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Darunter auch zwei UNESCO-Welterbe-Stätten

54 Kulturgüter in Japan durch starke Regenfälle beschädigt

Die schweren Regenfälle in Japan haben neben den wirtschaftlichen Folgen auch kulturelle Auswirkungen. Mindestens 54 Kulturgüter, darunter Weltkulturerbe-Stätten, seien durch Überschwemmungen und Schlammlawinen beschädigt worden. Das gaben die lokalen Regierungen am Mittwoch bekannt.

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Die heftigen Regenfälle hatten vor allem in Kyushu, dem Südwesten der vier Hauptinseln Japans, starke Schäden angerichtet und mehrere Dutzend Todesopfer gefordert.

Zahlreiche Kulturgüter wurden beschädigt

Zu den beschädigten Kulturgütern gehören auch zwei, die auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes stehen. Dabei handelt es sich um die Miike-Kohlengrube und die verborgenen christlichen Stätten in der Region Nagasaki. Auch der Nationalschatz Aoi Aso-Schrein, der vor rund 1.200 Jahren gegründet wurde, wurde beschädigt.

Es wird vermutet, dass auch viele Kulturgüter in Privatbesitz durch Regengüsse beschädigt worden sind, so die Regierungen.

Miike-Mine von mehreren Schlammlawinen getroffen

Schlammlawinen trafen 15 Orte in der Miike-Mine, die nach Angaben der Präfekturregierung von Fukuoka im Jahr 2015 als Teil der „Sites of Japan’s Meiji Industrial Revolution“ in die Liste des Weltkulturerbes der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur aufgenommen wurde.

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Das Bergwerk mit Gruben in den Präfekturen Fukuoka und Kumamoto ist ein Zeugnis der raschen Industrialisierung Japans von der Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Überschwemmung reißt Brücke mit sich

In Hitoyoshi, Präfektur Kumamoto, wurde der Aoi-Aso-Schrein – der 2008 zum Nationalschatz erklärt wurde – überflutet, nachdem der Kuma-Fluss über die Ufer getreten war.

Ein Teil seiner charakteristischen Brücke, bekannt als Misogibashi, wurde weggeschwemmt, und das Strohdach des Shinto-Schreins wurde teilweise beschädigt.

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Von den 54 betroffenen Anlagen befinden sich 21 in der Präfektur Kumamoto, die von dem tödlichen Regen besonders hart getroffen wurde.

Rasche Restaurierung und mehr Vorsichtsmaßnahmen

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Ein Beamter des Amtes für kulturelle Angelegenheiten wies darauf hin, dass ein rascher Beginn der Restaurierungsarbeiten der Schlüssel zur Erhaltung der Kulturgüter ist, denn man könne nur so viel tun, wie man als Vorsichtsmaßnahme gegen Naturkatastrophen tun kann.

Nach Angaben der Behörde sind Maßnahmen gegen Schlammlawinen und Überschwemmungen mit umfangreichen Bauarbeiten verbunden, wie z.B. Landhebung und Bau von Bollwerken, aber es ist in einigen Fällen schwierig, Kulturgüter umzusiedeln.

Diese Maßnahmen können auch die Landschaft und das Landschaftsbild beeinträchtigen, fügte die Behörde hinzu.

Auch private Kulturgüter könnten betroffen sein

Eine Organisation zur Bewahrung von Kulturgütern in Privatbesitz rief die Öffentlichkeit auf, bei der Behandlung beschädigter Güter die Hilfe von Experten in Anspruch zu nehmen.

„Bitte werfen Sie sie nicht weg, nur weil sie mit Schlamm bedeckt sind“, sagte Tsuguharu Inaba, Leiter der aus Universitätsprofessoren bestehenden Konservierungsgruppe. Die Restaurierung beschädigter Gegenstände sei möglich, indem man sie trocknet und Schimmelbildung vermeidet, fügte er hinzu.

Die Gruppe engagiert sich seit den starken Erdbeben, die Kumamoto und seine Umgebung 2016 erschütterten, für die Konservierung.

kyodo

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