatten, da sie sich nicht erleichtern konnten, da die wenigen westlichen Toiletten belegt waren.

Finanzielle Hürden für viele Schulen zu hoch

Ein Problem für den Umstieg erklärt sich dadurch, dass westliche Toiletten höher sind als die traditionellen und es passieren kann, dass sich die Kabinentüren nicht mehr richtig schließen. Also wäre ein Umbau erforderlich, doch dafür fehlt oft das Geld.

In Toyama wurde das Problem jedoch gelöst, in dem man die neuen Sanitäranlagen einfach diagonal eingebaut hat und die Türen öffnen sich nicht mehr nach innen. Pro Kabine, einschließlich der Baukosten, kostet der Umbau zwischen 500.000 Yen und 1 Million Yen.

In Kanazwa, wo es nur wenige westliche Sanitäranlagen gibt, fehlt schlicht das Geld und die Schulen priorisieren andere Probleme.

Um westliche Toiletten zu fördern, hat das Bildungsministerium 2001 zugesagt, ein Drittel der Baukosten zu subventionieren. Aber trotzdem sind die Kosten für viele Schulen noch zu hoch.

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