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HomeNachrichten aus Japan6.200 Menschen könnten in Tokyo bei Mega-Erdbeben sterben

Auswirkungen geringer als im vorherigen Bericht

6.200 Menschen könnten in Tokyo bei Mega-Erdbeben sterben

Die Stadtverwaltung der japanischen Hauptstadt Tokyo veröffentlichte ihre erste Schätzung zu den Auswirkungen eines zu erwartenden Mega-Erdbebens, nach der 6.200 Menschen sterben könnten. Mittlerweile warnt auch die japanische Regierung vor so einem Beben. Laut eines Berichts aus dem Jahr 2013 wird in den nächsten 30 Jahren mit solch einem Beben gerechnet.

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Im neuen Bericht liegt die Zahl der erwarteten Toten deutlich unter den 9.500 der vorherigen Schätzung. Das Erdbebenexpertengremium der Stadtverwaltung sieht den Grund in den Fortschritten bei der Erdbebensicherheit von Gebäuden und die verstärke Verwendung von nicht brennbaren Materialien, die mittlerweile bei Neubauten eingesetzt werden.

Sicherheit hat sich durch Wandel in Tokyo erhöht

Ein weiterer Faktor ist der Rückgang der dicht besiedelten Holzhausgebiete, in denen sich Brände nach einem Mega-Erdbeben leicht ausbreiten können.

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Während der schnellen Verstädterung der Nachkriegszeit in Tokyo wurden der Stadtverwaltung zufolge diese Gebiete auf rund 16.000 Hektar Land gebaut, hauptsächlich außerhalb der Yamanote-Linie.

Doch unter anderem dank der Subventionen für den Abriss alter Wohneinheiten oder deren Ersatz durch neue ist die Fläche dieser Gebiete im Laufe der Jahre auf etwa 8 600 Hektar im Jahr 2020 geschrumpft.

Simulation zeigt Folgen eines Mega-Erdbebens der Stufe 7,2

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Das Gremium simulierte für die jüngste Schadensprognose bedeutende Erdbeben mit unterschiedlichen Epizentren und kam zu dem Schluss, dass die meisten Todesopfer von bis zu 6.200 Menschen zu beklagen wären, wenn ein Mega-Erdbeben der Stärke 7,3 im südlichen Teil von Zentral-Tokyo losbricht.

Ein solches Beben würde den Höchstwert 7 auf der japanischen Erdbebenskala erreichen und etwa 60 Prozent der 23 Bezirke Tokyos mit einer Intensität von 6 oder mehr erschüttern.

Bei einer Intensität von 6 ist es für viele Menschen unmöglich, stehen zu bleiben oder sich zu bewegen, ohne zu kriechen. Nach Angaben der JMA sind die Erschütterungen stark genug, um Menschen durch die Luft zu schleudern.

Von den geschätzten Todesopfern würden 3.209 durch eingestürzte Gebäude und 2.482 durch Brände verursacht, heißt es in dem Bericht.

Rund 194.000 Häuser und andere Gebäude würden beschädigt werden und etwa 4,53 Millionen Menschen könnten nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Die Prognose aus dem Jahr 2012 ging von bis zu 9.641 Toten und 304.000 beschädigten Häusern und Gebäuden aus.

Neuer Katastrophenschutzplan geplant

„Obwohl die Zahl der Todesopfer zurückgegangen ist, darf es nicht zu Verlusten von bis zu 6.000 Menschen kommen“, so Naoshi Hirata, Leiter des Gremiums und emeritierter Professor an der Universität Tokyo. „Es ist notwendig, die Maßnahmen stetig voranzutreiben.“

Die Stadtverwaltung plant nun auf Grundlage des neuen Berichts ihren Katastrophenschutzplan zu überarbeiten.

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