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Ausländer in Japan: Diskriminierung auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt

Rassistische Schmähungen und Diskriminierung bei der Arbeits- und Wohnungssuche sind keine Seltenheit für in Japan ansässige Ausländer. Das belegen Zahlen der ersten landesweit durchgeführten Studie zum Thema Diskriminierung von Ausländern in Japan.

Für die Studie, die Ende 2016 vom japanischen Justizministerium in Auftrag gegeben worden ist, wurden insgesamt 18,500 Menschen unterschiedlicher Herkunft zum Thema Diskriminierung befragt. Laut Angaben des Justizministers Katsutoshi Kaneda soll die Studie dabei helfen, Grundrechte von in Japan lebenden Ausländern besser zu schützen und in Zukunft entsprechende politische Richtlinien zu treffen.

Der Ausländeranteil liegt bei nur 1,8% – Tendenz steigend

In Japan leben derzeit ungefähr 2,3 Millionen Ausländer. Das entspricht einem Anteil von 1,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Zwar ist diese Zahl im internationalen Vergleich verschwindend gering, doch die Tendenz ist steigend. Besonders vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und dem damit einhergehenden Bevölkerungsrückgang setzen viele Unternehmen und Sektoren verstärkt auf ausländische Arbeitnehmer, um dem akuten Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.

Für die vom Zentrum für Menschenrechtserziehung (Center for Human Rights Education and Training) durchgeführte Studie wurden insgesamt 18,500 Menschen aus 37 Gemeinden befragt. Die Fragebögen beantwortet haben 4,252 Männer und Frauen folgender Herkunft: China, Südkorea, Philippinen, Brasilien, Vietnam und Amerika.

“Sorry, but „Japanese-Only”

Von den insgesamt 2,044 Teilnehmern, die in den letzten 5 Jahren eine Wohnung gesucht haben, gaben 39,9% an, dass ihnen aufgrund ihrer nicht-japanischen Herkunft das Recht auf eine Wohnung verweigert wurde. Die «Japanese-Only»-Politik macht sich laut Angaben der Studie auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Von insgesamt 4,252 Menschen, die sich in den letzten 5 Jahren auf einen Arbeitsplatz beworben haben, wurden 25% aufgrund ihrer Herkunft abgelehnt. 19,6% haben angegeben, dass sie einen geringeren Lohn beziehen, als ihre japanischen Arbeitskollegen.

29,8% der Befragten gaben an, dass sie aufgrund ihrer nicht-japanischen Herkunft gelegentlich Opfer rassistischer Schmähungen geworden sind. Dabei wurden sie mehrheitlich von Fremden beleidigt (53,3%), von Arbeitskollegen (38%) und von Nachbarn (19,3%). 25,1% der Befragten gaben an, dass sie aufgrund von unzureichenden Japanischkenntnissen häufiger «schikaniert» worden sind.

Wie die Regierung gegen Rassismus und Diskriminierung vorgeht

Die Ergebnisse der Studie fallen in eine Zeit, in der jährlich immer mehr Besucher das Land besuchen. Über 24 Millionen Menschen sind alleine 2016 nach Japan gereist. Die Regierung strebt an, diese Zahl bis zu den Olympischen Spielen 2020 auf 40 Millionen Besucher anzuheben. Nicht nur im Hinblick auf die anstehenden Olympischen Spiele dürfte es der japanischen Regierung ein Anliegen sein, Rassismus und Diskriminierung innerhalb der japanischen Gesellschaft entgegenzutreten. Bereits 2016 wurde mit dem sogenannten «Hate Speech Act» ein Gesetz erlassen, das rassistische Hetze gegenüber Ausländern verbietet, aber nicht sanktioniert. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die derzeitige Regierung treffen wird, um Diskriminierung und Rassismus in der japanischen Gesellschaft einzudämmen.

Quelle: Japan Times

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Kommentare

3 Kommentare

    • Äh Dir ist aber schon klar, dass Du trotz des kreativen Namens nicht unsichtbar kommentierst oder? Deine IP Adresse wird mitgesendet und gespeichert. Ich gebe es dann mal weiter, denn menschenverachtende Beleidigungen verdienen ein wenig Aufmerksamkeit.

  1. So so, und da wollen diese ganzen Weeaboos alle nach Japan auswandern, wie? Weil Japan ja soooo ein cooles Land ist und weil alles nur mit Animes und Mangas voll ist. Ich wette, die würden dort kein Monat aushalten, die hätten vermutlich schon nach knapp 4 Wochen die Schnauze voll.

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