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Alte Regierung entscheidet über moderne Probleme

Aktivistin motiviert junge Menschen zur Beteiligung an Japans Geschlechtergleichstellungspolitik

In der japanischen Politik sind vor allem ältere Personen zu finden. Das macht es vergleichsweise schwer auf moderne Art mit Themen wie Gleichberechtigung der Geschlechter einzugehen. Aus dem Grund wird vermehrt dazu aufgerufen, dass junge Menschen an der Politik zur Geschlechtergleichstellung teilnehmen.

Unter anderen ruft die junge Aktivistin Ayano Sakurai dazu auf, mehr Interesse zu zeigen. Die 25-Jährige startete letzten Juli das Projekt #What is a gender-equal society?, bei dem es um die Geschlechtergleichstellung geht.

Nur wenig junge Menschen in der Politik

Das Projekt soll sicherstellen, dass auch junge Menschen unter 30 Jahren in die Debatte um das Thema mit einbezogen werden. Ihr eigenes Interesse an der an dem politischen Thema geht auf einen Vorfall aus der Schulzeit zurück.

Mehr zum Thema:  Japans LGBT-Gruppen starten Petition zur gesetzlichen Gleichstellung

Als sie einen männlichen Schulkameraden darum bat, kurz vor einer Veranstaltung des Schulchors zu üben, meinte er, dass sie die Klappe halten soll. Mädchen haben zu schweigen und sollen nur süß sein. Sakurai konnte es dabei nicht glauben, dass solche veralteten Ansichten von jemanden aus der eigenen Generation kamen.

Sie stellte schnell fest, dass allgemein nur wenig junge Menschen in der Politik zu finden sind. Letzten Sommer erfuhr sie von den Diskussionen über den Fünfjahresplan zur Geschlechtergleichstellung, an dem keine jungen Menschen beteiligt waren.

Im September reichte Sakurai mit dem Projekt einen Vorschlag zu dem Thema ein, der auf Meinungen von mehr als 1.000 Personen basiert, bei der Ministerien für Geschlechtergleichstellung ein.

Japan liegt bei Geschlechtergleichstellung sehr zurück

Sie machte sich Sorgen, dass Japan bei dem Thema weiter den Status eines Entwicklungslandes hat. Sakurai hatte von Mädchen aus Entwicklungsländern gehört, dass sie gerne Präsidentin werden und die Diskriminierung von Frauen beseitigen wollen. Auch in Japan werden Mädchen mit so einem Wunsch noch ausgelacht.

Sakurai glaubt, dass Frauen allgemein in Japan in vielen Dingen nicht ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen. Wie tief die Diskriminierung geht, zeigten zuletzt die manipulierten Aufnahmeprüfungen von Frauen bei zahlreichen medizinischen Fakultäten.

Sie sei deswegen entschlossen bei der Schaffung einer Gesellschaft zu helfen, in der Menschen unabhängig vom Geschlecht ihre eigenen Entscheidungen treffen können und das in jeder Hinsicht. Unter anderen bezieht sich dabei auch auf die Regelungen zu Nachnamen.

Petition für getrennte Nachnamen

Ein weiteres Problem sind die Familiennamen. Es ist immer noch nicht erlaubt, dass Ehepaare getrennte Namen haben und in 96 Prozent der Ehen legt deswegen die Frau ihren Namen ab. Das Projekt startet deswegen letzten November eine Unterschriftenkampagne für ein System mit getrennten Namen, an der sich mehr als 30.000 Person beteiligten und die sie ebenfalls Hashimoto übergaben.

Im Dezember war dann die Enttäuschung groß, dass der Absatz zu einer möglichen Systemänderung aus dem fertigen Fünfjahresplan gestrichen war. Grund für die Streichung war überwiegend Druck von konservativen Abgeordneten.

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