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HomeNachrichten aus JapanAinu starten Petition gegen neues Flugzeuglogo der Air Self-Defense Force

Petition der Ainu richtet sich an die Streitkräfte und den Premierminister

Ainu starten Petition gegen neues Flugzeuglogo der Air Self-Defense Force

In Japan hat eine Gruppe aus Ainu eine Petition gegen ein neues Flugzeuglogo der Air Self-Defense Force (ASDF) gestartet. Die Gruppe vertritt die Ansicht, dass es sich um einen Fall von kultureller Aneignung handelt und bezeichnete das Logo als einen „Akt der Untergrabung der Rechte des Ainu-Volkes“.

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Das fragliche Logo wurde am 1. Dezember vom zweiten Luftgeschwader der ASDF, das in Chitose (Hokkaido) stationiert ist, enthüllt. Das Logo ziert den vertikalen Heckflügel eines der Flugzeuge. Abgebildet ist hier der Kopf eines Braunbären, das Gefieder eines Vogels und ein arabeskes Design. Der mittlere Teil weist zudem spiralförmige Muster und Rautenformen auf. Laut den Aussagen eines Experten überschneidet sich das Design mit der „Grundform der Ainu-Muster“.

Die ASDF und die Ainu Association of Hokkaido

Ein Vertreter der ASDF erklärte, dass das Design auf der Grundlage von Ideen von Mitgliedern des Zweiten Luftgeschwaders entwickelt worden sei.

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Vor der Veröffentlichung des Logos hatte das Geschwader den Entwurf vorsichtshalber an die Ainu Association of Hokkaido und an das zuständige Patentamt weitergeleitet.

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Daraufhin bestätigte ein Vertreter, dass es keine Probleme mit der Verwendung des Designs gäbe. Das Logo sei „als Motiv neu geschaffen worden, das dem Eindruck und dem Respekt des Logo-Erfinders für die Ainu-Kultur entspricht“.

In der später veröffentlichten Pressemitteilung des Luftgeschwaders ist jedoch kein Abschnitt über die Ainu zu finden. Sie wurden nicht erwähnt.

„Aneignung der Ainu-Kultur“

Nach der Ankündigung des Logos stieß ein Ainu in den sozialen Netzwerken eine Debatte über die Vertretbarkeit des Designs an. Er twitterte, das Logo sei eine „Aneignung der Ainu-Kultur“.

Yoko Shida, eine Professorin für Kunstrecht an der Musashino Art University, kommentierte diesbezüglich: „Die Kultur der Ureinwohner ist nicht durch das Urheberrechtsgesetz geschützt. Aber in letzter Zeit gibt es eine Debatte darüber, dass sie als geistiges Eigentum einer Gruppe geschützt werden sollte. Wenn die Mehrheit es nutzt, muss sie den Betroffenen Respekt zollen und sollte eine unbedachte Aneignung gegen den Willen der Betroffenen vermeiden.“

An dieser Stelle verwies sie auch auf die Geschichte des Ainu-Volkes, das lange Zeit von den japanischen Kolonisatoren ausgebeutet und diskriminiert wurde.

Eine schwierige Rechtslage

Ainu Association of Hokkaido hat in diesem Fall inzwischen auch öffentlich Stellung bezogen. Die gemeinnützige Organisation räumte ein, dass sie nur wenig Kontrolle über die Verwendung dieser Bilder habe.

„Wir haben der SDF mitgeteilt, dass wir nicht die Befugnis haben, die Verwendung von Mustern zu genehmigen“, sagte ein Vertreter der Vereinigung. „Unter den derzeitigen Umständen kann jeder die Muster verwenden.“

Tatsächlich ist es so, dass es aktuell kein System gibt, das die kommerzielle Nutzung indigener kultureller Ausdrucksformen regelt.

Die Ainu wurden in Japan inzwischen rechtlich als indigenes Volk anerkannt. Das entsprechende Gesetz zur Förderung der Politik in Bezug auf das Ainu-Volk wurde 2019 erlassen. Es ist jedoch bis heute umstritten.

Das Gesetz wird als unzureichend kritisiert und der Kampf der Ainu um ihre Autonomie dauert bis heute an.

2007 veröffentlichten die Vereinten Nationen eine Erklärung über die Rechte indigener Völker. In dieser Erklärung heißt es, dass indigene Völker das Recht haben, ihre traditionellen kulturellen Ausdrucksformen zu verwalten und zu schützen. Die Notwendigkeit staatlicher Schutzmaßnahmen wird hier allerdings ebenfalls betont.

Hiroshi Maruyama, ein emeritierter Professor am Muroran Institute of Technology, der sich auf die Politik in Bezug auf indigene Völker spezialisiert hat, ist der Ansicht, dass die Regierung ein System schaffen müsse, um die kulturelle Aneignung zu verhindern.

„Die internationale öffentliche Meinung über die Aneignung der Kulturen indigener Völker ist stark geworden“, sagte er. „Die derzeitige Situation, in der es kein System zur Bestimmung der Nutzung der traditionellen Kultur der Ainu gibt, ist problematisch. Die Zentralregierung muss einen Schritt auf der Grundlage des Gesetzes unternehmen.“

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