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Auch Japan erwägt direkte Gespräche mit Nordkorea

Kurz vor dem geplanten Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un am 12. Juni erwägt nun auch die japanische Regierung, direkte Gespräche mit Nordkorea zu führen. Das sagte Ministerpräsident Shinzo Abe nach einem Treffen mit Trump in Washington.

Während sich die USA und Südkorea im Annäherungsprozess mit Pjöngjang optimistisch zeigen, mahnt Japan weiter zur Vorsicht. Nach Aussage von Verteidigungsminister Itsunori Onodera habe sich Nordkorea immerhin in der Vergangenheit zur atomaren Abrüstung verpflichtet und sein Atom- und Raketenprogramm dennoch weiter vorangetrieben. Entsprechend vertritt Japan die Meinung, an den Sanktionen festzuhalten und maximalen Druck auf Nordkorea auszuüben, um eine vollständige Denuklearisierung zu erreichen.

Nach Angaben der Japan Times reiste Japans Ministerpräsident Shinzo Abe diese Woche nach Washington, um das geplante Treffen zwischen Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu besprechen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Trump ließ er verlauten, dass auch Japan direkte Gespräche mit Pjöngjang in Erwägung zieht: „Ich möchte direkt mit Nordkorea sprechen, damit das Problem der entführten Japaner schnell gelöst werden kann“, so Abe.

Japan stellt gleich drei Forderungen an Nordkorea. Neben dem Abbau des Atomwaffenprogramms, fordert das Land auch eine Auflösung der Bedrohung durch Kurzstreckenraketen, die in den letzten Monaten vermehrt in der japanischen Sonderwirtschaftszone landeten. Von besonderer Bedeutung ist für Japan allerdings die Frage um die Entführungen japanischer Staatsbürger durch Nordkorea vor rund 40 Jahren.

Die systematische Verschleppung japanischer Bürger durch Nordkorea

In den 1970er und 80er Jahren entführten nordkoreanische Agenten zahlreiche Japaner und missbrauchten diese zu Spionagezwecken. Das Regime in Pjöngjang gab 2002 erstmals zu, insgesamt 13 Personen entführt zu haben. Nach japanischen Medienangaben dürfte die Dunkelziffer der Entführten weit höher liegen. Bisher konnten 5 der Verschleppten in ihre Heimat zurückkehren. Laut nordkoreanischen Angaben seien die übrigen acht verstorben, darunter auch Megumi Yokota, das jüngste und bekannteste Entführungsopfer. Dessen Eltern appellierten in der Vergangenheit mehrmals an Regierung und Öffentlichkeit, ihre Tochter zu retten. Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte in den letzten Jahren mehrmals, dass er das Schicksal der verschleppten Japaner als Angelegenheit oberster Priorität sehe. Dabei beteuerte das Staatsoberhaupt, dass er „nicht ruhen werde, bis er alle Verschleppten zurückgeholt habe“.

Nach seinem Treffen mit Abe versicherte auch Trump, dass er das „Entführungsproblem“ im Gespräch mit Kim Jong Un ansprechen werde. Der Gipfel mit Kim, den Trump im Vorfeld offiziell abgesagt hatte, soll bisherigen Planungen zufolge nun doch am 12. Juni in Singapur stattfinden. Dem US-Präsidenten und zahlreichen Experten zufolge sei der Gipfel womöglich nur ein erster Schritt in einem jahrelangen Prozess um Nordkoreas Denuklearisierung. Laut südkoreanischen Angaben gebe es zwar Differenzen über das Ausmaß der Denuklearisierung Nordkoreas, der Fokus dürfe aber nicht nur auf Meinungsverschiedenheiten liegen.

Während die japanische Regierung die neuen Zugeständnisse Nordkoreas mit Skepsis und Sorge betrachtet, blickt Südkorea optimistisch auf den Annäherungsprozess. Gemeinsam haben beide Länder lediglich folgendes Interesse: Eine Stabilisierung der gesamten Region. So resümierte Abe nach seinem Treffen mit Trump, dass Japan weiterhin nach „Frieden in Nordostasien“ strebe und „Nordkorea eine glänzende Zukunft haben werde, wenn es bereit ist, die richtigen Schritte in diese Richtung zu unternehmen“.

Quelle Japan Times

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