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HomeNachrichten aus JapanÄrzte retten Täter des Kyoto-Animation-Anschlags mit beispielloser Operation das Leben

Anschlagsopfer wurden bevorzugt behandelt und erhielten Spenderhaut

Ärzte retten Täter des Kyoto-Animation-Anschlags mit beispielloser Operation das Leben

Als Shinji A. im Juli im Kyoto Animation Studio 1 ein Feuer legte, wurde er selbst ein Opfer der Flammen. Mit schweren Verbrennungen wurde er schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand war dabei äußerst kritisch und nicht wenige glaubten, dass er seinen Verletzungen erliegt. Dank einer beispiellosen Hauttransplantation gelang es den Ärzten jedoch, Shinji zu retten, der mittlerweile auf dem Weg der Besserung ist.

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Medizinische Quellen berichteten am Dienstag von der außergewöhnlichen Leistung. 90 Prozent von Shinjis Haut waren durch die Flammen bis auf das Unterhautgewebe verbrannt. Schon bei 30 Prozent sinkt die Überlebenschance bei derartigen Verbrennungen rasant. Ab 90 Prozent liegt die Sterblichkeitsrate bei fast 100 Prozent, wie ein Arzt erklärte.

Normalerweise versuchen Ärzte bei so großflächigen Verbrennungen, Spenderhaut zu transplantieren. Bei Shinji griff das Krankenhaus jedoch zu einer anderen Methode und verwendete stattdessen prothetische und autogene Haut.

Opfer des Anschlags wurden bevorzugt behandelt

Shinji ist damit die erste Person mit Verbrennungen dritten Grades, bei der diese Technik erfolgreich zum Einsatz kam. Die Operationen verliefen sogar so gut, dass er mittlerweile schon wieder sitzen kann, in der Lage ist zu sprechen und sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet. Die Polizei konnte ihn deswegen bereits befragen, eine Festnahme muss jedoch aufgrund seines Zustandes noch warten.

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Genaue Einzelheiten zu der Transplantation wollen die zuständigen Ärzte nächstes Jahr offiziell bei einer wissenschaftlichen Konferenz vorstellen. Es hatte dabei einen guten Grund, wieso Shinji keine normale Haut erhielt. Das Krankenhaus hatte aufgrund fehlender Spender bereits mit einem Mangel zu kämpfen und wollte die Haut deswegen eher für die Opfer des Anschlags verwenden als für den Täter.

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Während der Täter den Anschlag überlebte, mussten viele junge Mitarbeiter in den Flammen ihr Leben lassen. Die Mehrheit der 36 Opfer starb noch im Gebäude. 33 Personen erlitten teilweise schwere Verletzungen. Nur eine Person der insgesamt 70 Mitarbeiter konnte dem Feuer unverletzt entkommen.

Kyodo

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