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HomeNachrichten aus JapanAmerikaner sucht Familie von gefallenen japanischen Soldaten, um seine Fotos zurückzugeben

Fotos sind 77 Jahre alt

Amerikaner sucht Familie von gefallenen japanischen Soldaten, um seine Fotos zurückzugeben

Während des Zweiten Weltkriegs sind viele japanische Soldaten gefallen, ohne dass man ihre Überreste oder Habseligkeiten ihren Familien zurückgeben konnte. Ein Amerikaner sucht deswegen nach der Familie eines Soldaten, von dem er seit 77 Jahren persönliche Fotos besitzt.

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Fünf alte vergilbte Fotos sind es, die sich im Besitz von David Wassel befinden. Laut dem 59-Jährigen sind es Reliquien von einem Verwandten, der auf den Marshallinseln gekämpft hat. Auf ihnen ist ein junger Japaner mit seiner Familie zu sehen.

Fotos blieben lange unentdeckt

Ein Bild zeigt ein Elternpaar und fünf Kinder, vermutlich die Familie des Toten. Auf den anderen Bildern sind unter anderen ein junger Mann mit einem Holzschwert und eine Frau mit einem Mann in Kimonos zu sehen. Wer all diese Menschen sind, sagen die Bilder nicht.

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Wassel möchte die Bilder trotzdem der Familie des Soldaten zurückgeben. Der Mann hatte sie bis zum Schluss auf dem Schlachtfeld bei sich und seine Familie hat vermutlich sehnsüchtig auf seine Rückkehr gewartet. Wo er jedoch suchen soll, weiß er nicht.

Sein Verwandter, der US Marine Harry Dininger, verstarb bereits mit 25 Jahren während der Kämpfe 1945 auf Okinawa. Die Bilder hatte er zuvor März 1944 an seine Eltern geschickt. In einem beiliegenden Brief schrieb er, dass er dachte, dass sie sehen wollen, wie die Menschen aussehen, gegen die er kämpft. Vermutlich hatte die Mehrheit der Menschen in Harrys Heimatstadt noch nie einen Japaner gesehen und vermutlich wollte er seine Mutter beruhigen.

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Die Bilder blieben lange unentdeckt. Erst 2002 wurden sie von Wassel zusammen mit mehr als 100 Briefen auf einem Dachboden gefunden. Er sympathisierte mit der Familie, die er nie kennengelernt hat und überlegte, wie er die Bilder zurückgeben könnte.

Zwei Soldaten, die nach Hause wollten

Ihm taten Harry und der Japaner leid, die nie die Chance hatten alt zu werden. Eigentlich sollten sie nun alte Männer sein, die mit ihren Kindern diskutieren. Wassel wünschte sich deswegen, dass beide Seiten dieses Leben hätten führen können.

Nachdem er 2018 Mariko Fukuyama getroffen hatte, eine Reporterin aus New York, begann er nach der Familie zu suchen. Viel weiß er jedoch immer noch nicht. Wassel geht davon aus, dass der Soldat während der Schlacht auf Eniwetok im Februar 1944 gefallen ist.

Auf den Inseln Engebi und Parry starben während der Schlacht 2.000 Soldaten, was 70 Prozent der eingesetzten Männer war. Viele von ihnen wurden, wie zahlreiche andere, bis heute nicht gefunden. Harry selbst hat immer optimistisch geschrieben, obwohl er sogar seinen eigenen Geburtstag vergaß und anfing seinen Wortschatz zu ändern.

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Umso mehr wünscht sich Wassel die Familie des Japaners zu treffen und mehr über den Mann auf den Fotos zu erfahren. Er mag zwar für ihn von der anderen Seite der Welt kommen, für Wassel ist es aber auch nur ein junger Mann wie Harry, der einfach nur wieder nach Hause zu seiner Familie wollte.

Hinweise zu der Familie und den Bildern können entweder per E-Mail unter t.shakaibu@mainichi.co.jp oder über LINE gesendet werden.

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