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Angehörige der entführten Japaner sind vom Gipfeltreffen enttäuscht

Gestern fand das zweite Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber und dem amerikanischen Präsidenten statt. Obwohl sich viele Nationen positive Ergebnisse erhofften, verlief das Gespräch nicht wie gewünscht und es kam zu einem vorzeitigen Abbruch. Besonders Japan und die Verwandten der entführten Japaner zeigten sich enttäuscht, da sie auf eine Lösung des Entführungsproblems hofften.

Unter den Tisch gefallen ist das Thema wohl diesmal jedoch nicht. Japans Premierminister Shinzo Abe gab gegenüber Reportern an, dass Präsident Donald Trump Machthaber Kim Jong-un darauf ansprach. In der anschließenden Pressekonferenz kam es jedoch noch weiter zur Sprache, sodass es vermutlich keine wirkliche Diskussion zwischen den beiden Staatsmännern gab.

Die 73-jährige Fumiyo Saito zeigte sich verzweifelt aufgrund des Ergebnisses. Sie hoffte auf Neuigkeiten und befürchtet, dass all die Arbeit umsonst war. Sie sei wie viele andere Hinterbliebene alt und könne nicht ewig warten. Gleichzeitig verstehe sie jedoch, dass es schwierig ist, das Problem zu lösen, da die Denuklearisierung vom Norden nach wie vor das Hauptproblem ist.

Die Familien glauben nicht an den Tod der Opfer

Saito vermisst seit 1980 ihren Bruder Kaoru Matsuki, der während seines Studiums in Spanien verschwand. Er soll einer von mindestens 17 Personen sein, die Nordkorea während der 70er und 80er entführte. Experten gehen allerdings von mittlerweile weitaus mehr Personen aus. 2002 kehrten fünf der Vermissten nach Japan zurück. Die restlichen Vermissten seien laut dem Norden entweder tot oder nie im Land gewesen. Matsuki selbst soll schon seit Jahren tot sein, was Saito nicht glaubt. Vor wenigen Tagen bestätigte allerdings Nordkorea, dass doch noch zwei Japaner leben und ein zufriedenes Leben führen.

Die Mutter der entführten Megumi Yokota glaubt ebenfalls daran, dass ihre Tochter noch lebt, obwohl sie ebenfalls tot sein soll. Nordkorea entführte sie im Alter von 13 Jahren im Jahr 1977. Die 83-jährige Sakie Yokota ist enttäuscht von der aktuellen Situation und gibt an, dass sie nun nur noch beten kann. Sie unterstützt allerdings Trump dabei, die Sanktionen aufrechtzuerhalten, solange es zu keiner umfassenden Denuklearisierung kommt. Akihiro Arimoto sieht das allerdings anders. Er findet, Japan soll nicht einfach warten, bis das Problem der Denuklearisierung gelöst ist, sondern selbst Verhandlungen führen. Er wartet auf die Rückkehr seiner Tochter Keiko.

Japan versucht, selbst das Problem zu lösen

Da jedoch Yokota noch ein letztes Mal ihre Tochter sehen will, setzte sich Shigeo Iizuka weiter für die Familien ein. Er leitet die Gruppe der Hinterbliebenen der Opfer und hofft, dass Japan weiter an der Lösung des Entführungsproblems arbeitet. Iizuka ist der Ansicht, dass Abe weiß, wie sie sich alle fühlen und er deswegen die aktuelle Gelegenheit nutzt. Er wartet seit mehr als 40 Jahren auf die Rückkehr seiner Schwester Yaeko Taguchi, die 1978 mit 22 Jahren verschwand. Trotz der langen Zeit will er noch nicht aufgeben und wartet zusammen mit ihren zurückgelassenen Kindern auf sie, obwohl sie tot sein soll.

Abe äußerte schon letztes Jahr den Wunsch, sich persönlich mit Kim zu treffen, um über das Problem zu reden. Bis jetzt kam es allerdings nicht dazu und vom Norden aus besteht wohl nicht das Interesse an einem derartigen Gespräch. Die Beziehung zwischen den beiden Ländern ist dazu nach wie vor frostig.

Quelle: Kyodo

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