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Initative soll Hilfe bieten

Ausländische Arbeitnehmer bekommen in Japan endlich Hilfe bei Problemen

Als ausländischer Arbeitnehmer kann es schwer haben in Japan. Insbesondere die vielen ungelernten Arbeitnehmer, mit denen das Land versucht seinen Arbeitskräftemangel zu bekämpfen und die oft unwürdig behandelt werden. Hilfe bekommen sie aber nur im seltensten Fall.

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Die Japan International Cooperation Agency hat sich mit Rechtsexperten und Unternehmen zusammengetan, um dieses Problem zu lösen.

Zahl der ausländischen Arbeitnehmer steigt in Japan

Laut der japanischen Regierung arbeiteten im Oktober 2020 1,72 Millionen Ausländer in Japan, ein neuer Rekord. Technische Praktikanten machen davon etwa 400.000 Menschen aus, die oft unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müsse. Und das, nachdem viele dieser Menschen einen Kredit aufnehmen mussten, um nach Japan zu kommen und um ihre Ausgaben zu finanzieren.

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Oft geraden sie an Arbeitgeber, die die Löhne zurückhalten, weniger zahlen als abgesprochen oder Überstundenzuschläge zurückhalten. In vielen Fällen sind es Vorgesetzte, die die ausländischen Arbeitskräfte drangsalieren.

Die Hälfte der ausländischen Arbeitskräfte arbeiten bei kleinen und mittelständischen Unternehmen mit weniger als 100 Angestellten, viele dieser Unternehmen sind Auftragnehmer von Großunternehmen.

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Das Programm für technische Praktikanten zielt darauf ab, Wanderarbeitern Fähigkeiten zu vermitteln, die sie in ihre Heimatländer mitnehmen sollen, um sich dort eine Existenz aufzubauen. Das Programm steht allerdings in einem schlechten Ruf.

Bisher hatten es diese Arbeitnehmer schwer sich zu Beschwerden, doch das neue System sieht nun vor, dass Beschwerden über Löhne und Arbeitsbedingungen an die Arbeitgeber anonym weitergeleitet werden. Das soll dabei helfen, dass Unternehmen auf die Probleme aufmerksam gemacht werden. Zudem wird die notwendige Unterstützung und der Zugang zu einer Rechtsberatung ermöglicht.

Das Konzept wurde von der Japan Platform for Migrant Workers Towards Responsible and Inclusive Society (JP-MIRAI) vorgeschlagen, der JICA, Unternehmen, Gewerkschaften und andere Einrichtungen angehören.

Die Unternehmen müssen eine Gebühr für die Teilnahme an dem Projekt entrichten, das es ihnen ermöglicht, auch ihre Geschäftspartner zu registrieren, sofern diese ihre Zustimmung geben.

Anonyme Beschwerden sollen helfen, bevor eine Situation eskaliert

Ausländische Arbeitnehmer, vor allem Praktikanten und Studenten, die einen Teilzeitjob ausüben, werden gebeten, spezielle Apps auf ihre Smartphones herunterzuladen oder ihre Kontaktdaten anzugeben, damit sie sich für das Unterstützungssystem anmelden können.

Über Online-Chats, E-Mail und Telefon können sie sich in acht Sprachen mit den Mitarbeitern über nicht gezahlte Löhne und andere arbeitsrechtliche Probleme beraten lassen.

Ihre Beschwerden werden in regelmäßigen Abständen an Vertreter der Arbeitgeber weitergeleitet, ohne dass der Beschwerdeführer identifiziert wird. Diese Regelung soll ausländischen Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, sich für ein besseres Arbeitsumfeld einzusetzen und dabei anonym zu bleiben.

Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie arbeitsrechtliche Probleme, die sie und ihre Geschäftspartner betreffen, erkennen können, bevor die Situation eskaliert.

Das System soll sicherstellen, dass hilfsbedürftige Arbeitnehmer nicht allein und im Stillen leiden, weil ihnen die Mittel zur Finanzierung eines Rechtsstreits fehlen, insbesondere wenn die Zeit bis zur Rückkehr in ihr Heimatland knapp wird.

Die japanische Regierung hat bereits im November 2019 die Strafen für den Missbrauch von ausländischen Praktikanten verschärft, verbessert hat es die Situation allerdings nicht.

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