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Auslandsstudium in Japan – Kulturschock

Wer sich auf den Weg nach Japan macht, hat eine gewisse Vorstellung von dem, was einen erwarten könnte, wie sollte es auch anders sein? Aber wie groß ist der Kulturschock tatsächlich und was kann man dagegen tun?

Je fremder die Kultur des Landes, das man kennenlernen möchte, desto größer kann der Schock sein, der einen erwartet. Sei es nun ein positiver oder negativer, wer zum ersten Mal nach Ostasien reist, wird ihn mit Sicherheit erleben.

Die Japaner haben das Problem ebenso, auch bekannt als „Paris Syndrom“. Man hat Vorstellungen –in diesem Fall von Paris- und kommt vollkommen traumatisiert nach Hause zurück. Man kann noch so viele Bücher und Erlebnisberichte über Japan lesen, das eigene Erleben werden diese wohl niemals ersetzen können, aber sie bieten einem viele Möglichkeiten, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Gottseidank haben wir als Deutsche oftmals einen positiven Kulturschock und sind erst einmal hin und weg von den netten Japanern, sauberen Straßen und dem ganzen Sushi überall. Tatsächlich ist aber auch Japan nur ein Land wie jedes andere, mit seinen ganz speziellen Vor-, aber ebenso vielen Nachteilen:

  1. Wenig Platz

Gut, das mag auch ein wenig vom eigenen Standort und der Dauer des Aufenthalts abhängen, aber insbesondere, wer nach Tokyo oder Osaka will, sollte sich auf wenig Platz im eigenen Heim einstellen – für den Preis einer 3 Zimmer Wohnung mit Balkon in guter Lage in Deutschland. Die Tatsache, dass der Aufenthalt in der Regel dennoch zeitlich begrenzt ist auf wenige Monate bis eventuell 1-2 Jahre lässt den Platzmangel aber sicher verkraften.

  1. Sprache

Wer zum ersten Mal länger in einem fremden Land ist, dessen Sprache man im schlimmsten Fall anfangs noch gar nicht beherrscht, der wird zwar das Bento im Konbini erkennen und die Fertignudelsuppen erkennt man auch, aber wenn man vor Paketen mit irgendeinem pinken Gewächs steht oder die Wahl zwischen 5 Paketen mit weißen Pflanzen in einer Flüssigkeit hat, fängt man an, Aldi und Co. Zu vermissen, weil man einfach nicht lesen kann, was man dort vor sich sieht.

Auch wer alltägliche Konversationen mit seinen japanischen Freunden meistern kann, wird im Sprachunterricht schon gehört haben, dass Japaner gerne indirekt „Nein“ (Vorzugsweise mit 違う- chigau – „anders“) sagen.

Man muss nicht fließend Japanisch sprechen können, bevor man nach Japan geht, aber man sollte sich unbedingt bewusst machen, dass die Kommunikation wesentlich umständlicher ist, als sie es in anderen Sprachen ist. Von daher gilt: Bloß nicht entmutigen lassen! Japaner wissen es unheimlich zu schätzen, dass man sich an ihre unlernbare Sprache heranwagt und solange ihr rüberbringen könnt, was ihr sagen wolltet, werdet ihr der Held des Tages sein.

  1. Superstar

Als Ausländer sticht man unheimlich heraus. Vielleicht nicht unbedingt in Shibuya, aber in so gut wie jeder anderen Region Japans.

Nicht selten hört man darum, dass man in Japan schnell und leicht als Model arbeiten kann, weil Europäer, insbesondere die blonden und blauäugigen, dort heiß gefragt sind.

Man wird also, insbesondere wenn man helle Haare, Haut und Augen hat, kaum über die Straße laufen können, ohne dass Leute einen bemerken. Das mag das Ego erstmal gut pushen aber eins sei gesagt: Ihr stecht in erster Linie nur raus, sonst nichts. Das kann nach einer Weile auch sehr anstrengend werden und sagt auch nichts darüber aus, ob ihr plötzlich als Model arbeiten könntet. Das Modelbusiness in Japan ist nicht weniger hart als überall sonst, man hat nur den kurzzeitigen Ausländer-Bonus. Auf kurze „Können wir ein Foto mit dir machen?“ sollte man aber dennoch vorbereitet sein. Aber bitte nicht direkt alle Freundschaften zuhause kündigen, weil man denkt, man wäre jetzt Big in Japan, Japaner sind nur unheimlich neugierig auf uns komischen Gaijin. 😉

  1. Essen

Bento, Sushi, Onigiri, Ramen an jeder Ecke. Der Traum, oder nicht? So aufregend die japanische Küche auch sein mag, wer einen längeren Aufenthalt in Japan plant, muss sich bewusst machen, dass sich die Ernährung gezwungenermaßen umstellen wird. Wer also Unverträglichkeiten oder Allergien hat, sollte sich auf jeden Fall informieren, wie die entsprechenden Nahrungsmittel auf Japanisch heißen und geschrieben werden. Auch als Vegetarier und Veganer wird man es nicht leicht haben, aber man wird zurechtkommen.

Am besten schon, solange man noch in Deutschland ist, überprüfen, welche Lebensmittel, auf die man nicht verzichten möchte, man sich per Post zuschicken lassen kann und planen. Wer es nicht gewohnt ist, wird nach einem halben Jahr Reis und Miso die heimische Vielfalt an Gerichten vermissen und ist froh über die einfachen Aufbackbrötchen vom Discounter.

  1. Gaijin

Egal was ihr tut, ihr seid immer der Ausländer. Insbesondere wer keine bis nur wenige Sprachkenntnisse hat, wird Schwierigkeiten haben, sich einen tatsächlichen, japanischen Freundeskreis aufzubauen. Und auch wenn ihr es geschafft habt –unmöglich ist es gewiss nicht- seid ihr immer der Ausländer. Ihr müsst euch vor Gaijin-Huntern in Acht nehmen, wenn ihr keine Lust auf sie habt. Genauso werdet ihr immer überbehütet und gewarnt werden – oder eure Freunde machen sich einen Spaß aus euren Reaktionen, besonders wenn es ums Essen geht.

Jeder geht mit der Gaijin-Situation anders um, weil sie auch jeder anders erlebt. Seid einfach gefasst darauf, dass Japan ein sehr homogenes Land ist -im Gegensatz zu Deutschland, wo man sich vor Menschen aus aller Welt kaum retten kann-, das in der Regel sehr offen und neugierig gegenüber Ausländern ist, aber dennoch wird es nicht leicht sein, diese Mauer zu überwinden.

Das sind natürlich nur ein paar Beispiele für mögliche Schocks, die einen ereilen können, wenn man sich das erste Mal längerfristig nach Japan begibt. Macht euch Gedanken darüber, welche Erwartungen ihr an Japan habt und überlegt euch, wie realistisch all das ist. Wenn etwas gut ist, was wäre dann ein mögliches Gegenteil? Mit was könntet ihr euch gar nicht anfreunden? Essen, Verhaltensweisen? Bereitet euch auch auf die möglichen negativen Aspekte vor, bevor ihr in den Flieger steigt, dann sitzt der mögliche Schock nicht so tief oder ist vielleicht sogar eher ein positiver.

 

Und nächste Woche zum Abschluss: Welche Möglichkeiten hat man ansonsten noch, nicht nur als Tourist nach Japan zu kommen?

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