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Jahrelang half der Arzt in der Region den Menschen und der Landwirtschaft

Angesehener japanischer Doktor bei Angriff in Afghanistan getötet

Schon am Mittwoch gab es Meldung von einem Angriff auf den japanischen Doktor Tetsu Nakamura in Afghanistan. Es war jedoch nicht klar, in welchem Zustand er sich befindet und was genau vorgefallen war. Nun wurde bestätigt, dass Nakamura bei einem Angriff angeschossen wurde und er anschließend seinen Verletzungen erlag.

Zu dem Angriff kam es im Osten des Landes, als der 73-jährige Nakamura mit fünf weiteren Personen in einem Auto unterwegs zu einem Ort mit Bewässerungsarbeiten waren. Zeugen berichten, wie vier bewaffnete Männer gezielt das Auto überfielen und auf die Personen schossen. Nach bisherigen Vermutungen handelt es sich dabei vermutlich um einen gezielten Anschlag auf den Doktor und seine Begleiter.

Arzt stirbt nach Verlegung

Ein Mann berichtete, dass die Täter in zwei Autos sich an einem Restaurant in Dschalalabad in Nangarhar positioniert hätten. Als sich der Wagen mit Nakamura näherte, griffen sie es von beiden Seiten an und eröffneten das Feuer. Als Erstes starb in dem Kugelhagel vermutlich der Bodyguard von Nakamura. Der Zeuge konnte allerdings nicht weiter erklären, was bei dem Angriff geschah, da er sich in dem Restaurant in Sicherheit brachte.

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Er hörte nur wie die Schüsse leiser wurden und vernahm Stimmen. Danach fielen erneut einzelne Schüsse. Anschließend erklärte einer der Männer die Arbeit als erledigt und sie verließen den Ort des Verbrechens. Die Schützen mussten sich dabei sehr sicher gefühlt haben, da einer der Männer sein Gesicht nicht verdeckte. Die Gruppe trug dazu traditionelle afghanische Kleidung.

Aufgrund des Berichtes scheint es sicher zu sein, dass die Täter die Route von Nakamura kannten und sie seine Ermordung vorab geplant hatten. Nakamura überlebte tatsächlich den Überfall mit zwei Schüssen in der Brust und wurde in ein Krankenhaus in Dschalalabad gebracht. Zu dem Zeitpunkt war er noch bei Bewusstsein und am Leben.

Als er vom Krankenhaus zum US Bagram Flugplatz Stützpunkt gedacht werden sollte, um weitere Behandlungen zu erhalten, verstarb er. Die anderen fünf Personen verstarben ebenfalls während oder nach dem Angriff. Der Tod des Arztes löste in Afghanistan und weltweit große Trauer und Anteilnahme aus. Zahlreiche Persönlichkeiten drückten bereits ihr Anteilnahme aus.

Träger des asiatischen Nobelpreises

Aktuell wird nun ermittel, wer hinter dem Anschlag steckt. Bis jetzt bekannte sich niemand zu der Ermordung, was eher ungewöhnlich ist. Die Taliban Gruppe in Region dementierte sogar jegliche Beteiligung. Ein Mitglied des Regierungsrates von Nangarhar glaubt jedoch, dass der Doktor wegen seiner Arbeit ins Visier von radikalen Gruppen geriet. Neben der Taliban ist ebenfalls der IS in der Provinz vertreten, sowie andere regierungsfeindliche Gruppen.

Nakamura selbst war Vertreter der japanischen Hilfsgruppe Peshawar-kai sowie Leiter des Peace Japan Medical Services und war für seine Hilfsarbeit in der Region bekannt. 2003 erhielt er den Ramon Magsaysay Award, der als asiatischer Nobelpreis gilt, für seine lange Arbeit in der Region. Nachdem er sich sehr lange medizinische Hilfe zwischen Afghanistan und Pakistan geleistet hatte, half er 2000 nach einer großen Dürre bei Bewässerungsprojekten.

Ebenfalls half er dabei Bäume in der trockenen Gegend zu pflanzen und sich für den Frieden einzusetzen. Seit 2008 leitete er die Hilfsgruppe in Nangarhar. Er selbst gab an, dass er nach Afghanistan kam, als sein Kollege Kazuya Ito entführt und ermordet wurde. Die afghanische Regierung würdigte ihn für seine Leistung im Oktober erst mit der Ehrenbürgerschaft.

Kyodo

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