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Geänderte Gesetzteslage und Importe sind ein Problem

Asbest verseuchte Produkte belegen Japans löchrige Sicherheitsregulierungen

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass mehrere Artikel eines Haushaltswarenhandels mit Asbest verseucht sind und zurückgerufen werden müssen. Auch Geschenke über das japanische Steuersystem sind von der Verseuchung betroffen. Nur wird jedoch die Frage laut, wie es überhaupt dazu kommen konnte und wie sicher die Regulierungen sind.

Es ist immer noch nicht klar, was genau das Asbest in den Produkten verursacht. Es wurde die Vermutung aufgestellt, dass das Problem mit dem Kieselgur zu tun hat. Das Material wird vor allem in Badematten oder ähnlichem verwendet, da es Feuchtigkeit absorbiert.

Kieselgur ist an sich nicht das Problem

Experten gaben jedoch an, dass es sich nur um einen Zufall handelt und Kieselgur nichts mit dem Asbest zu tun. Denn selbst im natürlichen Zustand enthält das Material kaum Asbest, weswegen es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Stoff die aktuellen Werte verursacht. Auch das Gesundheitsministerium bestätigt, dass der Asbest wohl durch andere Herstellungsprozesse, wie extrudierte Zementplatten, in die Produkte gelangt ist.

Mehr zum Thema:  Japanisches Gericht erkennt erstmals Schadensersatzanspruch aufgrund von Umgang mit Asbest an

Nach dem neuen Arbeitsschutzgesetz von Japan ist die Einfuhr, Herstellung und der Verkauf von Produkten verboten, die mehr als 0,1 Prozent Asbest enthalten. Die betroffenen Produkte enthalten jedoch deutlich mehr. Es muss deswegen auch geklärt werden, wie sie überhaupt verkauft werden konnte.

Im November gab die Stadt Kaizuka, Osaka bekannt, dass Badematten und Untersetzer von der Firma Hori Mokkosho, die sie als Steuergeschenke verteilten, mit Asbest verseucht sind. Betroffen waren davon 15.000 Badematten und 2.500 Untersetzer, die zwischen 2016 und 2020 verschenkt wurden.

Zementplatten sind wohl die Ursache

Die Produkte enthielten nach den Angaben des Gesundheitsministeriums zwischen 0,38 Prozent und 0,61 Prozent an Asbest, was damit deutlich mehr ist als erlaubt. An sich sind die Produkte aus extrudierten Zementplatten mit Material wie Kieselgur produziert und so ungefährlich. Es wurde jedoch vom Hersteller empfohlen Sandpapier auf der Oberfläche zu verwenden, um die Saugfähigkeit beizubehalten. Durch solche Beschädigungen wurde jedoch der Asbest freigesetzt.

Wie das Ministerium weiter erklärte, sind die Zementplatten vermutlich die Ursache für den Asbest. Die stammen nach offiziellen Angaben von der Firma Kitakyushu aus Fukuoka und wurden noch vor der Gesetzesänderung 2001 gekauft. Zu dem Zeitpunkt lag die Obergrenze für Asbest noch bei einem Prozent, womit das Produkt an sich nicht illegal war.

Zu einem ähnlichen Fall kam es ebenfalls dieses Jahr bei Mitsubishi Heavy Industrie Ltd. Sie hatten im September festgestellt, dass in Dichtungen von 2006 bis 2015 zu viel Asbest war. Auch in dem Fall waren es Produkte, die vor dem neuen Gesetz hergestellt wurden. Da sich derartige Meldungen häufen, hat das Gesundheitsministerium nun um die 500 Unternehmen aufgefordert umfassende Inspektionen bei Material und Produkten durchzuführen, die vor 2006 gekauft oder hergestellt wurden.

Regelungen im Ausland stellen eine Gefahr dar

Aber nicht nur die Regelungen in Japan selbst sind ein Problem, auch die im Ausland machen Schwierigkeiten. So hat der Haushaltswarenhändler Cainz nach der Meldung von Kaizukas freiwillig 50 Produkte mit Kieselgur untersucht. Bei fünf wurde ebenfalls ein Asbestwert von bis zu 1,3 Prozent gefunden. Die Produkte wurden laut dem Unternehmen in China produziert, wobei noch nicht klar ist, wie der Asbest in die Ware gelangte.

Dasselbe Problem hatte auch zuletzt Nitori Co., die aus dem gleichen Grund 2,4 Millionen Produkte zurückrufen müssen. Alle stammen gleichermaßen aus China, wobei ebenfalls der Herstellungsablauf nun geprüft wird. Es lässt sich aber jetzt schon sagen, dass China weitaus lockerere Regelungen hat und asbesthaltiges Baumaterial ist keine Seltenheit.

Sugio Furuya vom Ban Asbestos Network Japan (BANJAN) erklärte, dass der Zoll zwar versucht den Import von verseuchten Produkten zu verhindern. Trotzdem gelangt Material nach Japan, weil es in einigen Fällen gar keine Informationen zu dem giftigen Stoff auf den offiziellen Dokumenten gibt. Die Einfuhrsperre ist damit nicht wirklich in Japan garantiert, was zu Skandalen wie dem aktuellen führt. Furuya fordert deswegen ein System, das für die gründliche Umsetzung von den Vorschriften sorgt, um einen Verkauf von asbesthaltigen Produkten zu verhindern.

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