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Untersuchung läuft noch

Atami wusste wohl jahrelang von illegaler Deponie in den Bergen

Vor einigen Tagen kam es in der Stadt Atami zu einer verheerenden Schlammlawine. Wie sich herausstellt, wusste die Regierung wohl schon seit Jahren von der Deponie am Berg, welche wohl die Ursache für die Katastrophe ist.

In einem Interview mit The Asahi Shimbun räumte ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Tiefbauabteilung der Stadt ein, dass sie wussten, dass die Deponie gegen die Regeln verstieß. Als sie im August 2010 fertiggestellt wurde, lag sie schon über den festgelegten Standards der Präfektur.

Maximalwerte wurden deutlich überschritten

Der Beamte gab weiter an, dass er die Deponie danach mehrmals besuchte. Die Stadtverwaltung hatte dabei den Grundstückseigentümer aufgefordert, Schmutz und Sand wegen der zu großen Menge zu entfernen. Der Eigentümer gab jedoch an, dass er dafür nicht die Mittel hat und 2011 wurde das Gelände an den aktuellen Besitzer verkauft.

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Nach bisherigen Berichten soll die Deponie zum Zeitpunkt der Katastrophe an einigen Stellen um die 50 Meter hoch gewesen sein. Erlaubt sind jedoch nur 15 Meter, um Erdrutsche bei Starkregen zu verhindern.

Die Aussage bringt die Regierung von Atami in großes Bedrängnis. Der Präfektur ist bereits bekannt, dass die Deponie gegen die Regulierung verstieß. Untersuchungen sollen allerdings zurzeit herausfinden, ob die Stadtregierung von der Gefahr wusste und nicht reagiert hat.

Stellvertretender Gouverneur nennt Regierung von Atami unfähig

Am 19. Juli bestätigte die Stadtregierung die Besuche des Beamten auf dem Gelände. Allerdings gaben sie auch an, dass sie bisher keine Aufzeichnungen finden konnten, die belegen können, dass die Stadt wusste, dass das Gelände die Standards überschritt. Nach derartigen Dokumenten und ähnlichen Bewiesen wird zurzeit noch gesucht.

Die Schlammlawine ereignete sich am 3. Juli, nachdem es zu starken Regenfällen gekommen war. 19 Menschen sind ums Leben gekommen und neun Vermisste werden immer noch gesucht. Als Ursache für die Katastrophe nennt der stellvertretende Gouverneur von Shizuoka, Takashi Namba, drei miteinander verbundene Faktoren. Auslöser waren natürliche Bedingungen, die Schaffung einer Deponie mit falscher Größe und die Unfähigkeit der lokalen Behörden, welche die Regelverstöße missachtete.

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