Anzeige
HomeNachrichten aus Japan44 Prozent der Krankenhäuser in Japan können die medizinische Versorgung nicht mehr...

Behandlungen werden verschoben oder Patienten gleich ganz abgewiesen

44 Prozent der Krankenhäuser in Japan können die medizinische Versorgung nicht mehr aufrechterhalten

Die Krankenhäuser in Japan sind wegen der Coronavirus-Pandemie immer stärker überlastet, laut einer aktuellen Umfrage können mittlerweile 44 Prozent der Krankenhäuser die medizinische Grundversorgung nicht mehr aufrechterhalten.

Anzeige

Die Umfrage, die am Montag veröffentlicht wurde, ergab, dass viele Krankenhäuser mittlerweile die Behandlung von Krebspatienten oder Operationen verschoben und die Aufnahme von Notfallpatienten eingeschränkt haben.

Anstieg der Infektionen setzt Krankenhäuser unter zunehmenden Druck

Japan verzeichnet seit Anfang November einen erneuten Anstieg an Coronavirus-Infektionen, insgesamt wurden mittlerweile mehr als 224.000 Infektionen gemeldet und über 3.300 Todesfälle.

LESEN SIE AUCH:  Ärzte- und Krankenschwesternverbände in Japan rufen medizinischen Notfall aus

Bereits seit einiger Zeit wird vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt, die Umfrage zeigt nun, wie stark die Krankenhäuser tatsächlich belastet sind.

Das Universitätskrankenhaus von Hokkaido erklärte, dass es Krankenschwestern zur Betreuung von COVID-19-Patienten schickte, während andere Abteilungen ihre Dienste einschränken mussten. Das Universitätskrankenhaus von Yamanashi gab an, geplante Operationen verschoben zu haben.

Anzeige

Bereits Anfang des Monats begannen Krankenhäuser in Hokkaido damit, die ambulante Versorgung auszusetzen.

Personal- und Bettenmangel

Auf die Frage, ob genügend Personal vorhanden ist, um Patienten mit Coronaviren und schweren Symptomen zu behandeln, gaben 53 Prozent der Krankenhäuser an, dass sie mit einem Mangel an Krankenschwestern zu kämpfen haben, 44 Prozent gaben an, dass es ihnen an Ärzten fehlt.

Etwa 58 Prozent der Krankenhäuser gaben an, dass sie nicht beabsichtigen, die Anzahl der für Coronavirus-Patienten zur Verfügung gestellten Betten zu erhöhen, 33 Prozent sagten, dass sie eine Erhöhung der Betten planen oder in Erwägung ziehen.

„Die Ermüdung und der Stress des Gesundheitspersonals haben begonnen, ihr Limit zu überschreiten“, schrieb das Medical Hospital der Tokyo Medical and Dental University in seiner Antwort. Ein anderes Krankenhaus sagte: „Es gibt Krankenschwestern, die beabsichtigen, aufgrund von Angst und Stress zu kündigen.“

Anzeige

Laut einer Umfrage der japanischen Krankenanlegervereinigung haben bei der ersten Infektionswelle bereits 15 Prozent aller Krankenhäuser Mitarbeiter wegen Diskriminierung verloren. Die Vereinigung befürchtet, dass sich die Situation in der aktuellen Lage deutlich verschlimmert hat.

Anzeige
Anzeige