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Tweets erhalten massive Kritik

Abgeordneter aus Tokyo empört mit Tweet gegen LGBTQ-Partnerschaftssystem

Die Gouverneurin von Tokyo hat Ende letzten Jahres für die Präfektur ein Partnerschaftssystem für gleichgeschlechtliche Paare angekündigt. Aber nicht alle sind damit einverstanden und ein Abgeordneter sorgte jetzt mit einem Tweet gegen das System für Aufsehen.

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Der 49 Jahre alte Eiji Kosaka sprach sich am 13. Januar auf Twitter gegen das System aus, das LGBTQ-Paare mit Ehepaaren gleichstellen würde. So schrieb er, dass man die Linie zum Schutz der Standardform der Ehe zwischen Mann und Frau nicht überschreiten darf.

Tweet verursacht massive Kritik

Der Abgeordnete des Tokyo Bezirks Arakawa rechtfertigte seine Ansicht damit, dass die Paare keine Kinder für die nächste Generation bekommen können. Es ist dabei nicht das erste Mal, dass sich Kosaka gegen die Gleichstellung von LGBTQ-Paaren ausspricht.

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Der Tweet von Kosaka sorgte für viel Kritik von anderen Nutzern. Einige schrieben, dass er sich zu dem Thema erst äußern soll, wenn er die Realität der unterschiedlichen Familien in Japan versteht. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass gleichgeschlechtliche Paare mithilfe von Samenspenden ebenfalls Kinder bekommen können.

Unter anderem schrieb ein Mann unter den Tweet, dass er schwul sei, aber trotzdem ein Kind habe. Eine andere Person antwortete, dass die Ehe zwischen Mann und Frau nicht bedroht wird, wenn gleichgeschlechtliche Paare heiraten oder Kinder großziehen.

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Satoko Nagamura, stellvertretende Direktorin von Kodomap, einer eingetragenen Vereinigung, die sexuelle Minderheiten unterstützt, Kinder großzuziehen, zeigte sich wütend. Sie selbst zieht mit ihrer Partnerin ein Kind groß und antwortete Kosaka, dass er darüber nachdenken soll, wie sich ihr Kind fühlt, dass laut ihm nicht dem Standard entspricht.

Partnerschaftszertifikate garantieren keine Gleichberechtigung

Weiter schrieb sie, dass er als Abgeordneter auf die Stimmen der Einwohner hören soll. Nagamura will nicht, dass er die Menschen verletzt, in dem er sie nach Standards beurteilt.

Kosaka beließ es allerdings nicht bei einem Tweet. In einem weiteren gab er an, dass das System eine „deutliche Unterstützung“ für LGBTQ-Paare sei und deswegen erheblichen Druck auf Menschen ausüben würde, diese wie heterosexuelle Paare zu behandeln.

An sich sieht das System zwar vor, dass die Paare wie Ehepaare gleichgestellt werden, aber es gibt keine rechtliche Grundlage. Krankenhäuser, Banken, Immobilienunternehmen und andere werden lediglich darum gebeten, die Paare gleichzubehandeln. Sie sind dazu jedoch nicht verpflichtet und es drohen ihnen keine Konsequenzen, wenn sie sich verweigern.

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Darauf wies auch Nagamura hin. Selbst mit Partnerschaftszertifikaten wird es den Paaren oft immer noch verweigert eine gemeinsame Wohnung zu haben. Die psychologische Belastung bei den Menschen sei groß, wenn sie sich vor Unternehmen outen müssen, weswegen man kaum von Druck für Firmen sprechen kann.

Abgeordneter verteidigt sich

Kosaka verteidigte gegenüber der Mainichi Shimbun seine Tweets. Er blieb dabei, dass es gut für die Gesellschaft sei, die Ehe zwischen Mann und Frau als System zu schützen. Gleichzeitig würde er aber weder die Menschen verurteilen noch leugnen, die nicht in diese Kategorie passen.

Auch in Bezug auf das Partnerschaftssystem bleibt er bei seinem Standpunkt. Kosaka erklärt, dass Druck entsteht, wenn gleichgeschlechtliche Paare von Krankenhäusern oder Immobilienmaklern abgelehnt werden, weil die Einrichtungen von dem System nichts wissen und dann darüber in den Medien berichtet wird.

Gleichzeitig sagte der Abgeordnete, dass er über das Rechtssystem spricht und über die Verleumdung von Einzelpersonen. Aus dem Grund sollen Menschen sich selbst um emotionale Narben kümmern, wenn sie durch das System verletzt werden.

In der Vergangenheit sorgten vor allem Mitglieder der LDP immer wieder mit ähnlichen Aussagen zu LGBTQ-Personen für Empörung. Die Regierungspartei ist zurzeit die einzige, die sich strikt gegen ein Gesetz zum Schutz von sexuellen Minderheiten stellt und somit auch gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.

  • Themen im Artikel:
  • LGBT
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