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HomeNachrichten aus JapanAmagasaki geht gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten bei Love Hotels vor

Geschlechter von Paaren soll irrelevant werden

Amagasaki geht gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten bei Love Hotels vor

Love Hotels sind in Japan wirklich fast überall in den verschiedensten Versionen zu finden. Allerdings kam es in der Vergangenheit vor, dass trotz dem Recht auf Gleichberechtigung sexuelle Minderheiten in den Hotels diskriminiert wurden. Die Stadt Amagasaki in Hyogo passt nun ihre Verordnung an, damit es zu solchen Vorfällen nicht mehr kommen kann.

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Die Stadtregierung arbeitet zurzeit an der Überarbeitung einer Verordnung zu Love Hotels, die am Mittwoch bei einer Sitzung der Stadtversammlung vorgelegt wurde. Es soll der Wortlaut zur Nutzung der Einrichtungen geändert werden.

Geschlecht der Begleitung ist irrelevant

Zurzeit steht nämlich in der Verordnung drin, dass es sich bei den Kunden um Paare des anderen Geschlechts handelt. Allgemein heißt es, dass es sich um Einrichtungen handelt, die sich hauptsächlich an Besucher richten, die von einer Person des anderen Geschlechts begleitet werden.

Mit der Änderung soll in der Verordnung dann stehen, dass Besucher in Begleitung eines Partners sind, mit dem sie sexuelle Aktivitäten ausüben wollen. Somit soll gesichert werden, dass auch sexuelle Minderheiten problemlos anerkannt werden.

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Theoretisch ist es generell nach dem Anti-Diskriminierungs-Gesetz Japans verboten jemanden aufgrund seiner sexuellen Orientierung zu benachteiligen. 2018 wurden dazu zusätzlich Richtlinien zu verschiedenen Managementfragen in der Hotelbranche festgelegt.

Vorfall dient als Anstoß für Änderung

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Demnach dürfen Einrichtungen die Gäste nicht wegen ihrer Orientierung ablehnen und müssen sich zusätzlich um sie angemessen kümmern. Trotzdem gibt es Vorfälle, wo es zu Diskriminierung kommt. Auch in der Stadt kam es im Mai zu einem derartigen Vorfall und beide Einrichtungen wurden verwarnt.

Es wird jedoch betont, dass die Überarbeitung der Verordnung nichts mit dem Vorfall zu tun hat. Trotzdem vermuten viele, dass es eine inoffizielle Reaktion ist und ein Stadtbeamter der Abteilung zur Überarbeitung der Verordnung gab an, dass sie nach dem Vorfall überzeugt waren, dass die Streichung des Wortlautes nötig ist. Weiter gab er an, dass es wichtig ist in der neuen Ära die Vielfalt zu respektieren.

Amagasaki selbst bemüht sich um mehr Gleichberechtigung. Da gleichgeschlechtliche Paare in Japan immer noch nicht offiziell heiraten dürfen, lässt die Stadt sie seit Januar für das Partnerschaftssystem zu. Sie werden damit als Paare anerkannt und können ähnliche Vorteile nutzen wie Ehepaare.

TAS

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